Writing: Prepper - Leitfaden zum Überleben | Kapitel II


Wie angekündigt, werde ich hier in den nächsten Tagen die Kapitel aus dem Leitfaden des Überlebens  einstellen. Nachdem das Vorwort und das erste Kapitel bereits gestern das Licht der Welt erblickten, ist heute das zweite Kapitel dran.

Bisher veröffentlicht:

Vorwort & Kapitel I - die goldene Regel 

Alles, was folgt, ist vorerst Rohfassung, damit also aus dem 1st draftvöllig unlektoriert und unbearbeitet. Ich hoffe, ihr habt trotzdem Spaß damit.

###

Kapitel 2 - Zeitpunkt und -dauer


Nehmen Sie sich einen Moment Zeit und schalten Sie die Nachrichten an. Durchforsten Sie das Internet und überzeugen Sie sich von den Dingen, die in dieser Welt schief laufen. Es gibt keinen Tag, der ohne eine Katastrophenmeldung auskommt, manchmal bekommen sie die schlechten Nachrichten am laufenden Band.
Was ist die Erkenntnis daraus? Diese Welt geht der Krise entgegen. Irgendwo habe ich diesen Vergleich einmal aufgeschnappt und finde ihn ganz passend: Wir sitzen alle in einem Schnellzug ohne Bremsen, der seine Höchstgeschwindigkeit bereits erreicht hat und auf ein Hindernis zusteuert. Meine tiefste Überzeugung ist, dass sich das Chaos nicht aufhalten lässt. Der Mensch ist nicht lernfähig, er hat weder im letzten Jahrhundert die essenziellen Probleme seiner Art beseitigt, noch wird er es in diesem Jahrhundert. Mehr noch, die Probleme sind eher viel größer geworden. Und erinnern Sie sich daran, was ich über Menschen gesagt habe? Menschen bedeuten Probleme. Im Jahr 1800 betrug die Weltbevölkerung lediglich eine Milliarde Menschen, 1930 waren es zwei Milliarden, 1960 bereits drei Milliarden. Zum Zeitpunkt der Entstehung dieser Zeilen rangiert die Weltbevölkerung zwischen sieben und acht Milliarden Menschen und die Forscher sagen für das Ende dieses Jahrhundert zehn Milliarden Erdenbürger voraus. Damit ist der Chaosfaktor innerhalb von etwas mehr als zweihundert Jahren extrem in die Höhe geschnellt. Denn mehr Menschen bedeuten zwangsläufig eine Verknappung unserer Ressourcen und daraus entstehende Verteilungskämpfe. Die können Sie überall in der Welt beobachten, jede Ressource ist endlich. Schauen Sie sich beispielsweise an, wie verbissen in einigen Regionen bereits heute um Wasser gekämpft wird. Auf der anderen Seite ist der Mensch gut darin, den Planeten, auf dem er lebt zu Grunde zu richten. Schlagworte wie Umweltverschmutzung und globale Erwärmung sind ja keine Vokabeln mehr, mit denen sich nur die Wissenschaft beschäftigt. Es handelt sich nicht um theoretische Konstrukte, es sind reale Probleme die in ihrer Intensität in den letzten Jahren erheblich zugenommen haben. Zu verdanken ist das dem Menschen, der einfach so tut, als hätte er eine zweite oder dritte Erde in der Tasche, auf die er umziehen könnte, wenn er diesen Planeten völlig zerstört hat. Die Wahrheit ist, dass es diese Art des Auswegs nicht gibt. Wir haben nur diesen einen Lebensraum und wir vernichten ihn mit beängstigender Geschwindigkeit. Bevölkerungswachstum und Raubbau sind unbestritten zwei der Faktoren, die mich zur Überzeugung gebracht haben, dass wir unweigerlich vor die Hunde gehen werden. Ich würde gerne an Utopien glauben, wie sie uns Film, Fernsehen und Literatur vorgaukeln. Aber im Grunde meines Herzens weiß ich es besser. Und Sie doch auch.
Die Botschaft muss also lauten: Die Zeit ist nicht Ihr Verbündeter. Prepper – immerhin leitet sich das Wort von to be prepared ab – wollen auf das, was kommen wird vorbereitet sein und nicht überrumpelt werden. Im Hinblick auf all das, was um uns herum passiert ist die Zeit damit auch ein knappes Gut geworden. Wenn Sie bisher noch nicht angefangen haben, sich auf den Untergang vorzubereiten, dann sollten Sie schleunigst damit beginnen. Jeder Tag, den Sie ab heute verschenken, werden Sie am Ende bitterlich bereuen.
Von heute an sollten Sie beginnen, Ihre Zeit konsequent und bewusst zu nutzen. Jeder Tag, den Sie nicht damit verbracht haben, sich auf die Krise vorzubereiten, ist verloren und niemand wird Ihnen den zurückbringen. Nutzen Sie jede Stunde, die Sie nutzen können. Mit Müßiggang werden Sie das Chaos nicht überstehen können. Spucken Sie in die Hände und heben sie ihren Arsch von der bequemen Couch. Denn immerhin geht es doch um Ihre Zukunft. Überlegen Sie ab heute ganz genau, was notwendig und was eine Zeitverschwendung ist.
Und natürlich. Besser wäre es gewesen, wenn Sie nicht heute erst anfangen würden, sondern wenn Sie diesen Schritt bereits vor Jahren getan hätten. Aber diese Zeit wird Ihnen niemand zurückbringen und solange Sie in Ihrem Keller keine Zeitmaschine stehen haben, hilft es auch nicht, den verlorenen Jahren nachzutrauern. Spucken Sie in die Hände und machen Sie jetzt das Beste aus dem knappen Gut.
Immer wieder stolpere ich übrigens über die Frage, wieviel Zeit notwendig ist, um sich optimal vorzubereiten. Pauschal lässt sich das nicht beantworten. Denn allein der Begriff optimal wird von den einen so und von den anderen so ausgelegt. Das, was ich für eine optimale Vorbereitung halte, sieht ein anderer Prepper vielleicht ganz anders. Auf den Punkt gebracht gibt es jedoch auch hier eine Wahrheit: Besser Sie haben Jahre, in denen sie sich vorbereiten und alle Vorkehrungen treffen können als dass Sie nur Wochen haben. Leuchtet ein, oder? Die notwendige Vorbereitungszeit lässt sich auch deshalb nicht benennen, weil sie von der Energie abhängt, die Sie bereit sind, hinein zu stecken. Wenn Sie es sich erlauben können, sich fast jeden Tag nur auf ihre Vorbereitungen zu konzentrieren, werden sie zwangsläufig weniger Zeit benötigen, als jemand, dem Tag für Tag nur ein paar Stunden bleiben.

