Cigars of the week: Camacho Equador | Toro


Camacho ist, dank ausgeklügelter Werbung und dem entsprechenden Design, eigentlich den meisten Aficionados recht präsent und ein Begriff. Auch mir stachen die Zigarren mit dem Skorpion ins Auge, so dass ich vor einigen Wochen beschloss, mich mit der zeit mal durch alle "Farben" zu probieren.

Nachdem ich die Connecticut hier vor einigen Wochen schon einmal getestet habe, lächelte mich heute die Equador an. Ich konnte nicht widerstehen und legte los.



Hersteller: Camacho / Davidoff 
Herstellungsart: Totalmente a mano 
Format: Toro 
Einlage: Dominikanische Republik, Honduras
Rauchdauer: 80 Min
Preis: 7,40 € / Stk  (Stand Dezember 2016) 


Grundlegendes

Bekanntlich habe ich ja so meine Probleme mit Zigarren aus der Dominikanischen Republik. Bisher haben es wenige geschafft, mich wirklich zu überzeugen. Doch ich gebe nicht auf und teste mich auch gerne weiter durch die Produkte. Schätze, das gehört einfach dazu. Denn dort draußen gibt es eine ganze Menge Zigarren, dass einem wahrscheinlich einiges entgeht, wenn man sich lediglich auf ein Land konzentriert. 

Camacho ist jedenfalls unter dem Hashtag #BoldAnytime aufgetreten und vermarktet seine Zigarren relativ erfolgreich. Die Farbgebung der Serien sind einprägsam genug, um nicht gleich an ihnen vorüber zu gehen. Und auch die Equador kommt in drei Formaten daher: Robusto, Gordo und eben Toro. Da ich sie beim Schreiben testen wollte, entschied ich mich für das letzte Format. 


Praxistest

Optisch und haptisch gibt es an den Zigarren von Camacho überhaupt nichts auszusetzen. Die Toro ist angenehm wuchtig und machte sich gut in meinem Humidor. Fehler waren für mich nicht erkennbar, das Deckblatt hatte eine angenehm dunkle Farbe und verfügte über feine Adern. Das gesteste Exemplar würde ich als optimal gerollt beschreiben, es war weder zu fest noch zu locker. 

Im Trockenaroma stellte ich mich auf die muffigen Noten ein, die ich bisher bei Zigarren aus der Dominikanischen Republik erlebt hatte - und wurde eines besseren belehrt. Die Toro hatte kräftige und erdige Noten, Leder war ebenso zu erschmecken. Im Trockenzug verstärkten sich diese Eindrücke, wobei sich sofort und spürbar eine angenehm fruchtige Note beimischte. Um sicher zu gehen habe ich das Format doppelt angebohrt (6 mm) und erhielt einen für mich optimalen Zugwiderstand. 

Gleich beim Anfeuern zeigte sich, dass die Equador eine ganze Menge Rauch produzieren konnte. Die Cremigkeit war angenehm, Pfeffer war währen der ersten zwei Drittel dieser Zigarre überhaupt nicht zu schmecken. Im Grund blieb das Aroma kräftig und erdig, bemerksnwert fand ich die fruchtige Zitrusnote, die bis weit in das letzte Drittel hinein wirkte. Sie machte die Toro für mich damit zu einem wirklichen Erlebnis. Allgemein würde ich die Equador in den Bereichen mild bis medium verorten.  

Leider gelang es mir nicht, den Abbrand zu Beginn optimal zu gestalten. Im ersten Drittel waren einige Korrekturen notwendig, doch wie immer handelt es sich dabei in erster Linie um optische Fragen und nichts anderes. Ein Nachfeuern war bei normalem Rauchverhalten nicht notwendig, die Asche hielt sich diesmal recht lang an der Zigarre und hatte eine ins Graue tendierende Farbe mit leicht flockiger, aber fester Konsistenz. 


Fazit

Als ich einen meiner Händler vor einigen Wochen nach einer Zigarre fragte, die mich mit der Dominikanischen Republik versöhnen konnte, hatte er mir die Solera empfohlen. Mein Fazit fiel damals eher verhalten aus. Hätte er mir die Equador empfohlen, wäre es schon damals gelungen, mich mit diesem Herkunftsland zu versöhnen.

Man mag sich den Tag rot im Kalender anstreichen: Diese Zigarre hat es wirklich geschafft. Sie wird mir lange und positiv im Gedächtnis bleiben und hat einen Ehrenplatz in meinem Humidor verdient. Wahrscheinlich wird sie dort nicht so häufig vertreten sein, wie andere Zigarren, aber ich werde sie mir sicher auf Vorrat legen. Eine klare Empfehlung meinerseits also!


Wertung: 7/10

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