Cigars of the week: Dunhill Heritage | Robusto


Eines der altehrwürdigen Tabakhäuser Großbritanniens dürfte ohne Frage Dunhill sein. 1907 in London gegründet, schaut das Unternehmen auf eine bewegte Geschichte zurück. Der Zigarettenraucher kennt Dunhill mit großer Sicherheit als Marke, aber dass unter dem Namen auch Zigarren vertrieben werden, ist nicht unbedingt bekannt.

Da ich hin und wieder einen Faible für boxpressed Zigarren habe, musste ich hier einfach einmal zugreifen. Ob sich das gelohnt hat?


Kerndaten

Hersteller: Dunhill / BAT
Herstellungsart: Totalmente a mano 
Format: Robusto
Einlage: Honduras, Nicaragua
Rauchdauer: 70 Min
Preis: 8,60 € / Stk  (Stand Mai 2017)


Grundlegendes

Dunhill wurde 1907 in London gegründet und ziemlich genau sechzig Jahre später an BAT veräußert, wo eben immer noch Zigarren und Zigaretten unter dem Namen entscheiden. Spannend ist, dass BAT allein die Rechte an Räucherwerk erstand, alles andere, was mit dem Markennamen zutun hatte, ist nun Sache des Konzerns Richermont. Wem der Name bekannt vorkommt: Die zeichnen sich verantwortlich für Piaget, Cartier und IWC.   

Dunhill vertreibt mehr als eine Zigarrenlinien und die hier vorliegenden Heritage gelten als die kräftigsten Stumpen im Angebot. Ob dem wirklich so ist, bleibt natürlich Frage des eigenen Geschmacks. Die Heritage kommt in fünf unterschiedlichen Formaten daher, wie immer glaube ich, dass man sich mit der Robusto ein gutes Bild machen kann.   

Praxistest

Zuerst geht es um Haptik und Optik. Die Robusto ist das einzige Format der Linie, das in boxpressed verfügbar ist. Das ist nicht für jeden Aficionado etwas, ich muss aber gestehen, dass ich solche Zigarren zuweilen ganz gerne rauche. Der Zigarrenring der Heritage ist nicht sonderlich aufdringlich, bestenfalls klassisch. Will sagen: Er sticht nicht sonderlich ins Auge, von Kunstwerk kann man keinesfalls sprechen. Die Verarbeitung wiederum ist so, wie ich es mir von einer Zigarre in dieser Preisklasse wünsche und erwarte, hier gibt es nichts zu beanstanden. Das besondere Format sorgt dafür, dass die Zigarre angenehm in der Hand liegt. 

Kommen wir zum ersten Eindruck. Im Kaltgeruch war die Zigarre schon einmal angenehm, Aromen von Leder, Holz und Erde stachen mir in die Nase und deuteten auf den Anteil nicaraguanischer Tabake hin. Wie immer zog ich es vor, die Zigarre anzubohren und nahm dann den Kaltzug. Spannend war hier die Vielfalt, denn die anfänglich erkannten Aromen blieben zwar dominant, mischen sich aber mit Röstaromen und Kaffee, einer Portion Schokolade und ein wenig Nuss. Im Hinblick auf diesen Eindruck versprach es, ein spannender Smoke zu werden. 

Probleme mit der Flammabnahme gab es keine. Schon zu Beginn zeigte sich, dass die Heritage einen angenehme Rauch produziert, der zwar nicht so voluminös ist, wie ich ihn bevorzuge, sich aber auch keinesfalls verstecken muss. Und noch etwas anderes fiel sofort auf: Die Cremigkeit des Rauchs. Die Heritage entpuppte sich als eine regelrechte Sahneschnitte (wenngleich ich schon cremigere Zigarren rauchen durfte). Die Aromen schlugen vom ersten Moment an durch, in etwa genau der Vielfalt, wie ich sie zu Beginn erschmeckt hatte. Im Verlauf der Zigarre gibt es einige Verschiebungen, im Grunde bleibt es aber bei Holz, Leder, Erde, Kaffee und Schokolade. Aber der Hälfte gab es einige Züge mit einem angenehmen, nussigen Aroma.  Schärfe oder Bitterkeit stellte sich bestenfalls im letzten Drittel der Zigarre ein, und auch dort so, dass der Stumpen gut rauchbar blieb. 

Hinsichtlich der Glut lässt sich vermerken, dass ich einige Male korrigieren musste, aber auch hier handelt es sich lediglich um Schönheitsfehler, nicht mehr. besonders gleichmäßig ist der Abbrand nicht, ein geübter Aficioando sollte damit aber kein Problem haben. Die Asche war eher flockig. Ein Nachfeuern der Zigarre im letzten Drittel war leider notwendig. 


Fazit

Handelt es sich um eine gute Zigarre? In jedem Fall. 
Würde ich sie mir erneut in den Humidor legen? Hier bin ich bestenfalls unsicher. Ich kann noch nicht einmal genau benennen, woran es liegt. Vielleicht daran, dass die Zigarre mir nicht spannend genug erschien, vielleicht gibt es auch andere Gründe. Geraucht haben sollte man das gute Stück allerdings schon einmal. 

Wertung: 6/10

Kommentare