Writing: Leitfaden zum Überleben - Kapitel VI


Wie angekündigt, werde ich hier in den nächsten Tagen die Kapitel aus dem Leitfaden des Überlebens  einstellen. Heute ist - wie versprochen - das nächste Kapitel dran.

Bisher veröffentlicht:

Vorwort & Kapitel I - die goldene Regel 
Kapitel II - Zeitpunkt und -dauer
Kapitel III - Heimat und Rückzugsorte
Kapitel IV - Vorsicht
Kapitel V - Buchhaltung

Alles, was folgt, ist vorerst Rohfassung, damit also aus dem 1st draftvöllig unlektoriert und unbearbeitet. Ich hoffe, ihr habt trotzdem Spaß damit.

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Kapitel VI - Nahrung


Einen ähnlichen Stellenwert wie Wasser sollte die Nahrungsversorgung in Ihren Planungen haben. Zwar kann ein gut ernährter Mensch eine bemerkenswert lange Zeit ganz ohne Nahrung auskommen, jedoch geht es bei Krisenszenarien ja nicht um Zeiträume von wenigen Tagen, sondern um Monate und Jahre. Nahrungsvorräte, die Sie anlegen, müssen daher mehrere Voraussetzungen erfüllen: Sie müssen haltbar sein, nahrhaft und eine gute Lagerfähigkeit besitzen.
Die Haltbarkeit von Nahrungsmitteln ist aufgrund der technischen und chemischen Errungenschaften des letzten Jahrhunderts ein immer kleineres Problem geworden. Heute können Sie fast jedes Nahrungsmittel in einer haltbaren Konserve bekommen. Zeiträume von vielen Monaten bis hin zu ganzen Jahren sind keine Seltenheit, und da Sie sich auf einen Ausnahmezustand von mehreren Jahren vorbereiten, sind solche Lebensmittel, die sich durch besonders lange Haltbarkeit auszeichnen, Ihre erste Wahl. Zu empfehlen sind alle Arten von Konserven.
Die Nahrhaftigkeit ihrer Vorräte ist ebenso wichtig. Machen Sie dabei nicht den Fehler, sich nur nach einem bestimmten Tagesbedarf an Kalorien zu richten. Ohne Frage kann Ihr Körper ohne die angemessene Menge an Kalorien über lange Zeit nicht auskommen, aber ebenso wichtig ist eine optimale Versorgung mit Vitaminen und Mineralien. Ihre Aufgabe wäre daher, einerseits im Sinne ihres täglichen Kalorienbedarfs zu planen, dabei aber nur solche Vorräte zu wählen, die Sie mit allem Notwendigen versorgen. Ihr täglicher Bedarf ist – ähnlich wie beim Wasser – von zahlreichen Faktoren abhängig: Ihrem Geschlecht, der Körpergröße und dem Gewicht, den ausgeübten Tätigkeiten und dem Vorhandensein bestimmter Stoffwechselerkrankungen. Trotzdem ist es möglich einen „Normalbedarf“ zu errechnen, also einen täglichen Richtwert. Ihre Vorratshaltung sollte so vorausschauend sein, dass sie mögliche Ausreißer nach oben (vielleicht wegen schwerer, körperlicher Arbeit) ausgleichen können. Es steht Ihnen frei, exakte Werte zu errechnen, die WHO beispielsweise liefert Ihnen alle notwendigen Formeln und unterscheidet zwischen Grund- und Leistungsumsatz. Meine Erfahrung ist jedoch, dass Sie sich mühelos an einem Richtwert von 2.500 kcal pro Tag orientieren können. Und nun kommt wieder die Mathematik zum tragen, denn ausgehend von diesem Tagesbedarf können Sie leicht den Jahresbedarf berechnen (912.500 kcal)und von diesem Ergebnis aus ihren Bedarf auf beispielsweise fünf Jahre (4.562.500 kcal). Jetzt haben Sie endlich einen Zahlenwert an der Hand, mit dem Sie arbeiten können!
