Cigars of the week: Casa de Nicaragua | Perla


Casa de Nicaragua? Gab es die hier nicht schon einmal? Völlig richtig: Im November 2016 habe ich bereits über die Robusto geschrieben. Heute möchte ich mir das kleinste Format, die Perla vornehmen.

Denn wie jeder weiß, der sich ein bisschen auf dem Gebiet der Zigarren bewegt: Es geht nicht nur einfach um Linien oder Marken. Zwischen den einzelnen Formaten einer Zigarre gibt es teils einen großen und himmelweiten Unterschied. Dabei geht es nicht nur um den preis oder die Rauchdauer. Auch der Geschmack kann sich in ganz andere Richtungen entwickeln.


Kerndaten

Hersteller: Villiger 
Herstellungsart: Totalmente a mano 
Format: Perla
Einlage: Nicaragua
Rauchdauer: 25 Min
Preis: 1,90 € / Stk  (Stand Dezember 2016) 

Grundlegendes

Wie man bereits an anderer Stelle lesen kann, bin ich ein großer Freund der Casa de Nicaragua. Für den preis bekommt man eine Vielfalt, den man an anderen, hochpreisigen Stellen, vergeblich sucht. Aber wie das so ist: Nicht immer hat man Zeit oder Lust, sich an die großen Formate zu setzen, manchmal sucht man eben auch einen kurzen Smoke. Dann bietet es sich an, zu kleineren Formaten zu greifen und die Perla ist das kleinste, was in dieser Reihe vorhanden ist.

Praxistest

Die Zigarren dieser Marke kommen mit einem ordentlichen und für das Herkunftsland üblichen Aroma daher. Nicaragua ist bekanntlich ja schon lange kein Geheimtipp unter Zigarrenliebhabern mehr und hat sich mittlerweile zu meinem absoluten Favoriten gemustert. Wieder einmal gilt: Im Hinblick auf den Preis bekommt man ein würziges Trockenaroma, kann die Noten von CremeKaffee und Schokolade  schon erahnen. Der Trockenzug ist angenehm. 

Die Verarbeitung muss sich nicht verstecken, ich habe bereits weit teurere Zigarren mit schlechterer Qualität geraucht. Was man allerdings nicht vergessen darf: Es handelt sich bei den Casa de Nicaragua um Massenware, üblicherweise im 10er-Gebinde zu bekommen.Es kann durchaus vorkommen, dass eine von zehn Zigarren dabei offensichtliche Verarbeitungsfehler hat. Ich jedenfalls konnte bisher bestenfalls optische Fehler ausmachen, es gab keine Zigarre, die ich entsorgen musste, weil sie nicht mehr rauchbar gewesen wäre.

Im Gegensatz zur Robusto arbeitet die Perla schneller. Will sagen: Schon nach dem ersten Zug beginnen die Aromen sich zu entfalten. Dabei steht das kleine Format dem größeren in der Rauchentwicklung in nichts nach, jedoch vermisse ich dabei etwas die mir so bekannte Cremigkeit. Die Aromen selbst sind - und das ist keine Verwunderung - weniger kräftig ausgeprägt. Wenn man sich jedoch einmal Gedanken darüber macht, in welchem Kontext die kleinen Zigarren geraucht werden (sie passen beispielsweise gut in die Mittagspause oder zum Kaffee) dann sind das wahrscheinlich jene Momente, in denen man keine Geschmacksexplosionen braucht.

Der Abbrand war gerade, die Asche dunkel. nachfeuern musste ich das kleinste Format der Serie nicht. rauchen kann man die Perla bis in das letzte Drittel, dann mischt sich langsam der Pfeffer hinzu. Aber auch hier muss man sagen, dass er nicht so kräftig ist und - je nach Vorlieben - als durchaus angenehm empfunden werden kann. 


Fazit

Gerade in der kalten Jahreszeit haben die Perlas einen Platz in meinem Humidor, im Sommer greife ich lieber auf größere Varianten zurück. Bekanntlich sind mir während des Schreibens größere Formate generell lieber, eine Perla lässt sich eben schwer einmal einige Zeit zur Seite legen.

Wertung: 5/10




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