Leitfaden zum Überleben - Kapitel VIII


Wie angekündigt, werde ich hier in den nächsten Tagen die Kapitel aus dem Leitfaden des Überlebens  einstellen. Heute ist - wie versprochen - das nächste Kapitel dran.

Bisher veröffentlicht:

Vorwort & Kapitel I - die goldene Regel 
Kapitel II - Zeitpunkt und -dauer
Kapitel III - Heimat und Rückzugsorte
Kapitel IV - Vorsicht
Kapitel V - Buchhaltung
Kapitel VI - Nahrung 
Kapitel VII - Wasser

Alles, was folgt, ist vorerst Rohfassung, damit also aus dem 1st draftvöllig unlektoriert und unbearbeitet. Ich hoffe, ihr habt trotzdem Spaß damit.

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Kapitel VIII - Kleidung 

 

Die Zukunftsprognose ist bekannt: Die Welt, Wie wir sie kennen, versinkt im Chaos. Das wird unweigerlich zur Folge haben, dass jede Möglichkeit, Bekleidung zu kaufen, sich in Wohlgefallen auflösen wird. Die Devise ist dabei also, wie bei eigentliche allem: Eine optimale Vorsorge sorgt dafür, dass Sie am Ende nicht das Nachsehen haben werden.
Stellen Sie sich einfach vor, sie wollen in den nächsten fünf Jahren keine Textilien mehr einkaufen und gehen Sie mit genau dieser Annahme an die Vorbereitungen heran. Wie auch in anderen Bereichen können Sie sich an der Devise „Viel hilft viel!“ orientieren. Bestimmte Textilien können Sie seit einigen Jahren in Vorteilspaketen erstehen. Sie wissen schon: drei oder fünf Paar Socken, zehn Unterhemden oder drei Unterhosen zum Vorteilspreis. Nachen Sie von diesen Angeboten gebrauch! Und damit Sie bei eingelagerten Textilien kein blaues Wunder leben, sei an dieser Stelle auch die optimale Lagerung erwähnt. Motten und andere Schädlinge können ein echtes Ärgernis werden – Wer will mitten im Chaos schon herausfinden, dass ein Großteil seines Bestandes völlig ruiniert ist? Gleichwohl dies zur Folge haben wird, dass Sie ihre Textilien vor der Nutzung gut Lüften müssen, rate ich Ihnen zu chemischen Mitteln, um Schädlinge fernzuhalten. Hausmittel haben immer ihre Berechtigung, doch verlassen Sie sich besser auf Mittel und Möglichkeiten, bei denen gewährleistet ist, dass sie auch wirklich funktionieren. Und obwohl das nicht noch einmal gesondert erwähnt werden sollte: Bevorraten Sie ich mit der chemischen Keule zur Schädlingsabwehr. Die Möglichkeit, während der Krise wieder aufzustocken ist nicht gegeben.
Bei der generellen Auswahl der Textilien gibt es ebenso einige Grundsätze. Lassen Sie die Finger von Discountangeboten wie sie mittlerweile bei großen Ketten zu bekommen sind. Dabei geht es nicht um eine ethisch-moralische Entscheidung. Ja, es ist bekannt, dass die großen Modeketten ihre Produkte in Entwicklungs- und Schwellenländern anfertigen lassen. Und ja, dabei handelt es sich um verwerfliche Auswüchse des modernen Kapitalismus. In meinen Augen einer der Gründe, warum die Welt früher oder später vor die Hunde gehen muss. Aber dieser Aspekt sollte bei Ihren Vorbereitungen keine Rolle spielen – die Zivilisation rast eh schon auf den Abgrund zu, Sie werden daran jetzt auch nichts mehr ändern. Warum ich Ihnen rate, die Finger von diesen Produkten zu lassen, liegt vielmehr in der schlechten Qualität und der dürftigen Haltbarkeit begründet. Wie bereits erwähnt: Sie benötigen Produkte, die sich auf Jahre einsetzen lassen und nichts, was sich nach einigen Malen des Tragens in ihre Bestandteile auflösen. Mir ist bekannt, dass Qualität mittlerweile nicht mehr mit dem Preis gekoppelt ist – aber es leuchtet ein, dass ein viel zu billiger Preis in erster Linie auf schlechte Verarbeitung und minderwertiges Material hinweisen kann.
