Cigars of the week: The Leaf by Oscar Valladares | Connecticut

Im Grunde lassen wir uns alle ja von optischen Reizen steuern. Sie sind in unserem täglichen leben entscheidend. Ähnlich war es bei mir auch mit der Connecticut aus der The Leaf-Reihe von Oscar Valladares. 

Auf die Entfernung mutet diese Zigarre nämlich wie ein besonders rustikal verarbeitetes Exemplar aus. Auf den zweiten Blick fällt die Besonderheit jedoch auf. Anstatt in Cellophan sind die Zigarren dieser Linie nämlich in Tabakblätter verpackt. Ein echter Hingucker also. Kann die Zigarre auch an anderen Stellen überzeugen?  



Kerndaten

Hersteller: Oscar Valladares
Herstellungsart: Totalmente a mano 
Format: 
Einlage: Honduras
Rauchdauer: 100 Min
Preis: 10,90 € / Stk  (Stand November 2016) 

Grundlegendes

Oscar Valladeres? Muss man den Namen als Aficionado kennen? Es verwundert nicht, wenn man das bisher nicht getan hat. Denn die gleichnamige Manufaktur (beheimatet in Honduras) ist im Vergleich zu den anderen Traditionshäusern relativ klein. Es ist also nicht schlimm, wenn man den Namenbisher noch nicht gehört hat - aber man hat, soviel kann ich jetzt schon verraten, etwas verpasst.

Die Manufaktur produziert in überschaubaren, kleinen Stückzahlen. Es handelt sich also um Boutique-Zigarren. Das schlägt sich natürlich im Preis nieder.

Praxistest

Zu den klassischen "Tabak-Ländern" gehört eben auch Honduras. Eine Region, die ich bisher sträflich vernachlässigt hab. Also wagte ich mich mal wieder aus meiner nicaraguanischen Ecke hervor und sah mich etwas um. Dabei stachen mir die Zigarren der The Leaf-Reihe zwangsläufig ins Auge. Mit der Connecticut kommt zu dem üblichen Rauchgenuss noch eine Vorstufe hinzu: das Auspacken.

Ich gebe zu: Es ist schon ein echtes Happening, eine Zigarre dieser Serie auszupacken. Es ist eine besondere haptische Erfahrung, denn natürlich sind jene Tabakblätter, die man zur Verpackung ausgewählt hat, von besonderer Struktur. Automatisch fragt man sich, wie die Zigarre unter dieser Verpackung denn sein mag, denn das verwendete Tabakblatt gibt keinen Aufschluss darauf. Ich war also verwundert, unter dem dunklen Blatt eine relativ helle Zigarre (Claro bis Colorado Claro) vorzufinden.

Der Trockenzug war optimal (angebohrt auf 7 mm), am Zugwiderstand ist nichts auszusetzen. Im Trockenaroma schmeckte ich Creme, Leder und Süße, was sich als wirklich angenehme Mischung herausstellte. Das Aroma war angenehm kräftig. In der gesamten Verarbeitung muss sich diese Zigarre überhaupt nicht verstecken, andererseits setzte ich erstklassige Qualität bei diesem Preis aber auch voraus.


Nach dem Anstecken entwickelt sich die Connecticut zügig und beweist schnell, warum Oscar Valladeres einen guten Ruf hat. Süße, Creme und Leder bleiben dominant, am Ende gesellt sich auch noch etwas Pfeffer hinzu, der die allgemein gelungene Komposition abrundet. Der rauch hat eine gewisse Schwere, die jedoch für Aficionados mit einer Vorliebe für Nicaragua angenehm ist. Die Aromaentwicklung dieser Zigarre ist tatsächlich positiv hervorzuheben, die ganze Zeit über bleibt dieser Stumpen spannend.Auch im Abbrand konnte die Connecticut mich überzeugen, dieser war nahezu kreisrund. Lediglich im letzten Viertel - und bis dahin lässt sich diese Zigarre wunderbar rauchen - war ein einmaliges Nachfeuern nötig. Die Asche der Zigarre erwies sich als angenehm fest und beständig.


Fazit

Die Connecticut hat mich vom allerersten Moment in den Bann geschlagen und ich habe das keinen einzigen Augenblick bereut. Allein das Auspacken ist ein Traum und die Zigarre an sich ist überraschend gut. Gemessen an ihrer Geschichte (und verglichen mit anderen Zigarren in diesem Preissegment) sind die fast elf Euro mehr als angemessen.

Im Grunde werde ich mir von dieser Zigarre gerne wieder eine in den Humidor legen und für den nächsten passenden Moment aufheben. Eine ganz klare Empfehlung.

Wertung: 9/10

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