Die Lagerfähigkeit scheint auf den ersten Blick kein zwangsläufig einleuchtendes Kriterium. Doch es ist egal, in welchen Dimensionen Sie Ihren sicheren Hafen für die kommende Apokalypse planen: Platz ist immer ein knappes gut und eine endliche Ressource. Natürlich, wenn Sie es geschafft haben, sich einen Mehrpersonenbunker oder etwas Vergleichbares unter den Gale zu reißen, dann sind Sie auf diesem Gebiet eher weniger eingeschränkt. Trotzdem sollten Sie immer einen faktor bedenken: Wie gut können Sie ihre Vorräte einlagern? Dabei geht es nicht um die Haltbarkeit (auf die Sie ja eh schon achten), sondern vielmehr um die Frage, wie platzsparend Sie ihre Vorräte lagern können. 500 Konserven beispielsweise werden sich besser und platzsparender Lagern können als 500 Säcke Reis (von dem Aufwand, den Reis frei von Schädlingen zu halten einmal ganz zu schweigen!). Alles, was Sie einlagern, wird Sie am Ende Platz kosten. Daher ist eine vorausschauende Planung hier angeraten.
Was bietet sich also für die Krisenvorsorge an? Es gibt schon seit langer Zeit eine Branche, für die es besonders wichtig war, Lebensmittel lange Zeit einerseits haltbar und andererseits transportabel zu halten: Das Militär. Dort finden Sie auch schon einen guten Grundstock für Ihre Vorsorge. Jede größere Armee der Welt verwendet mittlerweile die Einmannpackungen zur Verpflegung ihrer Soldaten im Feld. Das Prinzip ist relativ einfach: Darin finden sich besonders lange haltbar gemachte Mahlzeiten, ausgelegt für eine Energiezufuhr von 2.700 bis 3.300 kcal. Entgegen der landläufigen Meinungen sind derartige Rationen wirklich genießbar, denn kein Land der Welt kann es sich erlauben, seine Soldaten schlecht zu versorgen. Hunger ist eben pures Gift für die Moral. Diese Rationen sind unter normalen Bedingungen innerhalb von 3,5 Jahren verzehrbar, zumindest sind das die gängigen Angaben. Es ist davon auszugehen, dass Einmalpackungen über diesen Zeitraum hinaus noch genießbar bleiben, wenngleich es sich dann nicht mehr um geschmackliche Highlights handeln dürfte. Der schon beachtliche Zeitraum lässt sich bei sachgemäßer Lagerung übrigens um ein Vielfaches erhöhen. So ist es beispielsweise üblich, die Rationen auf Eis zu legen und ihre Lebensdauer damit erheblich zu verlängern. Mittlerweile können Sie die Militärrationen im gut sortierten Fachhandel für einen akzeptablen Preis bekommen, oft sogar mit Mengenrabatt. Es lohnt sich, sich mit einigen hundert Paketen zu bevorraten, denn hier können Sie sicher sein, dass bei der Zusammenstellung auf die optimale Versorgung mit Kalorien einerseits sowie auf Vitamine und Mineralien andererseits geachtet wurde. Weiterhin profitieren Sie davon, dass die Einmannpackungen bereits so konzipiert sind, dass man sie platzsparend und leicht lagern kann. Im Hinblick auf das Gewicht gibt es mittlerweile sicher bessere Lösungen als die Militärrationen, doch diesen Nachteil können Sie ruhig verschmerzen. Bei einem Gewicht zwischen 800g und 1,6 kg pro Paket hat die Truppe sich in den letzten Jahren nicht ohne Grund über das Gewicht beklagt, das im Feld hinderlich sein kann. Da Sie jedoch planen, die Krise in einem gut ausgestatteten Unterschlupf zu überstehen und nicht wie ein Nomade durch das Land ziehen wollen, spielt dieser Faktor – wie gesagt – kaum eine Rolle. Die Vielfalt der Einmannpackungen ist mittlerweile ausreichend und ein Garant dafür, dass Ihnen die Rationen nicht zum Halse heraushängen werden.