Bei der Zusammenstellung Ihres Vorrats scheint es daher am klügsten, robuste Textilien zu wählen. Sie können mit Kleidung, die nicht für Situationen, die sie mit großer Sicherheit erleben werden, ausgelegt ist nichts anfangen. Gut, vielleicht können Sie Putzlappen daraus fertigen, aber darum geht es ja nicht. Bedenken Sie bei einer Bevorratung auch alle möglichen (und in Ihrer Region üblichen) Witterungsverhältnisse. Wetterfeste Kleidung ist das Stichwort. Und auch wenn man in den letzten Jahren das Stichwort der globalen Erwärmung immer häufiger hört, bedeutet das nicht, dass Sie bei Ihren Planungen blauäugig sein sollten. Möglich, dass die Winter der letzten Jahre bestenfalls als „mild“ zu beschreiben waren, das jedoch ist nichts, dass sie prognostisch für die kommenden Jahre annehmen sollten. Sorgen Sie auch hier besser vor, als bei tiefstem Schnee und Temperaturen unter dem Gefrierpunkt das Nachsehen zu haben. Einen guten Überblick über robuste Kleidung im Outdoorbereich erhalten Sie, wenn Sie sich über die Ausrüstung des Militärs informieren. Armeen stellen an ihre Bekleidung seit jeher besondere Anforderungen, dich sich mit jenen decken, die auch auf das Überleben in der Krise zutreffen. Heutzutage ist es so einfach wie noch nie, an diese Art der Militärausrüstung zu kommen. Qualitativ sind die meisten Stücke derartig gut, dass Sie auch unbesorgt auf Second Hand Angebote zurückgreifen können.
Wichtig scheint ebenfalls die Frage, aus welchen Materialen die Textilen gefertigt sind, die Sie für die Krise einlagern. Grundlegend gibt es zwei Richtungen: Naturfasern auf der einen und Kunstfasern auf der anderen Seite. Kunstfasern weisen dabei Eigenschaften auf, die auf den ersten Blick als sinnvoll erscheinen mögen. Sie sind robust und haltbar, möglicherweise auch nicht sonderlich anfällig gegenüber Schädlingsbefall. Auf der anderen Seite können wir den Fakten auch ins Auge sehen, denn vor der Erfindung und dem großflächigen Einsatz von Kunstfasern war die Menschheit auch in der Lager, sich mit Naturfasern vor allen möglichen Witterungseinflüssen zu schützen. Hier können Sie sich nach Ihren Vorlieben richten, eine Empfehlung möchte ich nicht aussprechen. In meiner persönlichen Erfahrung hält nichts so warm wie Kleidung aus Schurwolle oder Pelz. Pelzkleidung hat natürlich auch wieder einen ethisch-moralischen Geschmack, jedoch greift für mich in diesem fall die bereits weiter oben genannte Argumentation. Natürlich ist es, im Hinblick auf die bestialischen Bedingungen, unter denen Pelzkleidung entsteht, moralisch verwerflich – aber Moral darf in der Krise keinen Platz in Ihrem Denken haben.
Seinen Platz in diesem Kapitel sollte auch das Schuhwerk haben. Bevorraten Sie sich mit robusten Schuhen. Auch hier ist es hilfreich, einen Blick auf die Ausrüstung des Militärs zu werfen. Zugegeben: Es kann mitunter eine Qual sein, echte Militärstiefel einzulaufen, im Gegenzug für ihre geschundenen Füße erhalten sie aber äußerst robustes Schuhwerk, das – eine gute Pflege vorausgesetzt – lange haltbar ist. Stiefel sind natürlich nicht jedermanns Liebling, erscheinen aber im Hinblick auf die Szenarien, die Ihnen bevorstehen als die sinnvollste Wahl. Gute Stiefel sollten nicht nur passgenau sitzen, sie sollten auch wasserdicht sein und vor allem warm halten. Auch hier sollten Sie auf Vorrat kaufen. Wie schnell ein Stiefel sich so abnutzt, dass er nicht mehr einsetzbar ist, ist natürlich immer eine Frage Belastung. Sie machen etwas falsch, wenn Sie für ein Krisenszenario von mehreren Jahren nur ein Paar Stiefel haben. Ebenso dürften Sie weit über das Ziel hinaus schießen, wenn sie für eine Dauer von fünf Jahren mit zwanzig Paar Stiefeln arbeiten. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen.
