Cigars of the week: Alec Bradley MAXX | Double Robusto


Zugegeben: Ich bin ein ziemlicher Alec Bradley Fanboy. Die Zigarren, die Aus dem Hause von Alan Rubin kommen sind nicht nur echte Schönheiten, sie gehören auch geschmacklich zu den rundesten Erlebnissen, die ich bisher hatte.

Vor einigen Wochen trieb ich es dann auf die Spitze und legte mir aus jeder Serie des Herstellers eine Zigarre zu, einfach, um mich selbst überzeugen zu können und einen Überblick über das Portfolio zu erhalten. Und nun beginne ich langsam, mich durch das Angebot zu probieren. Den Anfang macht dabei die MAXX.


Kerndaten

Hersteller: Alec Bradley
Herstellungsart: Totalmente a mano 
Format: Double Robusto / FIXX
Einlage: Kolumbien, Honduras, Nicaragua, Mexiko
Rauchdauer: 60 Min
Preis: 7,90 € / Stk  (Stand Januar 2017) 


Grundlegendes

Eine der ersten Zigarren, die ich aus dem Hause Alec Bradley rauchte, war eine Nica Puro. Vom ersten Moment an, war es Liebe auf den ersten Blick. Nicht nur das eigenartige Format war für mich sehr spannend, auch geschmacklich schaffte die Zigarre es, sich in meinem Kopf einzubrennen. Mit der Zeit testete ich weitere Zigarren aus dem Hause und wurde bis heute von keiner enttäuscht. Erst viel später recherchierte ich etwas und wurde mir klar darüber, welche Vielfalt Alec Bradley mit seinen Serien anbietet. 

Die Reputation, die sich die Zigarren innerhalb der letzten Jahre unter den Aficionados aufgebaut haben, ist nach meinem Empfinden äußerst positiv. Bei Alec Bradley scheint man einerseits sehr viel vom Handwerk zu verstehen und anderseits immer wieder den Nerv der Zeit zu treffen. Die zahlreichen Serien erscheinen mir überaus erfolgreich und eine der jüngeren - zumindest im Hinblick auf die Verfügbarkeit in Deutschland - ist eben die MAXX. 

Praxistest

Die Double Robusto ist, wie der Name es bereits vermuten lässt, im Vergleich zu anderen Zigarren des gleichen Formats, ein echtes Schlachtschiff. Mit einem 58er Ringmaß ist die MAXX ein imposanter Anblick. Das Deckblatt ist angenehm dunkel und kräftig, die Zigarre selbst erschien mir relativ fest gerollt. Der Zigarrenring ist sehr breit, auf den ersten Blick aber relativ schlicht (zumindest wenn man ihn mit den anderen Kunstwerken aus dem gleichen Hause vergleicht). Hier darf man sich aber nicht täuschen lassen, wie bei allen Zigarren des Herstellers ist der Ring in Prägedruck hergestellt, verfügt also über ein Relief. Das wiederum formt den Charakter der Zigarre ungemein.

Das Trockenaroma der Zigarre war überaus spannend, was wohl auch an der außergewöhnlichen Tabakmischung liegen dürfte. Immerhin sind in der MAXX gleich vier Tabake verarbeitet, noch dazu aus eher unterrepräsentierten Regionen wie Mexiko oder Kolumbien. Mir lagen jedenfalls schon zu Beginn die kräftigen Noten von Kaffee und Schokolade in der Nase. Der Trockenzug bestätigte dies, wobei sich eine passende Süße und ein erster Hauch von Cremigkeit andeutete. Die spürbar kompakte Rollung der Zigarre ließ im ersten Moment auch den entsprechenden Zugwiderstand erwarten, jedoch wurde ich eines Besseren belehrt: Selbst auf 6 mm angebohrt empfand ich den Widerstand als geradezu optimal.

Einmal angefeuert bewies die MAXX sehr schnell, was in ihr steckte. Mit den beim Trockenzug erschmeckten Aromen hatte ich goldrichtig gelegen: Schokolade, Kaffee, Süße und Creme. Der Geschmack war äußerst rund, zu keinem Moment hatte ich das Gefühl, dass es eine Nuance gab, die nichts ins Gesamtbild passen wollte. Die Die Double Robusto entwickelte dabei einen relativ voluminösen Rauch der haargenau die Cremigkeit erreichte, die ich mir von einer Zigarre wünschte. Wenn ich erhlich bin, war ich vom Ergebnis der MAXX sogar begeisterter als von dem der Lineage. Pfeffer schmeckte ich während der gesamten Zigarrenlänge nicht im geringsten, die MAXX war damit bis weit in das letzte Drittel rauchbar.

Das Abbrandverhalten ließ wenige Wünsche offen, wenngleich der sich bildende Aschering ruhig etwas gleichmäßiger hätte sein können. Die Asche war angenehm fest (und hielt sich auch lange an der Zigarre), ein nachfeuern war nicht notwendig.

Fazit

Ich schätze, es ist einfach zu erkennen: Die MAXX schloss ich sehr schnell in mein Herz. Selten hatte ich mit einer Zigarre zu tun, die es schaffte, mich so schnell und dann auch durchgängig zu begeistern. Aktuell erklimmt die MAXX damit die Leiter und setzt sich wohl als meine neue Lieblingszigarre an der Spitze fest. Das ist aber auch Ergebnis, mit dem ich nicht gerechnet hätte. 

Insofern eine uneingeschränkte Empfehlung. Davon werde ich mir immer einige in meinen Humidor legen, soviel ist sicher. 


Wertung: 8/10

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