Cigars of the week: Alec Bradley Raices | Robusto


Und weiter geht es mit Alec Bradley.  Während andere Linien des Herstellers mir irgendwie immer ein Begriff waren - konnte ich sie doch bei dem einen oder anderen Händler im Regal sehen - war es bei den Raices ganz anders. Es mag an meinen Händlern liegen, aber ich habe sie bisher nur online gefunden, nämlich dort, wo man jede Zigarre bekommt: Bei cigarworld.

Wie bereits bei anderen Gelegenheiten geschrieben: Um mir einen Eindruck von Alec Bradley und den Linien des Herstellers zu verschaffen, legte ich mir einfach aus jeder Serie eine Zigarre zu. Heute ist die Raices dran. Und ich bin gespannt.

Kerndaten


Hersteller: Alec Bradley
Herstellungsart: Totalemente a mano 
Format: Robusto
Einlage: Honduras, Nicaragua
Rauchdauer: 60 Min
Preis: 8,50€ / Stk  (Stand Januar 2017) 



Grundlegendes

In den USA bietet Alec Bradley diese Zigarren unter dem Namen Raices Cubanes an, was kein Hinweis auf die Einlage sondern auf Romay Endemaño ist. Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Die Familie von Romay Endemaño stammt von Kuba, betreibt jetzt aber eine Manufaktur in Danli, Honduras. Alec Bradley bezieht übrigens nicht nur die Raices aus dieser Quelle sondern auch die Family Blend und die Mundial.  

Im Grunde scheint das schon einmal zu versprechen, dass man mit dieser Zigarre nicht so viel falsch machen kann. Aber wie immer: Man sollte sich nicht nur auf einen guten Namen verlassen sondern sich selbst ein Bild machen. 

Praxistest

Alec Bradley (oder vielmehr die Manufakturen, welche für Alec Bradley Zigarren herstellen) verstehen durchweg etwas von ihrem Handwerk. Ich hatte - aus dem optischen wie auch haptischen Blickwinkel - bei diesem Hersteller noch keinen Totalausfall. Die Raices schließt sich dabei an, es handelt sich um eine erstklassig verarbeitete Zigarre, die wunderbar in der Hand liegt. fehler im Deckblatt waren für mich nicht erkennbar. Was den Zigarrenring angeht, so bekommt man, was man bei diesem Hersteller gewohnt ist: Ein kleines Kunstwerk voller Details. Zugegeben ist es nicht unbedingt der schönste Zigarrenring, den Alec Bradley so auf seinen Zigarren hat, aber er strahlt andererseits auch genug aus, um aus der Masse zu stechen. 

Das Trockenaroma der Zigarre war eine kleine Enttäuschung, denn tatsächlich erschien mir die Robusto sehr unspektakulär, wenig besonders, wenig prägnant. Es war nicht so, dass sie geruchlos gewesen wäre, aber tatsächlich bin ich ganz andere Ersteindrücke von diesem Hersteller gewohnt. Der Kaltzug brachte dann erste Aromen von Pfeffer, Erde und Creme. Beim Zugwiderstand gab es dann überhaupt nichts zu beanstanden, er war optimal. 

Einmal angezündet hieß es für die Raices, zu zeigen, was in ihr steckte. Schnell zeigte sich, dass ich mit den Aromen des Kaltzugs völlig richtig gelegen hatte. Vom ersten Moment an war der Pfeffer spürbar, nahm aber keine unangenehme Überhand (wie beispielsweise bei der Beast). Der Rauch besaß gleich ein wenig Creme, dieser schaffte es aber nicht, sich im weiteren Verlauf durchzusetzen. Vorhanden waren auch die erdigen Noten, ab dem zweiten Drittel der Zigarre mischte sich eine angenehme Süße in die Aromen und trug sehr zur Ehrenrettung dieser Zigarre bei. Alles in allem handelt es sich um ein bestenfalls mittelkräftiges Raucherlebnis. Dem Rauch fehlte es für meinen Geschmack ein wenig an Volumen.  

Was den Abbrand angeht, so kann ich nichts negatives berichten. Sicher, es gab keinen nadelfeinen Aschering, aber den habe ich bei Alec Bradley auch nie erwartet. Schiefbrand konnte ich jedenfalls nicht beklagen und auch ein Nachfeuern war über den gesamten Verlauf dieser Zigarre nicht notwendig. Die Asche war eher flockig und locker, farblich in der Tendenz zu Grau. 

Fazit

Alec Bradley hat es bisher nicht geschafft, eine Zigarre anzubieten, bei der ich enttäuscht gewesen wäre. Aber das bedeutet nicht, dass es gute und weniger gute Zigarren im Portfolio des Herstellers gibt. Die Raices ist keine schlechte Zigarre aber verglichen mit den anderen Kreationen des Herstellers ist dies wohl die Zigarre, die mich bisher am wenigsten erreichen konnte. 

Sie bleibt wenig im Gedächtnis, ist wenig cremig und tut das, was sie soll - aber das reicht nicht aus, um aus den Kreationen von Alec Bradley hervorzustechen. Mich jedenfalls konnte diese Zigarre nicht überzeugen. Es war schön, sie einmal probiert zu haben, in den Humidor würde ich sie mir jedoch nicht noch einmal legen wollen. 


Wertung: 4/10


     

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