Cigars of the week: Playboy | Robusto


Merchandise. Zahlreiche Hersteller egal welcher Produkte setzen sich mit diesem Thema auseinander und kommen früher oder später zu dem Schluss, dass man auch mit Produkten abseits der Kernkompetenzen für sich Werbung machen kann. Manchmal kommen dabei sehr interessante Endergebnisse heraus, manchmal passt das Merchandiseprodukt auch irgendwie zum Lebensstil, der da vermittelt werden soll.

So oder so ähnlich war es wohl auch beim Playboy. Das Männermagazin ist Ausdruck eines ganz bestimmten Lebensstils und irgendwie passen Zigarren in dieses Bild. Warum also nicht gleich Nägel mit Köpfen machen und gleich eine eigene Zigarrenmarke herausgeben? Die Frage bleibt: Handelt es sich dabei um reines Marketing oder hält die Linie am Ende sogar rauchbare Zigarren bereit?


Kerndaten

Hersteller: Playboy
Herstellungsart: Totalmente a mano 
Format: Robusto
Einlage: Dominikanische Republik, Nicaragua, Peru
Rauchdauer: 60 Min
Preis: 8,00 € / Stk  (Stand Januar 2017) 

Grundlegendes

Ich würde lügen, wenn ich behauptete, ich sei völlig immun gegenüber Merchandise. Wahrscheinlich geht es mir wie den meisten anderen menschen auch: Irgendwie und irgendwann schafft eine Werbung es, mich zu "knacken" und bevor ich überhaupt realisiert habe, was gerade passiert, ist das Produkt in meine Tasche gewandert. 

Genau so ist es mir mit dieser Zigarre passiert. Keine Empfehlung eines Händlers, kein Artikel in irgendeinem Magazin lotste mich zu diesen Zigarren. Vielmehr probierte ich Anfang 2017 mal alle nennenswerten Zigarrenländen in Dortmund aus und fand eben jene Zigarren in einem der Klimaräume. Ohne etwas über die Herkunft der Robusto zu wissen, schlug ich also zu, lagerte die Zigarre nun einige Zeit im Humidor - und machte mich jetzt daran, sie zu probieren. Besondere Erwartungen hatte ich nicht. Und ich war gespannt, zu welchem Urteil ich kommen würde. 

Praxistest

Optisch ist diese Zigarre wenig spektakulär: Es handelt sich eben um eine Robusto mit Connecticut-Deckblatt. Der Decker war dabei nicht einmal sonderlich fein (so wie man es von Zigarren in dieser Preisklasse erwarten würde) und wies in meinem Fall kleinere Fehler auf. Diese waren zwar nur optischer Natur, doch bei dem aufgerufenen Preis der Zigarre hätte ich mehr erwartet. Haptisch erwis sich die Zigarre aus dem Hause Playboy als relativ fest gerollt. Der Zigarrenring ist durch seine klare. zweifarbige Gestaltung und das bekannte Emblem der Marke ein stilechter Hingucker, die Kombination aus Silber auf Schwarz wusste mir zu gefallen. 

Die Zigarren dieser Marke weisen eine spannende Mischung auf, bestehen sie doch aus drei Tabaken. Das allein ist nicht so besonders, Peru als Herkunftsland eines Teils der Mischung jedoch fällt dann hingegen schon auf. Ich war also auf das Trockenaroma gespannt, wurde aber enttäuscht: Die Robusto erschien mir fad und farblos. Ein Trockenzug schien das zu bestätigen. Zwar konnte ich jetzt ganz deutlich Aromen aus Holz, Leder und Kräutern ausmachen, alles in allem hatte ich aber bestenfalls einen schwachen Eindruck. Der Zugwiderstand erschien mir für eine Robusto besonders hoch, weshalb ich die Zigarre mit zwei Löchern anbohrte. Gelöst hat es das Problem jedoch nur bedingt. 

Einmal angezündet, bestätigte sich mein Eindruck: Die Robusto hatte Aromen von Holz, Leder und Pfeffer. Gerade zu beginn war der Rauch ungewöhnlich scharf und ich hatte schon die Befürchtung, hier eine eher unangenehme Zigarre erwischt zu haben. Glücklicherweise verflüchtigte der Pfeffer sich binnen des ersten Drittels, machte süßlich-süffigen Noten und einem relativ angenehmen Kräuteraroma Platz. Der rauch entwickelte sogar ein wenig Cremigkeit, wenngleich weit entfernt von dem, was ich als besonders angenehm empfinde. Auch im Hinblick auf das Rauchvolumen bleibt festzuhalten, dass die Playboy ein eher durchschnittliches Ergebnis liefert. Alles in allem ist das Raucherlebnis eher leicht bis maximal mild.   

Im Hinblick auf das Abbrandverhalten wusste die Robusto zu überzeugen. Der war nämlich bemerkenswert gleichmäßig (wenn auch nicht nadelscharf), die Asche relativ fest und hell. Ein Nachfeuern war über den gesamten verlauf der Zigarre nicht notwendig. 

Fazit

Ich habe schon schlechtere Zigarren geraucht. Ich habe schon bessere Zigarren geraucht. Will sagen: Die Playboy hatte für mich keinerlei herausragende Eigenschaften. Mit dem Namen verbindet man vielleicht eine ganze Menge, die Zigarren, die man hier geboten bekommt, sind - im Hinblick auf den Geschmack und das Raucherlebnis - allenfalls Durchschnitt. Zieht man das mit dem relativ hohen Preis dieser Zigarre zusammen, kommt man zum Schluss, dass man hier vor allem eins tut: einen teuren Namen bezahlen. 

Es ist deutlich: Noch einmal würde ich mir diese Zigarre nicht in den Humidor legen. Sie war nett, um sie einmal zu probieren, doch in dieser Preisklasse gibt es weit bessere Zigarren. Daher keine Empfehlung. 


Wertung: 5/10  

 

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