Writing: Das Gefühl der Neuerscheinung


Nicht mehr lange, dann erscheint Schicksal, der dritte und abschließende Band der Imperium von Westrin Trilogie. Damit endet eine epische Reise von etwa 1.800 Normseiten, die in den ersten Januartagen 2015 für mich begann.

Schicksal wird meine insgesamt achte Veröffentlichung und letztens bin ich gefragt worden, ob sich dabei nicht langsam Routine einstellt. Sicherlich, das konnte der Fragensteller nachvollziehen, die ersten drei Bücher, da ist man sicher nervös und aufgeregt. Danach aber sei das doch nichts besonderes mehr.




Ich musste vehement widersprechen und ich tue das auch heute. Routine erhältst du beim Schreiben deiner Bücher. Irgendwann weißt du eben, wie du eine Geschichte aufbauen musst, damit sie Leser mitreißt, wo du Höhepunkte und Wendungen setzt. Das ganze lässt sich wohl gut unter dem Schlagwort der Erfahrung zusammenfassen: je häufiger man etwas tut, umso besser geht es einem von der Hand.

Bis zu dem Moment, an dem der Zeitpunkt gekommen ist, auf den du als Autor eigentlich schon so lange hinfieberst. Der Tag der Veröffentlichung. Plötzlich fühlst du dich wieder wie ein kleines Kind, merkst, wie dein Herz zu rasen beginnst und hibbelst nervös herum. und damit ist die Antwort gegeben. Veröffentlichungen werden nie Routine.  Für die meisten Autoren - mich eingeschlossen - kann man wohl das Bild des Babys bemühen, dass man über Wochen, Monate, manchmal sogar Jahre, gehegt, gepflegt und umsorgt hat. jetzt kommt der Moment, wo du als Geburtshelfer loslässt und voller Spannung auf die ersten Schritte deines Kindes blickst.

Du fragst dich, wie dein Buch aufgenommen wird. Hast du den Geschmack der Leserschaft getroffen? Werden die Leute es so begeistert aufnehmen, wie du es geschrieben hast? Und ist das vielleicht der nächste Schritt in Richtung deines Traums? Wird das Buch deinem Ruf am Ende gut tun oder wird es vom Publikum zerrissen?

Diese und noch mehr Fragen jagen dir in den Tagen und Stunden vor einer Veröffentlichung durch den Kopf. Wer also glaubt, das leben eines Schreiberlings sei langweilig, der irrt. Adrenalin pur.

Und übrigens auch ein Gefühl, nach dem man süchtig werden kann.      

Kommentare