Cigars of the week: Alec Bradley Nica Puro | Diamond Rough Cut


Alec Bradley ist einer jener Hersteller, der den meisten Aficionados ein Begriff sein dürfte. Mit zahlreichen Reihen dürfte dieser Hersteller eigentlich für jeden Zigarrenfreund etwas im Portfolio haben. Ich bin relativ früh mit den Zigarren aus diesem hause in Berührung gekommen und habe es bis heute eigentlich nicht bereut.

Heute möchte ich euch die Diamond Rough Cut, ein eher ungewöhnliches Format aus der Reihe Nica Puro vorstellen. Diesmal also Nicaragua. Lassen wir uns überraschen.  




Hersteller: Alec Bradley
Herstellungsart: Totalmente a mano 
Format: Diamond Rough Cut
Einlage: Nicaragua
Rauchdauer: 100 Min
Preis: 9,00 € / Stk  (Stand November 2016) 

Grundlegendes

Wie bereits geschildert, bin ich relativ früh auf Alec Bradley aufmerksam geworden. Die Zigarrenhändler meines Vertrauens widmet den Zigarren dieses Herstellers in seinem Klimaraum auffallend viel Platz, sodass es gar kein Wunder ist, dass sie mir einerseits in Auge stachen und andererseits empfohlen wurden. Mit den aufgerufenen Preisen befinden sich die Zigarren dieses Herstellers im oberen Mittelfeld, verglichen mit Davidoff bekommt man hier mehr für sein Geld. Für den täglichen Gebrauch würde ich die Zigarren dieses Hauses eingeschränkt empfehlen: Die Diamond Rough Cut wegen ihrer besonderen Form eher nicht, andere Formate schon. 

Praxistest

Dem geneigten Leser dürfte bekannt sein, dass ich ein ausgemachter Fan von Zigarren bin, die mit einer Einlage aus Nicaragua aufwarten können. Schwer zu erklären, Geschmack und Aroma haben es mir in diesem Fall eben besonders angetan. Gerade deswegen - und da möchte ich den Händler meines Vertrauens zitieren - sollte ich mir die Nica Puro - Serie einmal ansehen.

Gesagt, getan: Schon das kräftige Trockenaroma war angenehm. Sie roch so stark, wie ich es von Zigarren aus Nicaragua gewohnt war, ich konnte Aromen Erde, Schokolade, Leder und Holz ausmachen. Der Trockenzug bestätigte dies und war einwandfrei. Haptisch ist die Diamond Rough Cut wegen ihres einzigartigen Formats ziemlich spannend, optisch ist sie sowieso ein Hingucker, der sich ganz gut zwischen den "üblichen Verdächtigen" im heimischen Humidor macht.

An der Verarbeitung gibt es im Grunde nichts auszusetzen, wenngleich der Unterschied zu den Zigarren aus dem Hause Davidoff  natürlich auffällt. Wobei dieser Vergleich andererseits wahrscheinlich nicht sonderlich fair ist, gelten die Stumpen aus dem Traditionshaus unter den Aficionados doch als Inbegriff bester Qualität und Luxus.

Angezündet braucht die Diamond Rough Cut einige Züge, entwickelt sich dann aber fulminant. Ihr Rauch ist nicht so cremig, wie ich es von anderen Zigarren mit dieser Herkunft gewohnt bin (den Casa de Nicaragua, beispielsweise), bestach aber von Anfang an durch eine markante, zuweilen blumige Süße, die an Fruchtaromen heranreicht. Im weiteren Verlauf kommen dann die Aromen von Schokolade, Kaffee und Erde hinzu, ab der Hälfte gesellt sich etwas Pfeffer auf die Zunge. Die Süße tritt dann in den Hintergrund. Ein für mich rundes Zusammenspiel aus Aromen.

Problematisch ist der Abbrand der Zigarre. Denn dieser ist einerseits nicht gleichmäßig, was dem ungewöhnlichen Format geschuldet sein dürfte, andererseits neigt die Diamond Rough Cut dazu, nachgefeuert werden zu müssen - selbst bei optimalem Zugverhalten. die Asche ist recht locker und bisweilen brüchig.

Rauchen lässt sich das ungewöhnliche Format bis in das letzte Drittel hinein problemlos, was bei dem angenehmen Aroma auch angeraten ist. Je weiter die Zigarre voran geschritten ist, umso weniger werden Schiefbrand und das Nachfeuern zu einem Problem.  

Fazit

Ich muss mich beim Zigarrenhändler meines Vertrauens ganz klar für diese Empfehlung bedanken. Geschmacklich bin ich zufrieden und auch das besondere Format hat es mir - trotz der genannten Nachteile - einfach angetan. Ich habe für diesen Preis schon weit schlechtere Zigarren geraucht, die noch dazu eine viel kürzere Rauchdauer hatten. Auch hier kann die Diamond Rough Cut also punkten. 

Für Aficionados, die Nicaragua für sich entdeckt haben, ist die Zigarre also sehr zu empfehlen. Zwei oder drei davon liegen eigentlich immer in meinem Humidor.

Wertung: 7/10

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