Cigars of the week: Vault by Carlos Torano | Corona Gorda


An anderer Stelle hatte ich bereits freimütig zugegeben, dass es die Bauchbinden sind, die mich während des Stöberns beim Händler meines Vertrauens anziehen. Bei der Vault war es ähnlich. Tatsächlich war ich auf der Suche nach ganz anderen Zigarren, als die beste Verlobe von allen mich auf diese Zigarre hier aufmerksam machte. Denn der Name hatte bei ihr - einem großen Fan der Fallout-Reihe - sogleich Assoziationen ausgelöst. Mir ging es nicht anders, und so landete eine Corona Gorda in meinem Einkauf...




Hersteller: Carlos Torano
Herstellungsart: Totalmente a mano 
Format: Corona Gorda
Einlage: Nicaragua
Rauchdauer: 50 Min
Preis: 9,50 € / Stk  (Stand November 2016) 

Grundlegendes

Bis zu jenem Moment konnte ich mit dem Hersteller Carlos Torano überhaupt nichts anfangen. Er war schlichtweg unter meinem Radar geblieben, was einfach der schieren Masse von Herstellern und guten Zigarren geschuldet ist. Der Hersteller jedenfalls bringt einige interessante Serien hervor, sodass ich in den kommenden Monaten sicher noch einmal hier und da testen werde.

Besonders schön ist übrigens die Geschichte hinter der Vault: Ihre Rezeptur soll auf eine ältere Zusammenstellung zurückgehen, die gut gehütet im Banktresor des Herstellers gelagert worden sei. Und Vault, dessen Übersetzung eigentlich "Gewölbe" wäre, wird eben auch genutzt, um einen - meist unterirdischen - Tresor zu beschreiben.  Irgendwann besann man sich auf die Vergangenheit, kletterte in den Tresor und kam mit der Idee für die Vault hervor. Ob diese Geschichte stimmt oder nicht, sei einmal dahin gestellt. Aber mi gefallen sprechende namen mit einer schönen Geschichte.

Praxistest

Wieder einmal Nicaragua, dabei war es diesmal überhaupt nicht geplant! Ich glaube ja mittlerweile, dass es ganz unbewusste Entscheidungen gibt, die einen Aficionado zu "seinem" Stammland führen. Vielleicht sind es die besonderen Aromen - und bevor man sich versieht, steht man beim Händler vor den entsprechenden Regalen.

Da mir Weder die Marke noch der Hersteller ein Begriff waren, griff ich zum kleinsten vorrätigen Format, einer Corona Gorda. Das war etwas ungewohnt, da ich mich aktuell eigentlich auf Formate mit größeren Ringmaßen verlegt hatte, Aber gut, letztlich ist das auch nur eine Frage der Vorlieben.

Das Trockenaroma empfand ich zunächst als unspektakulär. Sicherlich, die markanten nicaraguanischen Noten waren irgendwie wahrnehmbar, im Vergleich zu anderen Zigarren aber irgendwie wenig spektakulär. Der Trockenzug brachte dann einige dezente Noten von Kakao und Zeder. Den Zugwiderstand habe ich als nicht ganz optimal empfunden, er war für mein Gefühl etwas zu hoch.

Optisch wie auch haptisch handelt es sich bei der Corona Gorda um eine optimal verarbeitete Schönheit, die durch den silbernen Zigarrenring noch einmal aufgewertet wird. Die Festigkeit der Zigarre war genau so, wie ich es als angenehm empfinde, weder hatte ich das Gefühl, Gummi in der Hand zu haben, noch Beton.

Schon nach den ersten Zügen beginnt die Vault zu arbeiten. Der Anfangs von mir als etwas schwach befürchtete Charakter, löste sich in angenehm cremigen Rauch auf. Da waren sie also, jene Aromen, die ich bei Zigarren mit dieser Herkunft so schätzen gelernt habe. Leder und Holz stachen gleich hervor, ein wenig Süße bis hin zur Schokolade mischte sich bis zur ersten Hälfte der Corona Gorda hinzu, Ich war bereits frohen Mutes, doch dann kam die zweite Hälfte - und bekanntlich soll man den tag nicht vor dem Abend loben. Jetzt drückten sich für meinen Geschmack viel deutlich Heu und Erde in der Vordergrund und mit jedem weiteren Zug stieg der Pfeffer an. Der Rauch wurde daher schwer und scharf. Das hatte ich nicht erwartet.

Hervorheben möchte ich den Abbrand der Vault: Ein echter Traum! Ich hatte einen messerscharfen Ring und eine angenehme Asche. Nachfeuern war nicht notwendig. Rauchen konnte ich diese Format bis in das letzte Drittel hinein, dann wurde mir der Pfeffer zu markant.  

Fazit

Während der ersten Hälfte der Vault war ich fasziniert, danach eher erschrocken. Für einige Aficionados mag diese Entwicklung komplex sein, meinen Geschmack hat sie nicht getroffen. Insofern möchte ich an dieser Stelle auch keine Empfehlung aussprechen, wenngleich ich gewillt bin, vielleicht noch einmal einen Versuch mit der Robusto dieser Linie zu machen.

Wertung: 5/10

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