Cigars of the week: CLE Corojo | 11/18


Eiora ist unter Aficionados ja nun wahrlich kein unbekannter Name. Nachdem die Familie vor fast zehn Jahren ihre bekannte Marke Camacho an Davidodff/Oettinger veräußerte, freut es umso mehr, dass sie sich nicht vollständig aus der Branche zurückgezogen haben.

Mit der CLE Reihe (die Abkürzung steht für Christian Luiz Eiora) macht man seit 2012 wieder von sich Reden. Grund genug, sich einmal ein besonderes Format anzusehen.


Kerndaten

Hersteller: Eiora
Herstellungsart: Totalmente a mano 
Format: 11/18
Einlage: Honduras
Rauchdauer: 70 Min
Preis: 8,00 € / Stk  (Stand Mai 2017) 


Grundlegendes

Bis 2008 (und damit lange vor meiner Zeit als Zigarrenraucher) hatte Camacho nach allem, was man so hört, einen ausgezeichneten Ruf. Mittlerweile scheiden sich die Geister, sicher ist jedoch, dass die Reihe mit ihrer Neuauflage in sehr buntem Design merklich ins Auge sticht. Manche behaupten sogar, das sei das Beste, was man über die Neuentwicklung sagen kann - aber sei es drum. 

Eiora jedenfalls hat mit dem Verkauf der bekannten Linie nicht aufgehört, Zigarren zu machen und eine der Linien ist eben die CLE, welche in Connecticut und Corojo verfügbar sind. In der letztgenannten Linie werden vier Formate aufgefahren: Eine Corona, eine Robusto, eine Toro und eben die 11/18, welche durch ihr besonders bauchiges Äußeres sehr ins Auge sticht. Wäre es nicht eine grundlegende Empfehlung gewesen, die mich zu dieser Zigarre hätte greifen lassen, spätestens das Format hätte den Ausschlag gegeben. 

Praxistest

Optisch sticht diese Zigarre eben durch ihr bereits genanntes, außergewöhnliches Format hervor. Jedenfalls habe ich keine andere Zigarre in meinem Humidor mit diesen Abmessungen. Aber da ist noch mehr, nämlich der relativ schlichte und dezente Zigarrenring (silber auf schwarz) und das angenehm ölige Deckblatt, welche diese Laubrolle zu einem echten Hingucker machen. Haptisch ist diese Zigarre aufgrund der bauchigen Form ein echtes Erlebnis, sie ist angenehm straff gerollt und erinnert nicht an einen Betonstab. 

Spannend war der Kaltgeruch: Erde, Röstaromen und Holz waren dominant, dies wurde durch den Trockenzug bestätigt, bei dem aber bereits eine hintergründige Süße zu erkennen war. Der Geschmack "haftete" vom ersten Augenblick an am Gaumen, eine schöne Erfahrung, die mir so leider in der letzten Zeit eher selten passiert ist. Der Zugwiderstand war genau so, wie er sein sollte, nach dem Anbohren verhielt sich die Zigarre haargenau so, wie ich es erhofft hatte. 

Zeit, das Feuer sprechen zu lassen. Die 11/18 nahm die Flamme wunderbar auf und bestach vom ersten Moment an mit ihrem Aroma. die Komposition führte zu einem insgesamt recht nussigen Geschmack, den ich in dieser Form bisher noch nicht erlebt hatte. Hin und wieder stach die Süße durch, welche das Gesamterlebnis abrundete. Ab dem zweiten Drittel machte sich hintergründig etwas Pfeffer bemerkbar, die Schärfe wuchs dabei jedoch nicht auf ein solches Level, dass es unangenehm wurde. Neben den bereits im Vorfeld erschnupperten Aromen gab es im weiteren Rauchverlauf dezente Noten von Kaffee, der Rauch erreichte ebenfalls Cremigkeit, die ich mag. 

Im Abbrand war diese Zigarre tadellos, was ich bei dem Format nicht erwartet hätte. Es war kein nadelscharfer Abbrand, aber hier muss jeder selbst entscheiden, wie wichtig ihm dieses Merkmal ist. Die Asche war relativ flockig und hätte ein wenig mehr festigkeit vertragen können. Alles in allem ein mittelkräftiges Raucherlebnis. 

Fazit

Eine schöne Zigarre. Optisch ein echter Hingucker, geschmacklich ein Erlebnis. Auch Preis/Leistung sind hier in meinen Augen mehr als angemessen. Zusammenfassend kann ich also sagen, dass man mit dieser Zigarre nicht viel falsch macht. Die erobert nicht den Thron meiner absoluten Lieblingszigarren, aber sie gehört definitiv zu den besseren Laubrollen, die ich bisher geraucht habe. Für die Zukunft kann es sicher nicht schaden, sich davon einige in den Humidor zu legen.  


Wertung: 8/10

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