Cigars of the week: Brick House Maduro | Toro


Wie bin ich eigentlich auf Brick House aufmerksam geworden? Ich schätze, es lag einzig und allein an der Werbung bei meinem Händler des Vertrauens. Der hat nämlich ein Stück vor seinem Laden einen Aufsteller, in dem ein Plakat die Zigarren eben dieses Herstellers anpreist. Die Präsentation darauf war ansprechend und irgendwie wunderte mich dann überhaupt nicht, dass es sich bei den Stumpen um welche aus Nicaragua handelte.

Also zugeschlagen, eingelagert - und jetzt in den Test damit.


Kerndaten

Hersteller: Brick House
Herstellungsart: Totalmente a mano 
Format: 
Einlage: Nicaragua
Rauchdauer: 90 Min
Preis: 5,40 € / Stk  (Stand Dezember 2016) 

Grundlegendes

Brick House bietet eine ganze Reihe unterschiedlicher Formate an, doch als ich sah, dass es auch zwei Varianten gab, die explizit als Maduro ausgewiesen wurden, konnte ich nicht widerstehen. Das dunkler, kräftige und leicht ölige Deckblatt zog mich eben an. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich nichts von diesem Hersteller gehört, musst dann aber herausfinden, dass es sich um ein Traditionshaus mit entsprechender Vergangenheit handelte. Mit einem Blick auf das Logo der Manufaktur hätte man da auch schnell drauf kommen können.

Mittlerweile vermute ich ja, dass es irgendeinen geheimen Mechanismus gibt, der mich fast automatisch zu nicaraguanischen Zigarren bringt. Erklären konnte ich mir das jedenfalls nicht.   


Praxistest

Es gab im Grunde drei Aspekte, die mich diese Zigarre vorbehaltslos haben einkaufen lassen: Das Herkunftsland, das angenehme Format und eben die Farbe des Deckblatts. Im Gesamtbild ergab sich so ein Produkt, dem ich nicht abgeneigt war, gerade auch, als mir der Preis bewusst wurde.

Optisch und haptisch ist die Toro wunderbar gelungen. Das Deckblatt weißt eine feinadrige Struktur auf, die Verarbeitung war beinah makellos. Bei dem Makel, den ich entdeckte, kann ich nicht einwandfrei sagen, ob er nicht vielleicht durch meine Lagerung zustande gekommen ist, daher werde ich diesen Aspekt nicht in eine Wertung einbeziehen. Da ich mir eigentlich sicher bin, keine Zigarren mit so offensichtlichen Makeln einzukaufen, muss es wohl während der Lagerung passiert sein. Die Färbung des Deckblatts ist eindeutig, der Maduro-Farbton in meinen Augen perfekt. Ich hatte das Gefühl, dass die Toro etwas fester gerollt war, ein Vergleichtest mit anderen Zigarren aus meinem Humidor bestätigte das. Ob es sich dabei um eine Eigenart von Brick House handelt oder eben nur diese Zigarren der Manufaktur betrifft, kann ich mangels Vergleichsmöglichkeiten leider nicht sagen. Unangenehm war die Haptik jedoch keinesfalls.

Den Trockenzug der Toro empfand ich als optimal, wenn auch nicht ganz perfekt. Wie immer habe ich sie auf 2 x 7 mm angebohrt, was bei der Größe des Formats in meinen Augen auch notwendig ist. Das Trockenaroma der Zigarre war angenehm kräftig, so wie ich es von einem Stumpen mit dieser Herkunft erwartete. Neben der vom Deckblatt stammenden Süße nahm ich vor allem  Creme, Holz und Erde wahr. Im Trockenzug kamen dann noch Noten von Nuss und Schokolade hinzu.

Davon überrascht, zündete ich die Toro an. Der Rauch hatte tatsächlich die von mir so geschätzte Cremigkeit, das Deckblatt lieferte wie erwartet die Süße  - und dann schlugen Leder, Röstaromen und Kaffenoten durch. Eine angenehme Komposition, bei der die Geschmäcker gleichmäßig verteilt waren, keine Note entwickelte eine unangenehme Dominanz. Nach Ende des ersten Drittels kamen merkliche Röstaromen, Kaffee und Schokolade hinzu, im weiteren Verlauf eine ganz leichte Note von Karamell. Eine etwas dominanter Ausprägung einiger Aromen hätte ich mir gewünscht, im Hinblick auf den Preis ist das aber zu verschmerzen. Ich hatte das Gefühl, dass der Rauch im letzten Drittel der Zigarre etwas an Cremigkeit verlor - etwa zu dem Moment, da sich die ersten Nuancen von Pfeffer bemerkbar machten.

Im Gegensatz zu kräftigen Maduro-Farbe war die Asche der Toro hellweiß und damit ein passender optischer Kontrast. Die festigkeit war perfekt. Der Abbrand war leider nicht ganz gleichmäßig, das beeinflusste den Rauchgenuss jedoch kaum. Mit beginn des ersten Drittels war ein einmaliges Nachfeuern notwendig.


Fazit

Bei der Toro handelt es sich um eine schöne Zigarre zu einem fairen Preis. Sie hat eine angenehme schwere, was gerade mir gut gefällt. Massen dieser Zigarre würde ich mir nicht in den Humidor legen - denn da gibt es andere Varianten aus Nicaragua, die mir besser schmecken - aber eine oder zwei dieser Zigarren dürfen schon auf Vorrat gelegt werden.

Wertung: 7/10    

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