Cigars of the week: Paradiso Revelation | Prophet


Paradiso? Die gab es hier doch schon einmal? Völlig richtig. Vor einiger Zeit habe ich euch die Paradiso Quintessence vorgestellt. Da mir diese Linie damals sehr gut gefallen hat, griff ich sogleich zu, als die Revelation bei meinem Stammhändler verfügbar war. Meine Wahl fiel auf die Prophet, wobei es sich grundsätzlich um eine Robusto im boxpressed-Format handelt. Ich war gespannt...


Kerndaten

Hersteller: Ashton Cigars
Herstellungsart: Totalmente a mano 
Format: Prophet
Einlage:  Nicaragua
Rauchdauer: 70 Min
Preis: 7,20 € / Stk  (Stand August 2017) 

Grundlegendes

Von der Quintessence, dem Meisterstück unter dem Label Paradiso, war ich seinerzeit wirklich begeistert. Auch wenn die Zigarre de einen oder anderen mit ihrem quitschbunten Zigarrenring abschrecken mag, rate ich dazu, sich nicht von Äußerlichkeiten blenden zu lassen, denn die inneren Wert sind bei diesem Stück wirklich großartig. Was lag da also näher, als auch einmal zur Revelation zu greifen, wenn sich die Chance dazu ergibt?

Die Revelation kommt in fünf Formaten mit jeweils klangvollen Namen daher. Natürlich handelt es sich dabei in erster Linie um Marketing, denn die Formate lassen sich vom geübten Auge schnell auf das Althergebrachte verorten. Mit einer Preisspanne von etwas mehr als sieben bis zu knapp unter neun Euro liegt die Paradiso im Mittelfeld: Sie ist weder sonderlich günstig aber eben auch nicht teuer.

Praxistest
Wieder einmal eine boxpressed-Zigarre. ich mag die quadratische Form ja, auch wenn ich einen tatsächlichen Sinn (abseits von Optik und Haptik) dahinter noch nicht erkennen kann. Klar ist, dass Zigarren in dieser Form natürlich aus der Masse hervorstechen. Was einem bei der Revalation übrigens sofort auch ins Auge sticht ist der Zigarrenring. Der ist zweigeteilt und nicht weniger bunt als der der Quintessence. Für einige Leute mag das abschreckend wirken (ich kenne jedenfalls ein paar Raucher, denen es zu grell gestaltet ist), aber man mag deshalb bitte keine schlechte Meinung haben. Die Prophet liegt mit ihren Robusto-Abmessungen gut in der Hand.

In die Nase sticht zuerst Würze, die den meisten Nicaragua-Rauchern eine Freude sein dürfte. Hier ist ein bisschen Kraft am Werk, die ersten Pfeffernoten stechen dezent hervor. Einmal angeschnitten und den Trockenzug genossen zeigt sich, dass auch Noten aus Holz und ein wenig Gras dabei sind. Der Zugwiderstand war gut aber nicht unbedingt optimal.

Lassen wir das Feuer sprechen um zu einem Urteil zu kommen. Die Zigarre nimmt die Flammen gut an und entwickelt eine ordentliche Menge Rauch, um eine Nebelkerze handelt es sich jedoch nicht. Die Aromen sind einerseits so würzig, wie man sie sich von Nicaragua wünscht, gerade aber die Pfeffernote schiebt sich immer wieder in den Vordergrund, bleibt aber nie so lange, dass es wirklich störend werden würde. Ansonsten hat man es über den Verlauf der Zigarre mit Gras, Holz und Leder zu tun, wobei die grasige Note deutlich dominant ist. Manchmal sticht noch ein wenig Süße hervor, aber auch hier handelt es sich bestenfalls um einen Hauch.

Im Abbrand kämpft diese Boxpressed mit dem gleichen Problem, dass fast alle Zigarren dieser Fertigung zu haben scheinen: Der Abbrand ist nicht gleichmäßig, dabei handelt es sich aebr wieder einmal nur um einen optischen Makel, der sich schnell beheben lässt. Die Asche ist relativ locker und flockig, ein Nachfeuern war nicht notwendig.

Fazit

Die Quintessence wusste, mich zu begeistern. Und die Revelation? Die schaffte es nicht. Es ist keine schlechte Zigarre, jedoch sagen mir die Aromen nicht sonderlich zu. Die Mischung der dominanten Aromen - Gras und Pfeffer - ist mir etwas zu kräftig. Daran können leider auch die restlichen Nuancen wenig ändern. Handwerklich ist es trotzdem eine schöne Zigarre, mir sagt sie nur eben nicht zu.

Wertung: 6/10

  

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