Cigars of the week: Cohiba Siglo | Siglo I


Redet man von "guten Zigarren" dauert es nicht lange, bis irgendwer schon automatisch Cohiba in den Raum wirft. Ja, diese Zigarren haben einen Ruf, sind sie doch eng mit Cuba einerseits, vor allem aber mit Fidel Castro verbunden.

Im Hinblick auf die Zigarrenraucher scheint sich die Gemeinde in zwei Lager aufzuteilen: Die Leute, die Cuba für das Nonplusultra  halten - und jene, die anderer Meinung sind. Ich selbst habe meine Lieblingszigarren in Nicaragua gefunden, aber das heißt ja nicht. Denn irgendwie ist es Ehrensache, sich auch einmal eine Cohiba vorzunehmen, wenn man schon über Zigarren blogt, oder?


Kerndaten

Hersteller: Cohiba
Herstellungsart: Totalmente a mano 
Format: Siglo I (Perla)
Einlage: Kuba
Rauchdauer: 25 Min
Preis: 10,30 € / Stk  (Stand Januar 2017) 

Grundlegendes

Eins ist klar: Wer Cohiba rauchen will, dem muss klar sein, was diese Zigarren kosten. Gerade für den Aficionado mit kleinem oder mittlerem Budget sind die aufgerufenen Preise für die kubanischen Zigarren sicher ein Schock. Kein Wunder, dass es sich bei diesen Zigarren um jene handelt, die am häufigsten gefälscht werden. Also immer schön die Augen auf, wenn es eine Cohiba sein soll. Verlasst euch beim Kauf besser auf den Fachhändler als auf irgendwelche ominösen Angebote im Internet. 

Ob diese Zigarren ihr Geld wert sind, darüber muss jeder selbst entscheiden. Sicher ist, dass ein Großteil des Preises der Marke geschuldet ist - auch wenn echte Kuba-Fans mich für diesen Ausspruch gerne in der Luft zerreißen. 

Praxistest

Abgesehen von den Zigarillos (die streng genommen eine eigene Unterart bilden) ist die Siglo I das kleinste Format, dass einem von Cohiba angeboten wird. Optisch wie haptisch erhält man an dieser Stelle ein echtes Spitzenprodukt - aber mit etwas anderem dürfte man sich bei diesem Preis auch nicht zufrieden geben. Das Deckblatt ist so gleichmäßig, wie es sein sollte, die Verarbeitung weist keine Mängel auf. Die Zigarre scheint optimal gerollt, ist weder zu weich noch zu fest. 

Das Trockenaroma war für mich so, wie ich es erwartet habe: Leder, Holz und Erde. Einmal angebohrt bestätigte sich dieser Eindruck im Trockenzug der Zigarre, wobei ein wenig hintergründige Creme zu schmecken war. Der Zugwiderstand war optimal, etwas anderes hätte ich bei dem kleinen Format und der Traditionsmarke auch nicht durchgehen lassen. 

Die Siglo nahm die Flammen erwartungsgemäß gut auf un hatte eine moderate Rauchentwicklung. Das Rauchvolumen empfand ich als etwas schwächer als es hätte sein müssen. Meine Eindrücke aus dem Trockenzug bestätigten sich, wobei relativ schnell eine untergründige pfeffrige Note auftrat und die ganze Zeit auf der Zunge blieb. in der Komposition nicht unangenehm, eben genau so, wie ich es bisher von Kuba gewöhnt war. 

Im Abbrand war die Siglo nicht zwangsläufig optimal, zur Nadelschärfe des Ascherings fehlte noch etwas. Ein Nachfeuern war nicht notwendig. 

Fazit

Wer eine kubanische Zigarre für Zwischendurch sucht und dabei gleich auch noch etwas protzen will, der darf gerne zur Siglo greifen. Wer das nicht nötig hat, der wird sicherlich auch mit anderen Zigarren von der Insel seinen Spaß haben. Es ist wie immer: Im Grunde handelt es sich um eine schöne Zigarre, aber es ist eben der Name, den man dort in der Hauptsache zahlt. 

Eigentlich könnte man sagen: Jeder Aficionado sollte einmal eine Cohiba geraucht haben. Aber in den Humidor legen? Das muss man nicht wirklich. ich zumindest halte mir meinen Platz lieber für andere Zigarren frei. 


Wertung: 5/10 

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