Cigars of the Week: Davidoff Puro d'Oro | Gordito


Irgendwann im letzten Jahr kaufte ich mir bekanntlich diesen Sampler. Und nachdem ich die Special, die Milennium Blend und die Grand Cru durch hatte, lag die letzte Zigarre aus dieser Sammlung etwas einsam in  meinem Humidor.  Kaum, da die Temperaturen über zwanzig Grad stiegen, hieß es also, sich diese Zigarre zur Hand zu nehmen und zu sehen, ob sie sich lohnt.

Denn bekanntlich schaffte es keine Zigarre, mich bisher von der Premium-Marke zu überzeugen. Ob es bei der Puro d'Oro anders war? Man darf gespannt sein...


Kerndaten

Hersteller: Davidoff
Herstellungsart: Totalmente a mano 
Format: Short Robusto
Einlage: Dominikanische Republik
Rauchdauer: 40 Min
Preis: 14,60 € / Stk  (Stand April 2017)  AUSVERKAUFT


Grundlegendes

Davidoff ist ja immer so eine Sache: Von den einen zur Krönung der Zigarren erhoben, von den anderen verschrien. Die Lager sind gespalten, doch man muss zu Gute halten, dass es sich um einen Hersteller mit einer langen Tradition handelt. Die Zigarren kommen andererseits jedoch mit Preisen daher, bei denen man sich gerne mal die Frage stellt, mit welchem Recht ein Produkt so bewertet wird. 

Für diejenigen, die Zigarrenrauchen mit absoluten Luxus verbinden, ist Davidoff wohl die richtige Adresse. Es ist daher auch kein Wunder, dass der Hersteller in Deutschland die zweit teuerste Zigarre auf dem Markt hat (Schlappe 400 Euro - und nur geschlagen von einer dreimal so teuren Zigarre aus dem Hause Gurkha) . Ob man das nun braucht, sei jedem selbst überlassen. Persönlich bin ich bisher immer in geringeren Preissegmenten fündig geworden. 

Aber es ist wie es ist: Die Reputation dieser Zigarre sorgt dafür, dass wahrscheinlich jeder Aficionado früher oder später über sie stolpert, sich über den Preis wundert, auf den richtigen Moment wartet und nach dem Rauchen sinnierend zurückbleibt. War diese Zigarre nun ihr Geld wert oder nicht? Gut, dass man über Geschmack so vortrefflich streiten kann... 

Praxistest

Bei einem kann man sich sicher sein: Die Zigarren der Marke Davidoff sind eigentlich immer erstklassig verarbeitet. Nichts anderes erwartet man aber auch, wenn man für eine Short Robusto soviel Geld wie für zwei oder drei andere Zigarren auf den Tisch legt. Insofern gibt es über die Puro d'Oro nichts schlechtes zu berichten - es handelt sich um eine handwerklich erstklassig verarbeitete Zigarre mit einem angenehm dunklen, zuweilen öligen Deckblatt. Der doppelte Zigarrenring in Gold macht dieses Stück zu einem Hingucker und sorgt für ein edles, dem Preis und der Marke angemessenes, Aussehen.

Die Trockenaromen versprachen mehr, als ich von der Dominikanischen Republik gewohnt war. Kräftige Röstaromen und Kaffee lagen mir in der Nase. Der Kaltzug bestätigte diese Eindrücke, hinzu kam ein markant ledriger Zug. Erneut eine Mischung, die ich in dieser Form von Laubrollen aus der Dominkanischen Republik nicht gewohnt war, Im Zugwiderstand gab es nichts zu bemängeln, das "Zöpfchen" am Ende habe ich geschnitten, danach habe ich den Bohrer angesetzt. 

Die Puro d'Oro nahm die Flammen wunderbar auf und überzeugte vom ersten Moment an mit einer ganzen Menge Rauch. Schnell schlugen wunderbare Mischungen aus Kaffee, Schokolade und Röstaromen durch, immer wieder kam ein wenig Süße zum Vorschein. Manchmal schaffte es der Rauch auch, ein wenig cremig zu werden, das war aber eher die Ausnahme. Die Aromen spielten gut zusammen, zum Ende wurde das, was die vollmundige Beschreibung als "Gewürz" klassifizierte (von mir aber nur als Pfeffer geschmeckt wurde) immer kräftiger und dann unangenehm stark. Warum Davidoff diese Zigarre als stark klassifiziert, ist mir ein Rätsel, ich würde es eher für eine mittelkräftige halten. 

Im Hinblick auf den Abbrand habe ich bei den anderen Davidoff-Zigarren schon bessere Ergebnisse erlebt. Er war nicht zwangsläufig schief, aber auch nicht so nadelscharf, wie erwartet. Die Asche war instabil und flockig, eher hell. Nachfeuern musste ich nicht. 

Fazit

Eine gute Zigarre? Jedenfalls keine, mit der man die Leute in die Flucht schlägt. Doch ich bleibe dabei: Im Hinblick auf das Preis/Leistungsverhältnis schafft es Davidoff erneut nicht, mich zu überzeugen. Die Puro d'Oro hat zuwenig Charakter, um mir positiv im Gedächtnis zu bleiben und ich erkenne keinen Grund, warum diese Zigarre gast fünfzehn Euro wert sein sollte. Die Wahrheit ist, dass ich sie mir ohne den Sampler wahrscheinlich nie in den Humidor gelegt hätte. 

Damit bleibe ich bei der Fraktion, die Davidoff nichts abgewinnen kann - aber der nächste sieht das wahrscheinlich wieder ganz anders. Am Ende kommt es immer darauf an, dass man das raucht, was einem Spaß macht. Und diese Zigarre machte mir keinen Spaß. 

Wertung: 5/10 

Kommentare