Cigars of the week: Drew Estate Larutan | English


Manchmal überkommt es mich ja. Da rauche ich eine gute Zigarre einer bestimmten Marke, die mir sehr im Gedächtnis bleibt und glaube dann, dass auch die anderen Reihen des Herstellers nicht schlecht sein können. So geschehen bei Alec Bradley oder Gurkha. Ganz anders scheint es mir bei Drew Estate.

Von der Undercrown war ich regelrecht begeistert, danach wurde es leider nicht besser. Den traurigen Abschluss bildete bisher die MUWAT. Bisher, denn heute ist sie vom Thron gestoßen worden. Die Larutan ist eine Zigarre, bei der ich mich richtig darüber ärgere, sie gekauft zu haben.


Kerndaten

Hersteller: Drew Estate
Herstellungsart: Totalmente a mano 
Format: English
Einlage:  Nicaragua
Rauchdauer: 60 Min
Preis: 8,60 € / Stk  (Stand Juli 2017) 


Grundlegendes

Wie oben schon beschrieben, bisher hatte ich damit, einfach zu den anderen Zigarrenlinien eines Herstellers, der einen guten Eindruck bei mir hinterlassen hatte, zu greifen, immer Glück. Nur bei Drew Estate war es eben anders. Weder die Dirty Rat noch die Bait Fish schafften es, mich wirklich zu überzeugen. Aber es waren keine Totalausfälle. Neben den erwähnten Zigarren hatte es auch die Larutan in meinen Humidor geschafft und nach einigen anderen Zigarren wollte ich dieser Linie nun eine Chance geben. 

Larutan - für jeden, der es noch nicht bemerkt hat - ist Natural, nur umgedreht. Eine EU-Richtlinie machte es nötig, dass die Zigarre diesen Namen eben nicht trägt. Was ich bis vor kurzem für affig gehalten habe, verstehe ich nun voll und ganz. Und ich wünschte mir, dass die zuständigen Leute in Brüssel noch weiter gegangen wären und diesen Stick wegen Verstoß gegen den guten Geschmack gleich komplett gebannt hätten.

Man merkt mir meinen Ärger schon jetzt an? Gut so, genau darum geht es nämlich. Dabei kann ich nichts Schlechtes über die handwerkliche Verarbeitung dieser Zigarre sagen, Drew Estate wäre bestimmt nicht mit Hinterhofzigarren zu einem so großen Tier in den USA geworden. Das Problem dieser Zigarre ist ihr Geschmack - und damit ist nicht der Rauch gemeint. Das Deckblatt ist infused, also mit Aromen versetzt. Wobei: Aromen scheinen das gar nicht zu sein, die Larutan ist vor allem eins: Süß. Verflucht süß. 

Nun bin ich Zucker keinesfalls abgeneigt, mein hauptsächliches Getränk ist Coca.Cola, und die sind nicht gerade bekannt dafür, ihre Brause mit wenig Zucker herzustellen. Dennoch: Sobald die Zigarre die Lippen berührt, überrollt einen die Süße wie ein Schnellzug. Ach was, das kommt nicht einmal im Ansatz dem nahe, was wirklich passiert. Vielmehr ist es so, als ob einem jemand mit einer Dachlatte in die Fresse schlagen würde und dabei brüllt: "Na, gefällt es dir?" 

Das mag man jetzt für blanke Polemik halten, ich übertreibe aber keinesfalls. Wenn diese Zigarre andere Aromen besitzt (sie müsste es, immerhin ist ja Tabak verarbeitet), dann werde diese von der ekelerregenden Süße einfach nur überdeckt. Wirklich, ich habe viel geraucht, dass ich besser von Anfang an zur Seite gelegt haben sollte, die Larutan hingegen toppte alles. Eine penetrante, kaum auszuhaltende Süße, Zucker, Zucker und nichts als Zucker. Möglicherweise mag es Aficionados geben, denen dieses Raucherlebnis gefällt. Mir nicht. Höflich würde ich noch formulieren: Wem diese Zigarre schmeckt, der frisst auch kleine Kinder. 

Daher heute also keine Zigarrenbesprechung im normalen Format, sondern einfach nur ein kleiner Rant. Ich hoffe, ihr könnt es mir verzeihen.      

Fazit

Nie.
Wieder. 

Wenn ich die Wahl zwischen einer Larutan und einer Beast hätte, würde ich mich für die Beast entscheiden. Und wer mich kennt und die Besprechung zur Beast gelesen hat, weiß, was das bedeutet. In diesem Sinne: Finger weg! 


Wertung: 0/10

     

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