Writing: Goodies&Merchandise


Lesezeichen, Tassen, Blöcke, Stifte, T-Shirts: Immer, wenn ich mir so ansehe, was Kollegen so auf den Weg bringen, um für ihre Bücher zu werben, stolpere ich früher oder später über diese Goodies. Einige davon sind wirklich schön anzusehen, andere sind sogar recht sinnvoll und bei den nächsten frage ich mich schon, was letztlich damit anzufangen ist.




In den letzten Jahren ist es auch für den "kleinen" Autor möglich geworden, das Paradies des Merchandise für sich zu erschließen. Die Preise sind einfach kleiner geworden, womit diese Werbemaßnahmen erschwinglich sind. Und natürlich - da mache ich mir nicht viel vor - es ist schon cool, eine Tasse mit dem eigenen logo oder einem Cover zu haben. Zumindest aus Sicht des Autoren. Es gibt einem das Gefühl, einen weiteren Sprung geschaffen zu haben, frei nach dem Motto: "Jetzt gibt es nicht nur etwas von mir zu lesen..."

Aber da sind wir auch schon beim Punkt. Wie groß ist der Effekt dieser Werbemaßnahmen eigentlich? Zugegeben, an dieser Stelle habe ich keine verlässlichen Werte, lediglich ein Bauchgefühl und die Erfahrungen aus einem ganz anderen Bereich,  der Politik. In Wahlkämpfen ist es nämlich üblich, mit Goodies um sich zu werfen - "Geschenke", wie man im Volksmund sagt. Und natürlich verstehe ich den Sinn dahinter, doch ich Zweifle an der Wirkung.

Im Wahlkampf ist es nämlich so: Die Leute, die an einem Stand vorbeikommen, sacken Stifte, Blöcke, Einkaufschips und Feuerzeuge gerne ein. Denn es ist ja umsonst. Wirklich in ihrer Wahl beeinflussen lassen sich die wenigsten Menschen durch diese Goodies. Das wird deutlich, wenn man nach einem Wahlkampf einfach einmal die eingesetzten Mittel mit den erhaltenen Stimmen vergleicht. Natürlich wäre es utopisch anzunehmen, dass jedes Goodie einem auch gleich eine Stimme sichert, aber wenn einige tausend Goodies verteilt werden, die erhaltenen Stimmen bei einer Wahl dann aber nicht signifikant zur vorherigen steigen (in der der Materialeinsatz geringer war), dann kann man schon nachdenklich werden. Sicher, eine abnehmende Wahlbeteiligung spielt auch eine Rolle, erklärt das Phänomen in meinen Augen aber keinesfalls.

Übertragen auf das Merchandise, welches im Rahmen von Veröffentlichungen eingesetzt werden kann, ist die Frage also wirklich berechtigt: Welche Einfluss haben all diese Werbemittel?

Jetzt kenne ich den pragmatischen Standpunkt, der mir schon oft genug entgegen gehalten wurde: Erreichst du mit deinen Werbemitteln nur einen zusätzlichen Leser, dann hast du doch schon etwas gewonnen. Das halte ich für eine Milchmädchenrechnung. Investiere ich beispielsweise 200,- Euro aus meiner privaten Kasse in Werbemittel, erhalte dafür aber nur fünf neue Leser, die wiederum jeder ein Buch kaufen, von dessen Verkaufswert dann nur prozentuale Anteile bei mir landen, dann kann ich rechnen, wie ich will: Es ist ein Verlustgeschäft. und selbst wenn ich davon ausgehe, dass ich von den fünf, dich ich erreichen konnte drei im Nachhinein derartig interessiert habe, dass sie auch weitere Veröffentlichungen von mir kaufen, ändert das wenig. Input und Output stehen in keinem Verhältnis.

Klar. Die Hoffnung ist natürlich, mit einem Goodie den großen Durchbruch zu haben. Einen Werbeartikel zu haben, der die Leute überzeugt un eine wahre Kaufwelle auslöst. Aber wie groß ist diese Chance den wirklich?

Wie gesagt: Mir fehlen die belastbaren Zahlen und ich habe bei den Kollegen bisher auch nicht nachgefragt. Es ist einzig und allein eine subjektive Betrachtung zu dem Thema und ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen. Vielleicht mag der eine oder andere Kollege hier vielleicht wirklich einmal etwas zu verraten? Und die andere Seite würde mich auch interessieren.  Daher die Frage an die geneigten Leser: haben Goodies und Merchandise jemals dafür gesorgt, dass ihr zu einem Buch gegriffen habt?

Oder ist es am Ende ganz anders? Sind Goodies womöglich nur eine Belohnung für eine treue Leserschaft?  

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