Cigars of the week: Alec Bradley Sanctum | Robusto


Und mal wieder Alec Bradley. Ich hatte es ja angekündigt: Ich habe vor mich durch das gesamte verfügbare Sortiment probieren. heute dann also die "Heilige".

Ob Alec Bradley auch in diesem Fall die hohen Erwartungen erfüllen kann? Man darf gespannt sein. Bisher gab es ja noch keinen Totalausfall bei den Zigarren aus diesem Hause. Ich gehe also frohen Mutes in diesen Test.


Kerndaten

Hersteller: Alec Bradley
Herstellungsart: Totalmente a mano 
Format: Robusto
Einlage: Kolumbien, Honduras, Nicaragua
Rauchdauer: 70 Min
Preis: 7,90 € / Stk  (Stand Januar 2017) 

Grundlegendes

Was gäbe es zu Alec Bradley zu sagen, was ich nicht schon in anderen Postings erwähnt hätte? Sicher ist, dass man diesen Hersteller im Jahre 2017 eigentlich keinem mehr vorstellen muss. Die meisten Aficionados haben schon einmal von ihm gehört, was nicht zuletzt dem Exklusivimporteur Wolfertz zu verdanken ist. 

Ab ist im Hinblick auf viele andere Traditionshäuser mit etwas mehr als zwanzig Jahren geschichte relativ jung, hat aber wohl eine Größe erreicht, bei der man einfach sagen muss: Respekt. Innerhalb kurzer Zeit hat Alec Bradley sich ein ordentliches Standing erarbeitet und ist aus der Szene kaum noch wegzudenken.

Praxistest

Wie immer beginne ich mit der Optik und der Haptik. Wie so oft weiß Alec Bradley hier vom ersten Moment an zu überzeugen. Die Zigarre an sich ist ein formvollendetes Kunstwerk ohne Schäden oder Produktionsfehler. Was mir aber, im Vergleich mit anderen Zigarren aus diesem Hause, diesmal eher negativ ins Auge gestochen ist war der Zigarrenring Das Papier wirkt billig und ist kaum mit den sonst so hochwertigen Ringen von AB zu vergleichen. Der schwarze Rand des Zigarrenrings lässt eher vermuten, dass man hier das Schneiden vergessen hat. Mittlerweile weiß ich, dass dem nicht so ist, sondern eben eine bewusste Entscheidung. Kann man machen, fiel mir aber sofort als unpassend auf. Das alles hat auf den Geschmack einer Zigarre freilich wenig Einfluss, sollte aber erwähnt werden. 

Im Trockenaroma schmeckte ich Creme und Süße in einer Intensität, die ich nicht erwartet hätte. Der Kaltzug (wie immer war die Zigarre angebohrt) bestätigte diese Eindrücke noch einmal, wobei die ersten Aromen von Nuss zu erkennen waren. Den Zugwiderstand empfand ich als optimal.

Die Robusto nahm die Flammen gut auf und schon bei den ersten Zügen deutete sich an, dass die Sanctum eine Geschmacksbombe werden würde. Zu den schon beim Kaltzug erschmeckten Aromen gesellten sich untergründig noch Noten von Holz und Leder, die Komposition war für mich vom ersten Moment an rund. Hervorheben möchte ich einerseits das Rauchvolumen, andererseits auch die Cremigkeit der Zigarre. Die Einlagenkombination aus drei Tabaken wirkt hier echte Wunder. Die Sanctum ist in meinen Augen eher mild bis mittelkräftig.

Die Glut hielt sich über die gesamte Länge der Zigarre, sodass ein Nachfeuern nicht notwendig war. Eine Korrektur war im ersten und zweiten Drittel der Robusto durchaus notwendig, von einem echten Schiefbrand würde ich aber keinesfalls sprechen wollen.

Fazit

Eine sehr leckere Zigarre und ein weiterer Beweis dafür, dass die Jungs und Mädels von AB verstehen, wie es gemacht wird. Mit Hinblick auf das Preis/Leistunsgverhältnis gibt es bei der Sanctum nichts zu meckern. Sie liefert und beschert dem Aficionado eine wirklich gute Zeit. Ich muss einmal sehen, wo ich noch Platz in meinem Humidor schaffen kann, denn eigentlich hat es die Sanctum verdient, dass man immer eine oder zwei davon auf Vorrat hat. 


Wertung: 8/10 

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