Neben den Einmannpackungen sollten Sie Ihr Augenmerk auf die bereits eingangs erwähnten Konserven legen. Hier sind Dosen den Einmachgläsern vorzuziehen, was dem höheren Gewicht und der Zerbrechlichkeit der Gläser geschuldet ist. Stellen Sie sich bei der Bevorratung mittels Konserven möglichst breit auf. Denken Sie immer daran, dass Sie sich auf absehbare Zeit nicht mehr versorgen werden können. Es wäre also eine echte Schande, wenn Sie auf einmal Heißhunger auf ein Lebensmittel bekommen, von dem Sie zu wenig oder womöglich gar nichts eingelagert haben. Die meisten Konserven, die Sie im Einzelhandel bekommen können, haben im Gegensatz zu jenen Produkten aus dem Fachhandel eine spürbar kürzere Haltbarkeit, bestechen aber durch einen erschwinglichen Preis. Abgesehen davon handelt es sich bei den Haltbarkeitsangaben auf Konserven natürlich immer nur um Empfehlungen des Herstellers. Es ist jener Zeitraum in denen Ihnen garantiert wird, dass eine konservierte Speise immer noch so schmeckt, wie der Hersteller es verspricht. Die Lebensmittel, die über diesem Datum liegen, sind nicht automatisch verdorben. In den meisten Fällen können Sie davon ausgehen, dass konservierte Lebensmittel weit über die angegebenen Zeiträume ohne Gefahr für Ihre Gesundheit verspeist werden können. Wohlschmeckend sind diese Lebensmittel dann unter Umständen nicht mehr – aber wenn die Krise einmal ausgebrochen ist, wird das wohl nicht mehr der Maßstab sein. Lagen Sie, sofern möglich, Lebensmittel mit großer Energiedichte ein. Hülsenfrüchte im Allgemeinen wären eine gute Wahl, wobei ihrer Fantasie und Ihrem Geschmack eigentlich keine Grenzen gesetzt sind.
Empfehlenswert ist darüber hinaus eine Bevorratung mit Reis oder Hartweizennudeln. Achten Sie hier jedoch dringend darauf, dass die Verpackung dieses Lebensmittel undurchdringlich für Feuchtigkeit ist! Sie tun sich selbst einen großen gefallen damit, Vorräte dieser Art nicht nur kühl und trocken zu lagern sondern auch regelmäßig auf den Befall von Schädlingen zu prüfen. Oder anders gesprochen: Ratten und Mäuse haben es viel einfacher, einen Sack Reis aufzureißen, als eine Konservendose aufzubekommen.
Mehl bietet sich als Grundlage zur Versorgung ebenfalls für die Lagerhaltung an, jedoch ist diese halb verarbeitete Form extrem anfällig gegenüber Feuchtigkeit, Schädlingen und anderen Einflüssen. Aus diesem Grund sind Staaten schon seit langem dazu übergegangen. Ihre Notvorräte nicht in Form von Mehl, sondern in Form des Ursprungsprodukts – also Weizen – einzulagern. Damit ist dieses Lebensmittel um einiges robuster, erfordert bei der Verarbeitung aber viel mehr Einsatz. Persönlich würde ich Ihnen zur Anschaffung eines Mühlsteins und der Bevorratung mit Weizen (oder anderen Getreidearten) raten. Hiermit haben Sie dann auch gleich die Grundlage geschaffen, um sich von möglicherweise selbst angebauten Lebensmitteln zu ernähren.
Fleisch macht eine Bevorratung kompliziert, zumindest wenn Sie es mit dem vergleichen, was Sie heute im Supermarkt oder beim Metzger kaufen können. Anders gesagt: Es ist schon möglich, Fleisch über längere Zeit einzulagern, nur erwarten Sie dann keinen Hochgenuss wie bei einem guten Steak. Solange Sie über Möglichkeiten zur Kühlung verfügen, ist es viel problemloser möglich, auch Fleisch einzulagern. Sollte Ihre Stromversorgung jedoch einmal – auch nur über einen kurzen Zeitraum – ausfallen, dann können Sie buchstäblich ein Wunder erleben, was eingelagertes Frischfleisch angeht. Dosenfleisch ist, ungeöffnet natürlich, völlig problemlos, wenngleich auch kein besonderes Geschmackserlebnis. In einer Krise werden Sie auf Fleisch als Nahrungsquelle jedoch nicht verzichten wollen (oder sollten es nicht, wenn Sie meine Meinung dazu hören wollen). Freunden Sie sich in diesem Zusammenhang für eine optimale Versorgung mit der Tierhaltung an. Natürlich müssen Sie Hühner, Schweine oder andere Tiere bei der Berechnung der allgemeinen Vorräte bedenken, jedoch zahlt sich dieser Aufwand durch eine Ergänzung ihres Speiseplans in mehrfacher Hinsicht aus. Ja, das sei an dieser Stelle ausdrücklich erwähnt, Zierhaltung setzt voraus, dass Sie sich auch über die Themen Tierhaltung und Schlachtung informieren. Für das erste Thema gibt es umfangreiche Literatur, die Ihnen ans Herz gelegt sei, für das zweite Thema empfehle ich den Besuch bei einem Bauern mit Viehbestand. Dort können Sie die notwendigen Fähigkeiten sicher lernen.
