Cigars of the Week: Alec Bradley Prensado | Robusto


Alec Bradley - Fanboy? Ich? Ja. Schuldig im Sinne der Anklage. Deshalb habe ich mir Anfang 2017 einmal von jeder Reihe aus dem Portfolio der Amerikaner eine Robusto gekauft, sie eingelagert - und mache mich jetzt langsam daran, sie allesamt zu rauchen und zu testen.

Ich kann mir nicht helfen: Mit diesen Zigarren bin ich bisher einfach nicht auf die Schnauze geflogen, das Raucherlebnis war immer exquisit - und man versteht es eben, die Zigarren zu echten Hinguckern zu machen. So auch bei der heutigen Zigarre.



Kerndaten

Hersteller: Alec Bradley
Herstellungsart: Totalmente a mano 
Format: Robusto
Einlage: Honduras, Kuba
Rauchdauer: 60 Min
Preis: 7,50 € / Stk  (Stand Januar 2017) 


Grundlegendes

Warum man diese Zigarre einfach einmal probieren sollte? Weil sie 2011 zur besten Zigarre des Jahres gekürt wurde. Mit 96 von 100 Punkten konnte die Prensado sich durchsetzen. Und auch wenn man die Empfehlungen von Fachleuten immer mit Vorsicht genießen sollte, macht man in diesem fall schon allein wegen des Preises keine großen Fehler. 

Was also hat die Jury dazu gebracht, diese Zigarre derartig zu bewerten? Ich war gespannt. 

Praxistest

Eines ist klar: Im Hinblick auf Optik und Haptik macht man den Leuten bei Alec Bradley wenig vor. Jede einzelne Zigarre ist eine echte Schönheit, wenn nicht sogar ein Kunstwerk. Bei der Prensado gilt das gleich in mehrerer Hinsicht, denn das Deckblatt ist nicht nur satt, kräftig und makellos, die Zigarre kommt boxpressed daher. Sie hat einen abgerundeten Kopf und wird vom ersten Moment an zu einem echten Hingucker im heimischen Humidor. 

Das Trockenaroma besticht bereits mit einer Mischung aus Kaffee, Schokolade und Röstaromen. Bereits hier, spätestens aber beim nahezu optimalen Trockenzug wird deutlich, dass es sich um eine -  für Alec Bradley - relativ kräftige Zigarre handelt. 

Dies bestätigt sich nach dem Anfeuern: Kaffee, Schokolade und Röstaromen sind klar vorhanden. Die Rauchentwicklung ist passabel, im Hinblick auf das Volumen bin ich aber besseres von Alec Bradley gewohnt. Spannend war, dass sich nach einigen Zügen eine zuweilen fruchtige Note einstellte, die zumindest das erste Drittel der Zigarre über vorhanden blieb. Im weiteren Verlauf verabschiedete sich diese Note und wurde durch hintergründigen Pfeffer ersetzt. Dieses Aroma war niemals prägnant oder störend, fügte sich vielmehr gut in die vorhandene Komposition ein. 

Was den Abbrand angeht, so krankt die Prensado an jenen Problemen, die beinah typisch für all die ausgefallenen Formate aus dem hause Alec Bradley sind. Eine Korrektur war immer wieder notwendig, der Schiefbrand tritt immer wieder auf. Auch ist mir die Zigarre trotz normalen Rauchverhaltens ausgegangen, sodass ich nachfeuern musste. 

Fazit

Die wichtige Frage ist ja: Kann ich die Bestnoten verstehen, welche der Prensado 2011 gegeben wurden? Wenn ich mit dem vergleiche, was ich von Alec Bradley mittlerweile gewohnt bin, muss ich deutlich sagen: Ich kann es nicht nachvollziehen. Das soll nicht heißen, dass es sich bei der Prensado um eine schlechte Zigarre handelt - aber sie überzeugt mich eben nicht. 

Dabei hat sie alles, was es eigentlich braucht, krankt aber im Hinblick auf das Rauchvolumen und die Cremigkeit. Ein oder zwei davon würde ich mir jedoch immer wieder in den Humidor legen. 


Wertung: 6/10

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