Cigars of the week: Ibis Bundles Nicaragua | Corona


Bündelware. Für manche Aficionados der Untergang des Abendlands  und allem, was mit "exquisitem" Zigarrenrauchen zu tun hat. Es gibt halt Leute, die der Meinung sind, dass eine Zigarre, die nichts kostet, auch nichts taugen kann.

Der Rest von uns greift immer wieder gerne zur Bündelware, denn darunter verstecken sich echte Schätze, die gerade als "Tageszigarren" ein gutes Bild machen. oder anders gesprochen: Es gibt schon Zeiten, da kann ich gut ein oder zwei Zigarren am tag rauchen, will aber nicht auf die 10 € + Zigarren zurückgreifen. Dann kommen die Bündel ins Spiel.


Kerndaten

Hersteller: Philipp Schuster
Herstellungsart: Totalmente a mano 
Format: Corona
Einlage: Nicaragua
Rauchdauer: 35 Min
Preis: 2,30 € / Stk  (Stand Januar 2017) 


Grundlegendes

Gerade im Hinblick auf Nicaragua habe ich mit Bündelware bekanntlich ja schon sehr gute Erfahrungen machen können - und für Honduras kann ich das gleiche sagen. In der ersten Januarwoche 2017 begab es sich dann, dass ich einen für mich neuen Händler im Stadtgebiet testen wollte - und mein Humidor war zwar gut gefüllt, aber eben nicht mit "Tageszigarren". 

Was folgte, war ein angenehmer Plausch, und da ich mit Zigarren aus Nicaragua bisher nicht auf die Schnauze gefallen bin, griff ich zu, als ich sah, dass Bündelware von Ibis vorrätig war. Zuvor hatte ich von dieser Marke noch nicht gehört und war gespannt, was mich erwartete. 

Praxistest

Die Corona wartet mit einem relativ hellen Deckblatt auf, einem Umstand, der mir bei Zigarren aus Nicaragua bisher selten begegnet ist. Optisch und haptisch erschienen mir die Zigarren aus dem Hause Ibis fehlerfrei. Es handelt sich sicherlich nicht um Schönheiten, aber ich glaube, es ist auch nicht die Bestrebung, sich mit den Kunstwerken der Branche messen zu wollen.

Das Trockenaroma dieser Zigarre setzt sich aus Erde, Leder und Nuss zusammen, was schon einmal eine spannende Mischung ist. Im Trockenzug mischte sich dann etwas Pfeffer hinzu, der Zugwiderstand war bei einer Bohrung von 6 mm optimal.

Nach dem Anzünden haben mich die ersten zehn Züge sehr erstaunt, denn sie entwickelten eine pfeffrige Würze, dich ich bisher aus Nicaragua nicht gewohnt war. gerade, als ich mich an mein Debakel mit der BEAST erinnert fühlte, wandelte sich der Geschmack positiv. Der Rauch gewann merklich an Cremigkeit (wenngleich er hinter der Casa de Nicaragua zurückblieb), der Pfeffer trat mehr in den Hintergrund und gab den anderen Aromen Raum. Im zweiten Drittel verstärkte sich für mich das Aroma von Nuss mit einem Hauch von Frucht, während die Würze im letzten Drittel der Corona wieder zunahm allerdings nicht die Schärfe der ersten Züge erreichte.

Der Abbrand war kreisrund und gleichmäßig - ein nadelscharfes Ergebnis hätte ich von dieser Zigarre auch gar nicht erwartet. Die Asche tendierte zu einem grauen Weiß und hatte eine leicht feste Konsistenz. Ein Nachfeuern dieses Formats war nicht notwendig.

Fazit

Diese Ibis hat mich darin bestärkt, dass man mit Zigarren aus Nicaragua im Grunde nicht viel falsch machen kann. Für einen wirklich erstklassigen preis gibt es eine schöne Zigarre, die zu unterhalten weiß. Sie schaft es nicht, den Thron meiner "Tageszigarren" zu erklimmen, aber einen dauerhaften Platz in meinem Humidor werde ich ihr wohl einräumen. 

Gefehlt hat mir ein wenig die Cremigkeit, aber das ist wie immer persönlicher Geschmack. Die Corona jedenfalls ist für eine gute halbe Stunde angenehm milden Rauchgenuss zu einem ordentlichen Preis zu haben. Probiert sie einfach einmal.

Wertung: 6/10

Kommentare