Cigars of the week: Epic San Andres | Gran Ola


Spätestens seit 2015 kann man sich vor den Zigarren von Dean Parsons nicht mehr retten. Mit Epic hat er aber auch eine ganze Reihe bemerkenswerter Zigarren zu einem ordentlichen preis auf den Markt geworfen. Subjektiv erfreuen sich diese Zigarren einer großen Beliebtheit - nur was ist dran?

Als ich jedenfalls über Gran Ola der San Adres stolperte, konnte ich nicht widerstehen. Allein optisch handelt es sich um eine wunderschöne Zigarre. Mal sehen, ob der Stumpen halten kann, was die Optik verspricht.


Kerndaten

Hersteller: Dean Parsons / Charles Fairmorn 
Herstellungsart: Totalmente a mano 
Format: Gran Ola
Einlage: Dominikanische Republik, Nicaragua
Rauchdauer: 75 Min
Preis: 8,70 € / Stk  (Stand Dezember 2016) 

Grundlegendes

Diese Zigarre erhält ihren Namen vom aus Mexiko stammenden San Andres Deckblatt und ist - das muss man neidlos anerkennen - eine echte Schönheit. Hier handelt es sich nämlich um eine Zigarre, die ohne Zigarrenring auskommt - das auch auf dem obigen Foto erkennbare Logo ist ein kontrastiertes Deckblatt. 

Handwerklich also eine echte Schönheit, wobei mich die Einlage zuerst abschreckte. Denn bekanntlich bin ich bisher mit Tabaken aus der Dominikanischen Republik nur segr schwer warm geworden. Doch die hübsche Optik dieser Zigarre ließ mich über die bisherigen Erfahrungen hinwegsehen. Denn in einer solch ansehnlichen Hülle musste doch etwas schmackhaftes stecken, oder? 

Praxistest

Optisch und haptisch handelt es sich bei der Gran Ola tatsächlich um ein echtes Schmuckstück. Das dunkle, im Bereich von maduro chargierende Deckblatt liefert einfach die perfekte Unterlage für das Logo. Auch wenn ich an irgendeiner Stelle gelesen habe, dass die Verwendung von verschiedenfarbigen Deckblättern handwerklich nicht so schwer sein soll, ist und bleibt das hier für mich ein wirkliches Kunstwerk. Auch weil ich vermute, dass es eben nicht einfach nur mit zwei Deckblättern getan ist. Wie zu erwarten, gab es keinerlei Beanstandungen. Die Zigarre liefert eine für diesen Preis erwartbare Qualität. Fehler konnte ich keinerlei erkennen. 

Das Trockenaroma dieser Zigarre enttäuschte im ersten Moment, denn es war auffallend nichtssagend. Schon hatte ich Angst, die nächste Enttäuschung mit Zigarren aus der Dominikanischen Republik zu erleben. Nach dem Anbohren (5mm) und dem Trockenzug stellte sich dann etwas Besserung ein. Ich nahm Aromen wahr, wenngleich diese mir nicht sonderlich prägnant erschienen. Vorrangig waren da Noten von Toast, Creme, Schokolade und einigen Röstaromen. Eine spannende Mischung! Den Zugwiderstand empfand ich als optimal.

Gleich nach dem Anfeuern der Gran Ola zeigte sich, dass Dean Parsons etwas von seinem Handwerk versteht. Die San Andres wartete mit einer Aromenfülle auf, die ich nicht erwartet hätte und die mich positiv überraschte. Der Rauch hatte ein angenehmes, cremiges Volumen die Aromen von Schokolade arbeiteten sich langsam an die Oberfläche und mischten sich mit nussigen und fruchtigen Aromen. Im weiteren verlauf gewann die Gran Ola etwas an Schwere, war aber niemals unangenehm. Allgemein würde ich diese Zigarre im leichten bis medium Bereich einordnen wollen.

geraucht habe ich insgesamt zwei Exemplare dieser Zigarre, bei einer hatte ich nach dem Anfeuern etwas Probleme mit Schiefbrand. Dies ließ sich aber schnell und problemlos beheben und tauchte nicht wieder auf. Der Abbrand war gleichmäßig, die Asche auffällig weiß und relativ fest.

Fazit

Nach einigen Versuchen habe ich dann doch die Zigarre gefunden, die es geschafft hat, mich mit der Dominikanischen Republik zu versöhnen! Bei der San Andres ist in meinen Augen alles richtig gemacht worden, es ist ein angenehmes, wohlschmeckendes Raucherlebnis, welches sich über die Zeit entwickelt und eine angenehme Zeit bereitet. 

Überwältigt bin ich immer noch vom Äußeren dieser Zigarre. Sicher ist, dass die Gran Ola - solange sie Verfügbar ist - einen Ehrenplatz in meinem Humidor bekommen wird. Einige davon lege ich mir gerne jederzeit bereit. 

Wertung: 8/10

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