Eine weitere Möglichkeit stellen Fische da. Solange Sie in der Nähe Ihres sicheren Hafens einen Teich anlegen können, bietet sich möglicherweise an, diesen mit robusten, vor allem aber essbaren Fischen zu füllen. So stellen Sie eine ebenfalls reichhaltige Ergänzung Ihres Speiseplans sicher. Sollten Sie sich für diesen Schritt entscheiden, denken Sie auch daran, sich mit der notwendigen Ausrüstung zu bevorraten, um eben jene Fische zu fangen. Einen Laden für Anglerbedarf werden Sie während der Krise kaum auftreiben können. Hier gelten darüber hinaus die gleichen Grundsätze wie auch bei der Tierhaltung, informieren Sie sich im Vorfeld bei einem fachkundigen Angler, wie Fische ausgenommen werden. Es wäre eine echte Schande, wenn sie über nahrhafte Speisefische verfügen, diese aber aufgrund mangelnden Wissen nicht oder nur falsch zubereiten können.
Neben all diesen Lebensmitteln sollten Sie bestimmte Grundmittel übrigens auch noch auf dem Schirm haben. Legen Sie einen großen Vorrat an Salz an! Dabei geht es nicht nur um das abschmecken von Speisen, sondern vielmehr um die konservierenden Eigenschaften. Hier gilt die Devise, besser zu viel als zu wenig – und haben Sie auch keine Angst, bei den Kilopreisen für Salz werden selbst große Mengen Sie nicht in den Ruin treiben. Ähnliches gilt für Gewürze, wobei die Haltbarkeit von gemahlenen Gewürzen sehr zu wünsche lässt. Legen Sie trotzdem auch hier einen Vorrat an, Ihre Geschmacksknospen werden es Ihnen danken, wenn die Welt um Sie herum im Chaos versenkt. Ein besserer Weg scheint es zu sein, sich auch auf Kräuter zu stützen, die Sie in der Nähe Ihrer Zuflucht pflanzen und bei Bedarf ernten können, nachher mehr dazu.
Was bisher unerwähnt blieb, ist Fett. Sie werden davon einiges benötigen, das Problem ist nur, dass die meisten Fette und Öle, die Sie käuflich erwerben können, eben nur über sehr kurze Haltbarkeitszeiträume verfügen. Das können Sie jedoch abmindern: Lagern Sie nur solche Fette ein, die über besonders wenige ungebundene gesättigte Fettsäuren verfügen. Öl sollte immer ungeöffnet und gekühlt gelagert werden, von Vorteil sind lichtundurchlässige Gefäße. Die Haltbarkeit von Öl lässt sich durch einfrieren drastisch verlängern, jedoch kann auch hier der Geschmack in Mitleidenschaft gezogen werden. Auf dem Markt gibt es darüber hinaus aber auch Speiseöle und –fette, die durch Beimengung von Antioxidantien haltbar gemacht wurden. Wenn Sie diese Ratschläge beim Erwerb und der Lagerung beherzigen, sollte es Ihnen auch hier möglich sein, einen mehr als ausreichenden Vorrat aufzubauen.
In Ihre Planungen einbeziehen sollten Sie ebenfalls eine Bevorratung von Alkohol und Zucker. Bei Alkohol sind einerseits die konservierenden, andererseits die antiseptischen Eigenschaften nicht zu unterschätzen. Und letzten Endes kann es durchaus befreiend sein, die um sie herum tobende Krise mit einem (oder mehreren) Tropfen guten Alkohols zu begehen. Wundern Sie sich am nächsten Tag jedoch nicht über die Kopfschmerzen. Eine einfache Faustformel: Je hochprozentiger der Alkohol, umso besser lässt er sich einlagern. Solange es um Ihre persönliche Versorgung geht, lassen Sie aber die Finger von medizinischem Alkohol. Die Nebenwirkungen sind den Rausch nicht wert. Für ihre Zuckervorräte gelten die gleichen Ratschläge wie auch beim Salz, aufgrund relativ geringer Kosten ist das Anlegen großer Mengen problemlos möglich. Schützen Sie die Vorräte ebenso vor Feuchtigkeit, denn Zuckerwasser hilft Ihnen beim Überleben des Chaos nur bedingt.
