Cigars of the week: Leonel L-Series | Corona


Zigarren aus dem Schwarzwald? Gibt es. Ich präsentiere die Leonel-Zigarren, wobei man der Ehrlichkeit halber sagen muss, dass der Importeur in Villingen-Schwenigen im Schwarzwald sitzt, die Zigarren sind mittelamerikanische Produktionen.

Aber das tut allem kein Abbruch. Mir sind sie vor allem durch ihren fairen Preis aufgefallen und so kam es, dass eine Corona der L-Serie Anfang des Jahres 2017 in meinen Humidor wanderte. Nun hatte ich endlich Zeit, sie einmal zu probieren. Ob der faire Preis auch für Genuss steht? Schauen wir mal...


Kerndaten

Hersteller: Leonel
Herstellungsart: Totalmente a mano 
Format: Corona
Einlage: Dominikanische Republik 
Rauchdauer: 60 Min
Preis: 4,50 € / Stk  (Stand Januar 2017)  

Grundlegendes

Mir fällt auf, dass ich immer wieder bei der Dominikanischen Republik lande, gleichwohl ich auf der anderen Seite behaupte, dass dieses Herkunftsland nichts für mich ist. Schaut man ins Detail, dann ergibt sich ein ganz anderes Bild: Die Dominikanische Republik weist einige sehr schöne Zigarren auf, ich habe wohl nur den Fehler gemacht, bisher die schwarzen Schafe erwischt zu haben. Gerade bei den Verkostungen der letzten Wochen muss ich gestehen, dass sich mein Eindruck über Zigarren aus dieser Ecke der Welt teils vollständig geändert hat. 

Und so hatte ich also auch keine Bedenken, bei der Leonel zuzugreifen. Sollte ich mich geirrt haben. wäre es wohl nicht so schlimm, denn der Preis ist zu verkraften. 

Praxistest

Im Hinblick auf den aufgerufenen Preis weiß die Leonel schon einmal zu überzeugen: Optisch wie auch haptisch handelt es sich um eine schöne Zigarre, das Connecticut-Shade Deckblatt kommt fehlerfrei und mit strukturierten Blattadern daher. Die Zigarre schein mir etwas zu fest gerollt, aber es ist wie immer: Das sagt im Grunde gar nicht aus. Der Zigarrenring ist zweckmäßig - nicht wirklich ein echter Hingucker aber auf der anderen Seite auch kein hässliches Entlein. In der Masse jedenfalls würde dieser Zigarrenring für mich untergehen. 

Kommen wir zum Trockenaroma, dem Zugwiderstand und dem Kaltzug. Wie zu erwarten war, bestach diese Zigarre mit den für die Dominkanische Republik so bekannten Aromen aus Holz, Creme und ein wenig Süße. Der Zugwiderstand war (angebohrt) nahe am Optimum, der Kaltzug verstärkte meinen Ersteindruck dieser Zigarre. 

Einmal angezündet war es an der Zeit, dass die Corona zeigen musste, was sie drauf hatte. Die Zigarre nahm die Flamme gut auf, die im Vorfeld erschmeckten Aromen zeigten sich nun deutlicher. Der Rauch wies zuweilen Cremigkeit auf, reichte aber nicht an meine Favoriten aus Nicaragua heran. Die holzigen Noten waren zu Beginn eher hintergründig, entfalteten sich dann aber mit der Zeit. Die Rauchentwicklung dieser Zigarre war annehmbar, ich hätte mir nur etwas mehr Volumen gewünscht. Immer wieder "kippte" der Rauch in eine leicht scharfe, wenn auch untergründige Note, die sich bis zum Ende der Corona hielt. Unangenehm war das zu keinem Zeitpunkt. Im Hinblick auf die Stärke würde ich die Leonel dieser Serie als leichte Zigarre einordnen. 

Überrascht hat diese Zigarre mich im Abbrand, denn der ist angenehm gleichmäßig. Davon könnten sich einige andere Hersteller einmal eine Scheibe abschneiden. Die Asche war locker und flockig, lag farblich im hellgrauen Spektrum. Ein Nachfeuern war über den gesamten Zeitraum nicht notwendig. 


Fazit

Die Leonel ist eine schöne Zigarre, die sich in erster Line an Einsteiger wendet oder eben an jene Aficionados, die es eher ruhig angehen lassen wollen. Es ist keine Aromabombe und wer Komplexität erwartet, der wird sicher enttäuscht werden. Für den Preis jedoch ist es eine empfehlenswerte Zigarre, die man einmal dazwischen schieben kann. 

Empfehlen kann ich sie also, einen Stammplatz in meinem Humidor wird sie nicht erhalten - denn dazu trifft sie einfach zu wenig meinen Geschmack und bleibt nicht lange genug prägnant auf der Zunge. 

Wertung: 6/10

Kommentare