Cigars of the week: Chinchalero Torcidos | Gordo


Anfang des Jahres quatschte ich mit einem Aficionado in der Lounge über Tageszigarren - also solche Stumpen, die sich für den täglichen Gebrauch eignen und dabei nicht zu sehr ins Geld schlagen. Damals empfahl mir der Kollege die Chinchalero Torcidos - und ich nutzte den Abend, um der Empfehlung gleich einmal zu folgen.

Dabei stellte sich heraus, dass es sich um keine schlechte Zigarre handelte. Gut genug jedenfalls, um sie hier im Blog vorzustellen.


Kerndaten

Hersteller: Chincalero
Herstellungsart: Totalmente a mano 
Format: Gordo
Einlage: Nicaragua
Rauchdauer: 40 Min
Preis: 3,40 € / Stk  (Stand Mai 2017) 


Grundlegendes

Chincalero ist ein relativ junges Haus: Erst 2002 entstand es unter der Federführung von John Atherton, der vorher bei General Cigar International angestellt war. Die Marke steht in erster Linie für kleine Zigarrenformaten mit Einlagen aus Honduras oder Nicaragua zu einem wirklich guten Preis. tatsächlich bewegt die Manufaktur sich bei ihrer Preisgestaltung nah an den gewohnten Preisen der Bundleware, präsentiert sich aber ganz anders. 

Die Torcidos jedenfalls sind eine Linie aus dem Hause, durch das zweifarbige Deckblatt echte Hingucker. Die Zigarren dieser Linie sind in drei Formaten zu bekommen: Gordo, Petit Corona und Trés Petit Corona. 

Praxistest  

Mit einem  Format von 5x60 liegt die Gordo angenehm in der Hand. nachdem ich einige Zeit lang einen faible für Zigarren mit veritabler länger und großem Ringmaß hatte, sprechen mich aktuell diese Gordo-Formate mehr an. Optisch besticht die Zigarre durch die Verwendung von zwei Deckblättern, einem helleren Connecticut und einem dunkleren Maduro. Die Ähnlichkeit zu den hierzulande heiß begehrten Filthy Hooligan Barberpole von Alec Bradley ist nicht zu leugnen. Die verwendeten Deckblätter jedenfalls sind manchmal sehr ädrig, alles in allem passt dies aber gut zum Charakter der Zigarre. Der Zigarrenring ist sehr schlicht gehalten, allein der goldene Ring darauf wertet ihn etwas auf.

Im Kaltgeruch verströmt die Zigarre Noten von Holz und Kaffee, die in dieser Kombination besser als erwartet wirken. der Trockenzug verstärkt diese Eindrücke und fügt noch einen Hauch Schokolade hinzu. Hinsichtlich der Zugwiderstands kann ich nichts Schlechtes berichten, die Zigarre verhielt sich angebohrt genau so, wie ich es von ihr erwartet habe.

Das Format hat die Flammen gut angenommen und auch die Aromen ließen nicht lange auf sich warten. Diesmal zeigte sich, dass es tatsächlich eine Mischung aus Kaffee, Holz und Schokolade war, wobei manchmal dieser und manchmal jener Aspekt etwas dominanter wurde. Die von mir so favorisierte Cremigkeit, die ich oft bei Zigarren aus Nicaragua mag, vermisste ich hier. Wenn sie vorhanden war, dann nicht in dem Rahmen, wie ich sie mir gewünscht hätte. Das Rauchvolumen war relativ ordentlich, das kleine Format macht schon eine ganze Menge Qualm.

Nachfeuern musste ich diese Zigarre nicht, wohl aber den Abbrand einige Male korrigieren, was meines Erachtens an den zwei verwendeten Deckblättern liegt. Jedenfalls habe ich einen teils spürbaren unterscheid im Abbrand der Deckblätter auch bei der bereits oben erwähnten Zigarre von AB entdeckt. Insgesamt eine eher mittelkräftige Zigarre.

Fazit

Wer kleine Formate mag und gleichzeitig eine Zigarre für einen fairen preis sucht, der ist hier gut beraten. Persönlich hätte ich mir die Nunacen von Schokolade und Creme etwas stärker gewünscht, aber wie immer sind das vor allem persönliche Vorlieben. Hier jedenfalls gibt es eine ordentliche Zigarre, die ich mir jederzeit wieder in den Humidor legen würde. 

Zu Höhenflügen wird sie allerdings nicht anregen und Geschmacksexplosionen bleiben auch aus. Aber das, so glaube ich, ist auch gar nicht das Ziel dieser Zigarre. Falsch macht man hier nichts. ich habe schon teurere Zigarren geraucht, die mir weit weniger Spaß bereitet haben.

Wertung: 6/10

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