Gleichwohl es sich nicht um notwendige Nahrungsmittel handelt, ist es durchaus sinnvoll, auch ein paar Worte zu Genussmitteln zu verlieren. Genussmittel versüßen Ihnen möglicherweise sprichwörtlich die tobende Apokalypse, wobei Sie sich an die ärztlichen Ratschläge halten sollten, was übermäßigen Gebrauch angeht. Lagern Sie vor allem solche Genussmittel ein, die über eine nahezu endlose Haltbarkeit verfügen. Als Richtlinie können Sie den Zuckergehalt nehmen: Je höher der ist, umso länger ist das Genussmittel, sachgemäße Lagerung vorausgesetzt, haltbar. Schokolade ist beispielsweise im Grunde fast unbegrenzt lagerbar, solange Sie kein Problem mit Verfärbungen haben. Und auch wenn er eigentlich zum bereits oben erwähnten Alkohol gehört: Auch einige Flaschen guten Weins sollten in Ihren Vorräten ihren Platz haben. Wein verbessert bei richtiger Lagerung seine Qualität mit den Jahren, was auch einen schlechten Tropfen genießbar machen kann. Und auch wenn man eigentlich auch einen ganzen Ratgeber für das Verhalten nach der Krise aufstellen könnte: Wenn sich aus den rauchenden Trümmern der alten Zivilisation eine neue bildet, ist es sicher von Vorteil über einen Vorrat begehrter Genussmittel zu verfügen. Es geht bei einer Bevorratung also nicht nur um Ihr persönliches Wohl, sondern auch um eine Kapitalanlage für später. Glauben Sie mir, Menschen, die nach der krise mit gutem Alkohol aufwarten können, haben es in der neuen Welt viel einfacher.         
In Kapitel 3 habe ich bereits die optimale Bodenbeschaffenheit um Ihren sicheren Hafen als Kriterium zur Standortwahl erwähnt. Im Hinblick auf ihre Versorgung mit Lebensmitteln ist dieser Hinweis überaus sinnvoll. Denn über einen bestimmten Zeitraum ist es zwar möglich, sich lediglich aus Konserven zu ernähren, irgendwann jedoch ist auch der größte Vorrat aufgebraucht bzw. die beste Konserve nicht mehr genießbar. Darüber hinaus werden Sie dankbar über jede Abwechslung für ihren Speiseplan sein. Insofern ist die Bodenbeschaffenheit in der Nähe Ihres Unterschlupfs von großer Bedeutung, denn über lang oder kurz werden Sie hier ihre eigenen Lebensmittel anbauen. Sie sollten daher, wenn es darum geht, sich auf die Krise vorzubereiten, auch diesem Punkt ihre Aufmerksamkeit schenken. Bevorraten Sie sich mit einem ausreichenden Vorrat an Sämereien und sparen Sie nicht am falschen Ende: Jene, die Sie im Fachhandel bekommen sind denen, die Sie im Supermarkt kaufen können, vorzuziehen. Bei der richtigen Zusammenstellung der Sämereien sollte Ihr Augenmerk einerseits auf robusten Pflanzen, andererseits auf ertragsreichen Züchtungen liegen. Beides ist später von großem Vorteil. Nehmen Sie sich ein bisschen Zeit und recherchieren Sie, welche Pflanzen ihre Kriterien erfüllen. Bedenken Sie bei dieser Planung jedoch auch, das Pflanzen Immer (Brauch)Wasser benötigen werden, den erhöhten Bedarf sollten sie einberechnen! Für besonders schnelle Ergebnisse bietet es sich an, gleich mit einem oder mehrere Gewächshäusern zu planen. Somit minimieren Sie unter Umständen auch die Gefahr, dass schlechte Witterungsbedingungen für Ernteausfälle sorgen können. Kleine, robuste Gewächshäuser bekommen Sie heute bereits für wenig Geld online oder im Baumarkt – eine Investition, die man zumindest einmal in Betracht ziehen sollte. Die Versorgung durch eigenen Anbau wird dann problematisch, wenn Ihre Umgebung biologisch oder chemisch verseucht wurde. Ein Gewächshaus kann dann ebenfalls Abhilfe schaffen, ist aber kein Garant! Bis Sie nicht absolut sicher sein können, dass keine Verseuchung vorliegt, würde ich Ihnen daher von der Selbstversorgung abraten.

Zugegeben, das Thema Nahrung ist recht umfangreich und erscheint auf den ersten Blick eine Menge Arbeit. Wobei, warum beschönigen? Es IST eine Menge Arbeit. Wollen Sie sich aber wirklich für den Ernstfall vorbereiten, werden Sie hier zwangsläufig investieren müssen. Am Ende lohnt sich der Aufwand, soviel ist sicher.   

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