Cigars of the week: Gurkha Rogue | Ruthless


Im Moment ist mein Zigarrenkonsum dank der Prüfungszeiten recht groß- Innerhalb von zwei Monaten wollen nicht weniger als sieben Altenpfleger- und Krankenpflegerkurse zum Examen gebracht, begleitet und geprüft. Dabei nicht total im Stress zu versinken funktioniert für mich v.a. Dank Zigarren einigermaßen verlässlich. 

Schön also für meinen Humdior und die Händler meines Vertrauens. Gut auch für diesen Blog, denn so gibt es genügend Nachschub um zwei Mal in der Woche darüber zu berichten. Heute fiel mir daher die Rouge in die Hände, eine Zigarre, die im Grunde aus dem Hause Gurkha stammt. Das gute Stück lag nun schon  ein paar Monate in meinem Humidor - und so gab es eigentlich keine Ausrede mehr, es dort noch länger liegen zu lassen. 


Kerndaten

Hersteller: Gurkha
Herstellungsart: Totalmente a mano 
Format: Ruthless (Toro)
Einlage:  Dominikanische Republik, Honduras, Nicaragua
Rauchdauer: 90 Min
Preis: 10,95 € / Stk  (Stand September 2017) 


Grundlegendes

Hat eigentlich irgendwer mal eben so aus dem Stegreif einen Überblick über das Portfolio von Gurkha? Nein? Ich nämlich auch nicht. Es scheint auch ein Ding der Unmöglichkeit, denn wenn man einmal glaubt, alles gesehen zu haben, wirft Kaizad Hansotia ein neues Produkt in den Ring und legt die Latte der Superlative höher. So wie kürzlich mit der teuersten Zigarre der Welt. Wer zufällig eine Million herumliegen und keine Verwendung dafür hat, sollte sich das Angebot von Gurkha mal ansehen. 

Die Rogue gehört jedenfalls auch ins Portfolio von Gurkha und ist im Grunde auch keine neue Entwicklung. Seit 2014 ist sie bei uns erhältlich, scheint bisher aber ein absolutes Nischendasein gefristet zu haben, zumindest im vergleich mit anderen Zigarren aus dem gleichen Haus.

Wer es übrigens genau nimmt, der wird nun sagen, dass die Rogue gar nicht zu Gurkha gehört. Aber das ist so auch nicht richtig. Die Zigarrenserie erscheint unter dem Label East India Trading Corporation, wobei es sich um eine Unterfirma von Gurkha handelt. Was Auslöser für diese Strategie war, wissen die Götter. 

Die Rogue ist aktuell in fünf Varianten erhältlich, die natürlich alle sehr klangvolle Namen haben- Grundsätzlich sind es aber hergebrachte Formate: So ist die vorliegende Zigarre eigentlich eine Toro. Ich nehme an Ruthless klingt eben einfach stimmiger. Eine weitere Besonderheit der Serie ist der "wilde" Zigarrenfuß. Dieser ist nämlich nicht, wie üblich, geschnitten und ansehnlich, sondern franst etwas aus. Damit dürfte auch deutlich sein, woher der Name der Serie stammt.  

Praxistest

Unschwer zu erkennen handelt es sich bei den Zigarren dieser Linie um solche im boxpressed-Format. Sie sind also nicht rund sondern in gewisser Art und Weise "eckig". Das Deckblatt ist ein Hingucker und auffallend ölig. Über die Verarbeitung kann man nichts Schlechtes sagen - und es wäre bei dem Hersteller auch sehr verwunderlich. Der Zigarrenring ist zweigeteilt, wobei die Formatsbezeichnung auf einem zweien, schmalen Ring unterhalb des  Hauptrings angebracht ist. Der Ring selbst war für mich ein netter Hingucker. Nicht unbedingt das Kunstwerk, dass man von Gurkha gewohnt ist, was ihn aber nicht schlechter macht. 

Die Rogue wird Nicaragua zugeordnet, gleichwohl die Mischung aus mehrere Tabaken besteht. Jedenfalls bilde ich mir ein, dass man die charakteristischen, würzig-erdigen Noten im Kaltgeruch und Trockenzug bereits schmecken kann. merklich für mich war auch eine markante Pfeffernote. Der Zugwiderstand war für mich nach dem Anschnitt gut, nicht aber optimal. 

Feuer an das gute Stück! Sogleich fällt auf, dass es sich um eine Gurkha handelt, denn dich Rauchentwicklung ist nicht von schlechtern Eltern. tatsächlich habe ich schon stärkere Nebelkerzen in den Händen gehabt, aber nicht viele. Und alle stammten von Gurkha. Das Rauchvolumen war also entsprechend gut, der Rauch selber war einerseits von dem bereits angemerkten Pfeffer durchsetzt, aber nicht so, dass es sofort unangenehm war. Vorhanden blieb er aber über den gesamten Verlauf der Zigarre. Das sorgte auch dafür, dass die Cremigkeit für mich merklich litt. Irgendwie gab es immer einen leicht herb-scharfen Beigeschmack, zu keinem Zeitpunkt allerdings so, dass es zu unangenehm wurde. Innerhalb der anderen Aromen gab es Erde, ein bisschen Holz und zuweilen markante nussige Noten. Die Schärfe nahm ab dem zweiten Drittel merklich zu. 

Eindeutig bemängeln möchte den umstand, dass die Rogue zumindest bei mir zum verlöschen tendierte. Die Glut schien mir nicht sonderlich langlebig, wenn man die Zigarre ein bisschen zu Lange zur Seite legt, darf man sich beim "anziehen" gleich wieder mehr Mühe geben. Wenn man Pech hat, muss nachgefeuert werden. Da ich meist beim Schreiben rauche, war es für mich eher nervtötend, damit kämpfen zu müssen. Die Asche war relativ hell, flockig und instabil. 

Fazit

Bisher hatte ich mit Gurkha, abgesehen von ein paar Kleinigkeiten, eigentlich immer Glück. Die Rogue hingegen ist eine Zigarre, die mir nicht so sehr gefallen will. Ich mag boxpressed, aber das hilft nicht viel: Die Tendenz, relativ schnell zu erlöschen, war für mich nervtötend, die pfeffrigen Noten etwas zu heftig. Noch einmal im Humidor brauche ich diese Zigarren daher nicht. 


Wertung: 5/10


Kommentare