Writing: Leitfaden zum Überleben - Kapitel V


Wie angekündigt, werde ich hier in den nächsten Tagen die Kapitel aus dem Leitfaden des Überlebens  einstellen. Heute ist - wie versprochen - das nächste Kapitel dran.

Bisher veröffentlicht:

Vorwort & Kapitel I - die goldene Regel 
Kapitel II - Zeitpunkt und -dauer
Kapitel III - Heimat und Rückzugsorte
Kapitel IV - Vorsicht

Alles, was folgt, ist vorerst Rohfassung, damit also aus dem 1st draftvöllig unlektoriert und unbearbeitet. Ich hoffe, ihr habt trotzdem Spaß damit.


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Kapitel V - Buchhaltung

Sie bereiten sich auf die Apokalypse vor und vor Ihnen liegt die schwere Aufgabe, mit allen denk- und undenkbaren Eventualitäten zu rechnen. Egal für wie geistig fit sie sich halten, die Zeiträume, für die Sie planen sind mitunter so groß, dass Sie es tunlichst vermeiden sollten, sich lediglich auf die Leistungskraft Ihrer grauen Zellen zu verlassen. Möglicherweise glauben Sie (oder verfügen tatsächlich), über ein eidetisches Gedächtnis zu verfügen, trotzdem sei Ihnen die althergebrachte Art des Ordnungssystems ans Herz gelegt. Der Ausnahmezustand, auf den Sie sich vorberieten, lässt eben nicht zu, dass Ihnen Fehler bei der Vorplanung unterlaufen.
Schnell werden Sie lernen, mit dem einfachsten und gleichzeitig besten Ordnungssystem umzugehen, dass der Mensch jemals aufgestellt hat: Mit der Liste. Von dem Moment an, dem Sie sich ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzen und für sich beschlossen haben, vorbereitet zu sein, werden Listen zu Ihren täglichen Begleitern. Und Sie werden sehen, letztendlich können Sie wirklich alles mittels Listen organisieren.
So können Sie den notwendigen Überblick über die noch zu erledigenden Anschaffungen halten, sind in der Lage, Ihre Bestände übersichtlich zu führen und wissen im Ernstfall, an welche Schritte Sie sich halten müssen. Möglicherweise bedarf es einiger Eingewöhnungszeit, schnell aber werden Sie erkennen, das Listen das sind, was die Polizei gerne wäre: Ihr Freund und Helfer. Vertrauen Sie mir, denn ich spreche aus Erfahrung: Ihr Leben wird umso vieles einfacher, wenn Sie beginnen, mit Listen zu arbeiten. Es sind Fälle bekannt, wo eine regelrechte Besessenheit nach Listen entstanden ist, wenn Sie jedoch mich fragen, dann hat das nichts mit einer krankhaften Neigung zu tun. Sondern damit, dass die Menschen erkannt haben, wie sinnvoll diese Organisationsmöglichkeit eigentlich ist.
Nun leben wir im 21. Jahrhundert und die Versuchung ist groß, einerseits auf Listen zurückzugreifen, andererseits dafür aber auch technische Spielzeuge (meist Computer mit Datenbanken) zu verwenden. Ihnen steht es frei, sich dort selbst ein Urteil zu bilden, jedoch halte ich es für meine Pflicht, Sie auf die Abhängigkeit von Strom hinzuweisen. Das beste Programm zur Buchhaltung ist wertlos, wenn Ihnen über längere Zeit die Stromversorgung zusammenbricht bzw. wenn Sie an Energieknappheit leiden (Was mit der richtigen Vorbereitung eigentlich nicht passieren sollte). Und weil dieser Fehler in den heutigen Zeiten immer wieder gerne begangen, sich ihm aber erst bewusst gemacht wird, wenn es zu spät ist: Zahlreiche Menschen speichern ihre Dateien heute in der Cloud. Dem geht natürlich der Gedanke voraus, von nahezu überall auf die Daten zugreifen zu können und nicht mehr an lokale Datenspeicher gebunden zu sein. Problematisch allerdings, wenn das Internet für Sie nicht mehr funktioniert. Auch aus diesem Grund ist der digitalen Buchhaltung eine Absage zu erklären.
Was dann noch bleibt, ist das händische notieren mittels Stift und Papier. Auch hier muss ich eingestehen, dass es durchaus arbeitsintensiver ist, als sich auf die Geschenke der EDV zu stützen, aber die etwas weiter oben genannten Gründe scheinen zu überwiegen. Und von einer anderen Seite betrachtet erscheint diese Art der Buchführung um einiges haltbarer. Einfach gesprochen: Die meisten der auf dem freien Markt erhältlichen und ohne viel Aufwand zu nutzenden elektronischen oder optischen Speicher haben eine überschaubare Lebensdauer und sind mitunter relativ anfällig gegenüber äußeren Einflüssen. Im Moment würde ich sogar wetten, dass es in einem Jahrhundert recht schwer sein wird Originaldateien (also keine Sicherungskopien auf Sekundärspeichern) fehlerfrei von einem Speichermedium auszulesen. Was wir heute jedoch problemlos tun können, ist, schriftliche Aufzeichnungen aus den letzten Jahrhunderten zu lesen. Verstehen Sie, was ich meine?

Ab diesem Punkt sind Sie ganz offiziell vorgewarnt worden. Hatten Sie etwa gedacht, dass die Vorbereitung auf die drohende Apokalypse ein Kinderspiel wäre? 

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