Cigars of the week: Black Pedro by Felipe Gregorio | Toro


Bei vielen der Zigarren, die in meinem Humidor liegen, kann ich sehr genau sagen, warum ich seinerzeit beim Händler des Vertrauens zugeschlagen und sie gekauft habe. Aber eben nicht bei allen. Ein solcher Fall ist die Zigarre, um die es heute geht: die Black Pedro.

Weder Name, noch Bauchbinde noch Optik oder Haptik sprechen mich wirklich an - wie zum Teufel hat es diese Zigarre also geschafft, in meinen Vorrat zu kommen? Möglicherweise ist es ein Rätsel, dass ich niemals so ganz lösen werde. Aber das macht ja nichts, testen kann man das Ding ja, wenn es schon hier ist.


Kerndaten

Hersteller: Felipe Gregorio
Herstellungsart: Totalmente a mano 
Format: Toro
Einlage: Brasilien, Dominikanische Republik, Nicaragua 
Rauchdauer: 100 Min
Preis: 7,40 € / Stk  (Stand Januar 2017) 

Grundlegendes

Wer ist eigentlich dieser Felipe Gregorio? Muss ich den Namen wirklich gehört haben? Ich bin ehrlich: Bis zu dieser Zigarre hatte ich das nicht. Nun bin ich noch nicht so lange unter den passionierten Zigarrenrauchern und kann sicher nicht jeden namen gleich zuordnen - weswegen ich mich dazu entschied, mal ein bisschen zu recherchieren. 

Gregorio ist seit 1988 im Geschäft und es scheint so ein bisschen wie die Geschichte "vom Tellerwäscher zum Millionär zu sein": zuerst arbeitete er bei Don Jorge Buesos und schaffte es dann, seine eigenen Zigarren auf den Markt zu bringen, die in Deutschland durch Schuster importiert werden. Nun ist Schuster im Hinblick auf Zigarren ja doch ein Name und vielleicht sogar ein Hinweis darauf, dass es sich bei dieser Toro um eine schöne Zigarre handelt. Meine Neugierde war jedenfalls geweckt. 

Praxistest

Der Zigarrenring der Black Pedro gibt den offensichtlichen Hinweis: Dort steht "Vintage Maduro". Aber selbst ohne diesen Hinweis wird offensichtlich, dass es sich bei dieser Zigarre um eine Variante mit dem begehrten, teils beliebten, Deckblatt handelt. Der silberne Zigarrenring an sich sticht ein wenig hervor, passt jedenfalls gut zur kräftigen Farbe des Deckblatts. Optisch handelt es sich um eine ordentlich verarbeitete Zigarre, sie fällt dadurch auf, dass sie bei einer ersten haptischen prüfung sehr fest, beinahe knüppelhart, daherkommt. 

Den Kaltgeruch der Black Pedro empfand ich als unspektakulär. Angesichts der Einlagenmischung wusste ich nicht, auf was ich mich einlassen konnte und glaubte Aromen aus Pfeffer und Holz zu erkennen. Der Trockenzug bestätigte dies, mischte aber noch Noten von Kaffee und Gras hinzu, durchsetzt mit einigen Röstaromen. Angenehm überrascht war ich vom Zugwiderstand, den ich (angebohrt) als wirklich optimal empfand. 

Die Flammen wurden von dieser Zigarre wirklich ordentlich aufgenommen und so konnte ich mich schnell an das Rauchen machen. Die Black Pedro besticht mit jenen Aromen, die sich bereits im Vorfeld erahnen lassen: Pfeffer, Holz und Gras. Immer wieder schaffen es die Noten aus Kaffee und Röstaromen, durchzuschlagen, setzten sich aber niemals dominant durch.  Ab dem zweiten Drittel glaube ich einen leicht fruchtigen Hauch erschmecken zu können, vielleicht sogar aus dem bereich Kirsche. Bevor ich das jedoch genau einschätzen konnte, war diese Note wieder verschwunden. Im Hinblick auf das Rauchvolumen war die Entwicklung dieser Zigarre respektabel aber nicht außergewöhnlich. Zu bemängeln habe ich in jedem Fall die mangelnde Cremigkeit der Black Pedro. 

Im Abbrand wusste diese Zigarre dann wieder zu überzeugen: Der Aschering war gleichmäßig, eine Korrektur war lediglich ein einziges mal notwendig. Die Asche tendiert eher in Richtung der Grautöne, war relativ fest und kompakt. Die Zigarre hat die Glut jedenfalls durchgängig gehalten, ein nachfeuern war nicht notwendig. 

Fazit

Auch nach Abschluss des Tests weiß ich immer noch nicht, was mir diese Zigarre in den Humidor spülte. Sie gehört jedenfalls nicht in mein reguläres Beuteschema. Aber das ist kein Beinbruch, denn es handelt sich keinesfalls um eine schlechte Zigarre - nur eben nicht um eine, die ich normalerweise rauchen würde. 

Ich kann mir gut vorstellen, dass es dort draußen Aficionados gibt, die vollkommen zufrieden mit dieser Zigarre sind und ich glaube auch zu verstehen, warum der Importeur Schuster sie nach Deutschland geholt hat. Für Aficionados, die einmal etwas kräftigeres abseits der ausgetretenen Pfade probieren möchten, ist diese Zigarre sicher einen Blick wert. 


Wertung: 6/10

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