Cigars of the week: Alec Bradley Tempus Nicaragua | Magnus


Eine weitere Zigarre aus dem Hause AB, die mir bisher bei meinem "Rundumschlag" entgangen ist, ist die Tempus und das sogar in allen drei verfügbaren Reihen (Tempus, Tempus Maduro und Tempus Nicaragua). Wer mir hier ein bisschen folgt, der weiß, dass ich ein ausgemachter Fan von Ab bin und dank des Toro-Freshpacks (seit einigen Wochen auf dem Markt), bekam ich nun eine Tempus Nicaragua in die Hand und wollte beginnen, die Lücke zu schließen.



Kerndaten

Hersteller: Alec Bradley
Herstellungsart: Totalmente a mano 
Format: Magnus (Toro)
Einlage: Nicaragua
Rauchdauer: 70 Min
Preis: 8,20 € / Stk  (Stand August 2017) 

Grundlegendes

Als ich Anfang des Jahres einfach mal aus jeder Serie von AB eine Zigarre einkaufte, waren da auch die kleinsten Formate aller drei Tempus-Linien dabei. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, sie zu rauchen und sogleich einen Bericht darüber zu schrieben, doch wie man sieht, kommt es eben manchmal anders, als man denkt. Die Zigarren sind mittlerweile aufgeraucht, geschrieben habe ich dazu nichts. Zeit, das nachzuholen, natürlich mit der Tempus Nicaragua. 

Die Tempus dieser Linie kommt ins insgesamt drei Formaten daher: Imperator, Magnus und Terra Novo. Hinter den klingenden namen stecken bekannte Größen: Torpedo (Imperator), Toro (Magnus) und Robusto (Terra Novo). Preislich pendeln die Zigarren bei knapp sechs Euro bis zu etwas über acht Euro und befinden sich damit in der für Ab üblichen Preisspanne. 

Praxistest  

Wenn es einen Hersteller gibt, der es wirklich verstanden hat, Zigarrenringe zu Kunstwerken zu machen, dann ist es AB. Nun sind Geschmäcker verschieden, mann muss allerdings festhalten, dass Alec Bradley seine Hausaufgaben gemacht hat und auch diesmal einen wertigen Ring auf die Zigarre geschneidert hat. Übrigens in doppelter Form, ein kleiner Ring in ähnlichem Design mit der Aufschrift Nicaragua befindet sich am Fuß der Zigarre. Wenn ich so darüber nachdenke, gibt es eigentlich nur eine Zigarre dieses Herstellers, bei der der Ring in meinen Augen unpassend und hässlich ist: bei der Sanctum. Aber ich schweife ab. Optisch gibt es an der vorliegenden Toro nichts zu beanstanden, es handelt sich um eine handwerklich einwandfreie Verarbeitung. Auch haptisch ist sie ansprechend, wobei das eben auch eine starke Frage der persönlichen Vorlieben ist.

Wie immer ging es dann darum, zu schnuppern, was einen da erwartet. Im Kaltgeruch offenbarte sich für mich sehr schnell, dass Nicargua nicht umsonst auf dem Produkt steht, sogleich war die markante, erdige Würze der Tabake von dort zu erkennen. Nach dem Anstieg zeigte sich einerseits, dass der Zugwiderstand optimal war, weitere Aromen aus Nuss, Süße und Röstaromen kamen zum Vorschein. Diese Mischung ließ mir das Wasser im Munde zusammenlaufen - vielleicht aber auch, weil ich in letzter Zeit wenig mit nicaraguanischem Schwerpunkt geraucht hatte. 

Jet-Flame an und sehen, ob das gute Stück auch halten kann, was die ersten Eindrücke versprechen. Die Toro nahm die Flammen gut auf, der Abbrand verlief gleichmäßig und sogleich ringförmig, womit vom ersten Moment genug Zeit blieb, sich über die Zigarre zu freuen und die Zeit zu genießen. Gleich während der ersten Züge wird klar, dass es sich um Nicaraguua handeln muss: die charakteristische Würze und Kraft, dazu erdige Noten, gefolgt von Röstaromen, Kaffee und - was mich gleichzeitig erstaunt und erfreute - nussige Noten über mehr als einige Züge hinweg. Der Rauch entwickelte dabei ein ordentliches Volumen (wobei mir aktuell die "Nebelkerzen besser gefallen), die richtige Cremigkeit war gegeben. Die Tempus Nicaragua war eine der Zigarren, die ich gerne bis zu den Fingernägeln geraucht habe. Zwar gewinnt der Rauch im letzten Drittel an schwere, Bitterkeit arbeitet allerdings bestenfalls hintergründig. Von Pfeffer wiederum fehlte über den gesamten verlauf jede Spur. 

Der Abbrand verlief gleichmäßig, Korrekturen waren bestenfalls aus optischen Vorlieben notwendig. Ebenso entfiel ein Nachfeuern, die Zigarre behielt über die gesamte Länge ihre Glut. Die Asche war angenehm fest, tendierte in helle Farben. 

Fazit

Eine schöne Zigarre, vor allem dann, wenn man ein Freund von Nicaragua ist und nicht gleich die Power einer Nica Puro (oder anderer kräftiger Zigarren aus der Region) braucht. Die Zigarren dieser Tempus-Linie sind in meinen Augen ihr Geld wert, ich bin für den gleichen Kurs schon viel schlechter unterhalten worden.

Wertung: 7/10     

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