Cigars: Zigarrenringe


Das Zigarrenrauchen an sich ist ja mit einem bestimmten Lebensgefühl verbunden. Es geht um Genuss, darum, ganz bewusst einen Akzent in der hektischen Zeit zu setzen. Es ist Ausdruck eines Lebensgefühls und hat - ich schrieb bereits an anderer Stelle darüber - auch etwas mit Wertschätzung zu tun.

Eine gute Zigarre ist eben mehr als ein reines Luxusprodukt, es ist Ausdruck von fachlichem Können, fast schon ein kleines Kunstwerk. Und so akribisch, wie einige Hersteller ihre Zigarren fertigen, verwundert es kaum, dass es auch unter den Zigarrenringen echte Kunstwerke gibt.

Spätestens mit diesem Blog ist übrigens klar, dass ich ein ziemlicher Freak bin, was Zigarren angeht. Damit kann ich sehr gut leben. Zigarren begeistern mich und haben mich fast vom ersten Moment an in ihren Bann ziehen können. Insofern bin ich für die meisten Hersteller wohl der Traum eines Konsumenten.

Und meine Faszination für Zigarren geht so weit, dass ich ziemlich schnell auch Begeisterung für die Zigarrenringe entwickelte. Also eben jene Papierstreifen, die um das obere Drittel der Zigarre gewickelt sind und das Produkt letztlich auch ausweisen. Die Ringe (oft auch als Banderole oder Bauchbinde bezeichnet) werden nämlich von vielen Herstellern genutzt, um ihre Zigarren noch einmal optisch abzurunden.

Die Spannbreite ist dabei mannigfaltig. Es gibt schlichte und sehr einfache Ringe ebenso wie echte Kunstwerke voller Details. Es sind letztlich Hingucker, Akzente, die eine Zigarre durchaus spannend machen können und dafür sorgen, dass man zugreift. Zumindest kann ich das von mir behaupten. Relativ oft kam es vor, dass mich ein ansprechend gestalteter Zigarrenring angezogen hat, während ich beim Händler meines Vertrauens "schnupperte". Auch damit lässt sich bestätigen, dass der Hintergedanke der Hersteller - handelt es sich doch ganz klar um Werbung - bestens zu funktionieren scheint.

Dabei vermag ich nicht einmal genau zu sagen, was mich besonders anzieht. Es ist wohl eine Mischung aus gut verarbeiteter und optisch schöner Zigarre sowie einem ansprechenden Zigarrenring.

Jedenfalls begann ich einige Monate, nachdem das Zigarrenrauchen Einzug in mein Leben gefunden hatte, die Papierringe zu sammeln. Irgendwie konnte ich es nicht über das Herz bringen, sie einfach zu entsorgen. natürlich gilt das nicht für alle Ringe. Gerade bei den Schlichten hatte ich kaum Probleme, aber wenn man echte Kunstwerke in den Händen hatte - exemplarisch mag das Bild einiger Ringer der Zigarren aus dem Hause Alec Bradley dort oben einen Einblick geben - war es eben schwer, sich davon zu trennen. Irgendwann begann ich dann, aus meiner Not eine Tugend zu machen.

Ich besorgte mir ein Album für Briefmarken (die sind heute übrigens schwerer zu bekommen als noch vor ein paar Jahren) und begann, die Zigarrenringe aufzufalten und zu sammeln. Es handelt sich dabei nicht unbedingt um eine Manie, wie man unschwer daran erkennen kann, dass es mir nicht immer gelungen ist, die einzelnen Ringe völlig schadlos aufzutrennen. Aber ich finde, es ist eine schöne Erinnerung. So kann ich das kleine Album immer mal zur Hand nehmen und mir die Kunstwerke noch einmal ansehen, erinnere mich dabei automatisch, ob mir eine Zigarre gefallen hat oder eben nicht. Es hilft eben beim Erinnern und Innehalten. Und das ist irgendwie angenehm in der heutigen Zeit.

Aber ich gebe zu: Man muss schon ein ziemlicher Freak sein, um das so zu machen. Was solls: Mir macht es Spaß.  

Kommentare