Cigars of the week: RoMa Craft CroMagnon Aquitaine | Anthropology (Grand Corona)


Spätestens die Einführung der Wunderlust aus dem Hause RoMa Craft erinnerte mich daran, dass ich schon seit längerem die CroMagnon Aquitaine hier im Blog verewigt sehen wollte. Geraucht habe ich von dieser Zigarre bereits einige Formate, was genau mich davon abgehalten hat, dem guten Stück hier einen Platz einzuräumen, dass weiß ich gar nicht so genau.

Jedenfalls gab es in der letzten Woche ein Tasting der Wunderlust (auch die werde ich in nächster Zeit hier vorstellen) und ich erinnerte mich wieder daran, dass im heimischen Humidor noch eine Anthropology lag. Insofern galt es, dass Osterwochende zu nutzen, zu genießen und in die Tasten zu hauen...


Kerndaten

Hersteller: RoMa Craft Tobaco 
Herstellungsart: Totalmente a mano 
Format:  Grand Corona
Einlage:  Nicaragua
Rauchdauer: 50 Min
Preis: 7,70 € / Stk  (Stand April 2017) 

Grundlegendes

RoMa Craft bringt nun seit einigen Jahren Zigarren auf den Markt, in Deutschland werden sie durch Schuster vertreten. Auf dem oben erwähnten Tasting sagte Skip Martin über seine Zigarren, dass er mit folgender Philosophie an die Herstellung ginge: Er wolle Zigarren machen, die ihm gefallen. Es geht also weniger darum, den Geschmack der Massen zu treffen sondern vielmehr um ein Produkt mit dem er als Verantwortlicher sich identifizieren und hinter dem er stehen kann.  In den Zeiten, in denen es fast täglich neue Auflagen, neue Reihen und neue Zigarren gibt, gefällt mir diese Herangehensweise sehr gut. 

Es war jedenfalls eine helle Freude, Skip dabei zuzuhören, während er über das Zigarrenmachen sprach. Ich hatte bisher das Gefühl, unter den Zigarrenherstellern eine Menge Enthusiasten gefunden zu haben, Leute, die eine ganze Menge Spaß an dem haben, was sie da machen. Skip stellt dabei keine Ausnahme dar, scheint mit allem Herzblut hinter seinen Zigarren zu stehen. Das mag ich sehr. 

Praxistest

Dank ihres Maduro-Deckblatts ist die Aquitaine bereits optisch ein echter Genuss. Das Deckblatt ist satt und kräftig, ein wenig ölig und makellos - eben genau so, wie man es von einer guten Zigarre erwarten sollte. Die Grand Corona liegt gut in der Hand, scheint mir sehr fest gerollt - aber das ist erstmal ja kein Nachteil. Besonders gefallen hat mir der doppelte Zigarrenring, ein Markenzeichen von RoMa Craft. Dabei liegen zwei Banderolen übereinander, nach dem entfernen der ersten hat man also noch eine zweite, welche thematisch zur Zigarre passt. Im Falle der Aquitaine ist es ein weißer Zigarrenring mit silbernem Totenschädel bzw. Höhlenmalereien. Ein sehr cooles Gimmick, das mir bisher bei noch keiner anderen Zigarre untergekommen ist. 

Kommen wir zum Kaltgeruch und Trockenzug. Die Aquitaine verströmt Aromen von Erde, Leder und Süße, was wohl auch dem kräftigen Deckblatt zuzuschreiben ist. Nachdem ich das gute Stück angebohrt hatte, war der Trockenzug an der Reihe. Die Süße schlug sogleich merklich durch, hinzu mischten sich Nuss und ein wenig Creme. Es versprach, ein interessantes Erlebnis zu werden. 

Einmal angezündet, entfalteten sich die Aromen der Aquitaine nahezu augenblicklich. Die zuvor von mir als sehr dominant ausgemachten Aromen aus Leder und Erde traten in den Hintergrund, dafür machte sich eine angenehme Mischung aus Kakao, Süße, Nuss und Creme bemerkbar. Im Hinblick auf das Rauchvolumen hätte diese Zigarre ruhig noch ein bisschen mehr Dampf machen können, andererseits mag ich es ja auch, wenn mein Arbeitszimmer nicht immer gleich vollständig vernebelt wird. In meinen Augen beginnt diese Zigarre relativ mild, steigert sich dann aber im weiteren Rauchverlauf spürbar. Diese Entwicklung ist keinesfalls unangenehm, sie passt in meinen Augen sehr zum Gesamtcharakter.Zwischenzeitlich glaubte ich sogar einige Noten von Karamell erschmecken zu können. Ab dem zweiten Drittel entfaltet sich Schärfe im Zigarrenrauch, dieser rundet die Gesamtkomposition jedoch ab und ist keinesfalls unangenehm. 

Der Abbrand dieser Zigarre verläuft tadellos, lediglich im ersten Drittel war eine leichte Korrektur notwendig. Wenn das einmal behoben wurde, tut die Aquitaine genau das, was sie soll. Ein Nachfeuern war über den gesamten Verlauf nicht notwendig, die Asche tendierte in satte Grautöne und war flockig. 

Fazit

Die Aquitaine ist eine tolle Zigarre mit einem wirklich guten Preis/Leistungsverhältnis. Die Fülle der Aromen ist angenehm und sorgt für einen schönen Genuss. Bekanntlich mag ich Nicaragua sehr und diese Zigarre zeigt mir wieder einmal, warum. Einziges Manko dieser Zigarre ist das Rauchvolumen. Wie weiter oben beschrieben, mag ich Zigarren, die richtig Dampf machen und einen mit Qualm einhüllen. Davon aber abgesehen, handelt es sich hier um eine sehr gut und empfehlenswerte Zigarre. Um das Einlagern einiger Exemplare werde ich nicht herumkommen.

Wertung: 9/10



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