Writing: Nach dem Ende geht es weiter

Jede Geschichte hat einmal ein Ende, oder? Grundlegend kann man gegen diese Weisheit nichtargumentieren, irgendwann kommt tatsächlich der Punkt, an dem eine Geschichte erzählt ist und man beruhigt die vier letzten Buchstaben darunter setzen kann.

Mitunter passiert es aber, dass man als Autor merkt, wie man sich in die Welt, die man da erschaffen hat, verliebt hat. Das ist wenig verwunderlich, hat man doch viel Zeit und Herzblut in die Entwicklung von Schuplätzen, Kulturen, Eigenheiten, Völkern und Redewendungen gesteckt. Und dann ist es folgerichtig, sich zu fragen, ob eben diese Welt, in deren Erschaffung Stunden und Tage geflossen sind, nicht einfach weiter als Kulisse nutzt. Ob sie es nicht verdient hat, weiter Bühne für mitreißende Erzählungen zu sein.


Und das passiert häufiger, als man denkt. G.R.R.M hat das mit seinen Erzählungen um die Heckenritter mit Westeros, der Welt von Eis und Feuer, so gemacht. Joan K. Rowling macht es im Grunde mit ihrem gerade laufenden Kinofilm über magische Wesen nicht anders. Und David Gemmell hat es mit seiner Drenai-Saga nicht anders gemacht.

Das funktioniert immer dann gut, wenn die Welt, in der eine Geschichte spielt, genügend Spotlight bekommt, wenn sie also zu einem der Protagonisten wird. Eine solche Welt muss vielschichtig und interessant sein, spannend und abwechslungsreich. Sie muss genug Potentialzum abtauchen und Träumen bieten, den leser alsoin den bann ziehen. Wie bereits oben geschrieben, diese Herangehensweise wird relativ häufig verwendet und sie scheint zu funktionieren.

Zur Klärung: Es geht hierbeinicht um Trilogien, nicht um Reihen. Diese sind oftmals über einen roten Handlungsfaden miteinander verbunden. Was ich meine, das sind Auskopplungen. Geschichten, die zwarin der gleichen Welt spielen, aber ganz andere Schauplätze, Protagonisten und Zeitlinen haben. Erzählungen, deren Stränge sich nicht kreuzen, weil sie es eben nicht können - etwa, wenn ein paar Jahrhundert oder Jahrzehnte zwischen ihnen liegen.

Warum mich das Thema beschäftigt? Weil ich genau dort jetzt gelandet bin. Nachdem die Imperium von Westrin-Trilogie im letzten Jahr abgeschlossen war, kam ich nämlich an den Punkt, dass ich in eben jener Fantasywelt noch viel mehr Geschichten erzählen wollte. Und nach einem kurzen und guten gespräch mit dem verlag war klar: Das machen wir auch.

So kommt es, dass es ab 2017 eben noch weitere, in sich geschlossene Geschichten aus diesem Kosmos geben wird. Im Konzept sieht es so aus, dass es eigenständige Geschichten mit einem Umfang von etwa 300 Normseiten werden. Sie spielen oftmals weit vor den Ereignissen der Trilogie, entführen den Leser in bestimmte Regionen der Welt und erzählen von teils weltverändernden Ereignissen. Und das Beste ist: Das istkein bloßes Konzept. Ich freue mich, verkünden zu können, dass die ersten drei Einzelbände bereits geschrieben und an den Verlag weitergereicht sind. Sie firmieren unter den Titeln Legionär, Phoroi und Kaisergardist und werden wahrscheinlich auch in dieser Reihenfolge erscheinen. und dabei wird es - vorausgesetzt natürlich, diese Werke finden zuspruch - nicht bleiben. Geplant sind zahlreiche weitere Auskopplungen, die auf dem Westkontinent - also Westrin - spielen werden.

Ich freue mich da sehr drauf - und hoffe, der Leserschaft geht es genau so.    

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