Machen Sie nicht den Fehler, es auf die leichte Schulter zu nehmen. Weder Sie noch ich sind in der Lage, zu beziffern, wie lange der Ausnahmezustand nach dem Chaos dauern wird. Wenn es nur ein paar Wochen oder Monate sind, dann müssen Sie weniger Zeit für Vorbereitungen veranschlagen, als wenn es Jahre oder Jahrzehnte werden. Sie müssen sich selbst fragen: Was ist in Ihren Augen, nach Ihrem Wissen und Ihrem Gefühl realistisch? Meiner Meinung nach fahren Sie viel besser, wenn Sie mit Pessimismus an solche Prognosen gehen.
Es gibt dort draußen eine ganze Menge echter und sogenannter Experten, die sich anschicken, Prognosen darüber aufzustellen, wie lange Ein Zustand des Chaos nach dem Zusammenbruch der uns bekannten Ordnung wohl dauern könnte. Meinetwegen informieren Sie sich und verschaffen Sie sich einen Überblick darüber, was andere Leute für realistisch halten. Aber vergessen Sie niemals, dass es sich nur um Prognosen handelt. Nicht um Wahrheiten. Nicht um unverrückbare Tatsachen. Verlassen Sie sich daher viel mehr auf Ihre eigene Einschätzung als auf die Annahmen irgendwelcher Spezialisten. Verstehen Sie die Ergüsse der anderen Prepper immer nur als Informationsmöglichkeit. Was Sie daraus machen, liegt bei Ihnen.
Sie fahren gut damit, von Anfang von einem langen Zeitraum auszugehen. Von einem sehr langen Zeitraum. Sollte es dann doch anders kommen und das Chaos anstatt von Jahren nur wenige Monate dauern – ist das nur zu ihrem Vorteil. Nichts ist schlimmer, als mitten in der Apokalypse zu sitzen und zu bemerken, dass man sich völlig verrechnet hat. Die Rechnung ist daher einfach: Jede Stunde, die Sie im Vorfeld investiert haben, zahlt sich hinterher hundertfach aus. Als Prepper werden Sie wissen (oder schnell lernen), dass eine langfristige Planung das A und O ist. Gehen Sie vom schlimmsten Szenario aus, dass Sie sich vorstellen können und multiplizieren Sie das Ergebnis mit dem Faktor drei. Wenn Sie es also für denkbar halten, dass das Chaos lediglich sechs Monate andauern wird, dann bereiten Sie sich auf eineinhalb Jahre vor. Gehen Sie von fünf Jahren aus, dann planen Sie gleich für fünfzehn Jahre. Einfach oder? Wenn es am Ende dann doch anders kommt, als Sie angenommen haben, ist das ja nur von Vorteil für Sie.

Fangen Sie noch heute an. Und gehen Sie vom Schlimmsten aus – dann kann Sie nichts aus der Ruhe bringen.

Kommentare