Cigars of the week: H. Upmann | Petit Coronas


Mit Kuba ist das ja so eine Sache. An den Zigarren von dort scheiden sich die Geister: Der eine Aficionado schwört darauf und rührt fast nichts anderes an, der andere flucht darauf und rührt fast nie eine kubanische Zigarre an.

Meine Einstellung dazu? Sie hat sich seit der Mitte des Jahres geändert - langsam und stetig. Währed ich lange Zeit ein ausgesprochener Nicaragua-Fan, ein Dom. Rep-Gegner und ein Kuba-Verweigerer war, arbeitet sich der Inbegriff der"guten" Zigarre langsam bei mir nach oben. Ich merke es daran, dass meine Abteilung für kubanische Zigarren im Humidor stetig gewachsen ist (Gleichwohl es immer noch ein sehr kleiner Bereich im gesamten Lager ist).

Im März habe ich bereits eine Zigarre aus dem Hause Upmann in diesem Blog vorgestellt - die Magnum 50. Wie subjektiv und wandelbar Geschmack ist, lässt suich daran erkennen, dass ich der Magnum 50 heute eine höhere Wertung geben würde. Aber um die geht es nicht. heute soll es um die Petit Corona gehen...

Kerndaten
Hersteller: H. Upmann
Herstellungsart: Totalmente a mano 
Format: Petit Corona
Einlage: Kuba
Rauchdauer: 30 Min
Preis: 7,20 € / Stk  (Stand September 2017) 


Grundlegendes

Hier haben wir also einen Hersteller mit Tradition und Geschichte: H. Upmann ist im Jahre 1844 von den deutschen Bankiers Hermann und August Upmann in Havanna gegründet worden. Von da an dauerte es keine fünfzig Jahre bis 1891 eine größere Fabrik eröffnet wurde. Schon damals hatten die Zigarren also einen Weltruf und galten als qualitativ hochwertige Produkte. 

Aber wie das Schicksal so spielt: Anfang 1922 geht die Hupmannsche Bank bankrott und reißt die Zigarrenfabrik mit sich. Doch bereits fünfzehn Jahre später, 1937, scheint das alles vergessen und H. Upmann produziert wieder. Seitdem läuft es rund und die Zigarren - immer noch in Kuba hergestellt (bis 2003 übrigens an der Adresse der allerersten Fabrik) - erfreuen sich großer Beliebtheit. 

Im Hinblick auf die Formatvielfalt kann H. Upmann eine ganze Menge liefern.

Praxistest

Ein wenig packt mich ja immer die Angst, wenn es um kubanische Zigarren geht, denn sie sind nicht nur für ihre Qualität (das ist subjektiv) berühmt, sondern auch für ihre Verarbeitung (das ist objektiv) berüchtigt. Die in diesem Test gerauchte Zigarre erschien mir erst viel zu straff gerollt und ich fürchtete schon zu wissen, wie es ausging, hatte ich vor einigen Wochen doch entsprechende Erfahrungen mit einer anderen kubanischen Vertreterin gesammelt. Das ist ja immer so eine Geschichte: Die Zigarren sind echte Hingucker, an denen es nichts zu Mäkeln gibt. die Haptik ist eine andere Sache. Ich möchte vorweg greifen und sagen, dass die Petit Corona sich rauchen ließ. Mit dem Format hingegen bin ich nicht warm geworden, es ist mir viel zu klein - aber ich habe auch große Hände ;) 

Der Kaltgeruch kitzelte mir nicht so sehr in der Nase, wie ich es von Kuba in Erinnerung hatte. Der Trockenzug trieb mir dann wieder die Schweißperlen auf die Stirn. Zwar gab es die markante kubanische Würze, jedoch relativ schwach. Panik machte mir der Zugwiederstand, der mir zu Beginn schwerfällig vorkam. Auf eine Zigarre, die nach einigen Zügen vollständig dicht macht, hatte ich wenig Lust.  

Doch bekanntlich muss man immer die Probe aus Exempel machen. Mittels der Jet-Flame bekam ich eine ordentliche und gleichmäßige Glut an das kleine Format. Während der ersten vier oder fünf Züge schien sich meine böse Vorahnung zu Bewahrheiten, dann jedoch platzte der Knoten. Plötzlich war der Zugwiderstand optimal. Was die Aromen angeht, so möchte ich Bild bemühen. Die Petit Corona erinnerte mich an die Light-Ausführung einer sonst kräftigen Zigarre. Ich schmeckte die mir bekannten Aromen der Magnum 50, doch eben leicht und zuweilen schwach. Damit kam das für mich übliche Kuba-Feeling nicht auf. 

Der Abbrand war regelmäßig, Negatives gibt es jedoch von einer anderen Warte aus zu berichten, denn die Zigarre neigte zum Ausgehen. Ich musste also einige Male nachfeuern, was den Rauchgenuss bekanntlich immer trübte. Die Asche war auffällig flockig und instabil. 


Fazit

Einen kurzen kubanischen.Kick bekommt man mit diesem Format schon. Nur darf man dabei eben nicht zu viel erwarten. Mir war die Zigarre zu schwach, zu klein und gemessen an der Größe auch zu teuer. Bedenkt man dann, dass die Zigarre dazu neigt, auszugehen, dann kann das Urteil nicht gut ausfallen. 

In diesem Sinne: nehmt lieber etwas mehr Geld in die Hand und stürzt euch auf eine Magnum 50, wenn es Kuba sein soll. 

Wertung: 4/10

Kommentare

  1. Nicht kubanisch.
    Aber ich habe mal eine Doku über Holland gesehen. Und da zeigten sie einen älteren Herrn, der bei de Olifant die Zigarren (noch?) per Hand dreht. Ich fand das spannend. Habe allerdings keinerlei Ahnung von Zigarren oder der "richtigen" Handhabung. :)
    (Bin auch eher ein "Freund" von Pfeifenduft als von Zigarrengeruch... Musste aber an dich denken und habe mich gefragt, ob du diese Marke kennst.) :)

    rauchfreie Grüße ;)
    Rabi aka Petra

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