Neben den Pflegeprodukten für Stiefel (und Kleidung), legen Sie sich doch gleich auch einen Vorrat an Schnürsenkeln zu. Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass Schnürbänder die Angewohnheit haben, in den unpassendsten Momenten zu reißen, gerade unter Extrembelastungen erscheinen Sie als das schwächste Glied des gesamten Schuhwerks. Persönlich habe ich aufgrund zahlreicher negativen Erfahrungen einen Vorrat angelegt, der mit einem Paar Schnürsenkel pro Monat rechnet, aber das ist – zugegeben – wahrscheinlich viel zu viel.
Am Ende dann noch einmal in aller Deutlichkeit: Sie werden wahrscheinlich keine Möglichkeit haben, beschädigte Kleidung durch Neukäufe zu ersetzen, wenn die Krise einmal ausgebrochen ist. Und trotz aller minutiösen Vorplanung ihrerseits und trotz allem hoch entwickelten Material, das Sie verwenden können, sind, sind Schäden niemals auszuschließen. In solchen Fällen haben Sie zwei Möglichkeiten: Entweder entledigen Sie sich defekter Kleidung oder Sie lernen, beschädigte Kleidung zu reparieren. Letzteres ist der Weg, der Ihnen zu empfehlen ist. Denn Sie können es sich nicht erlauben, defekte Kleidung am laufenden Band zu entsorgen. Besser, Sie lernen, mit Nadel, Faden und Ahle umzugehen und Schäden auszubessern. Und wieder einmal ist es selbsterklärend, dass sie natürlich auch für diese Fälle vorplanen. Entsprechende Sets bekommen Sie schon für sehr schmales Geld, gleiches gilt für Garn. Den Umgang damit lernen Sie entweder, wenn es so weit ist – oder Sie informieren sich (die bessere Wahl) schon jetzt. Möglichkeiten dazu gibt es in Form von Ratgebern und Videos aus dem Internet mehr als genug.
Da Sie nicht für alle Eventualitäten planen können (wobei das nicht richtig ist: Sie könnteen schon so planen, die Erfahrung zeigt jedoch, dass immer wieder etwas vergessen wird), bietet sich eine Bevorratung mit Rohmaterialen an. Da Sie eh schon dabei sind, Vorräte in fast allen Bereichen anzulegen, ist es ein Leichtes, auch in diesem Bereich Vorsorge zu treffen. Stoffbahnen, Wolle oder Leder: Wenn Sie eh schon dabei sind, von allem anderen Kapazitäten aufzubauen, die für mehrere Jahre ausreichen, dann können sie in Ihrem Lager auch gleich noch Platz für diese Dinge reservieren. So sind Sie in der Lage, optimal reagierten zu können und machen sich ein Stück unabhängiger von der Außenwelt. Am Ende ist es doch genau das, was Sie erreichen wollen, oder? Abgesehen davon können die Tage während der Krise lang und die Nächte schier endlos werden. Klar, trotz aller Vorbereitungen wird es immer etwas zu tun geben, daran besteht kein Zweifel. Dennoch werden auch Sie sich früher oder später mit dem Thema der Langeweile befassen müssen – Also den Dingen, die Sie tun können, damit Ihnen die Decke nicht auf den Kopf fällt. Nun mag Handarbeit – in diesem Falle Nähen und Stricken – nicht unbedingt die Kragenweite von jedermann sein, im Grunde handelt es sich jedoch um außergewöhnliche beruhigende Arbeiten, mit denen sich ganze Stunden totschlagen lassen können. Und am Ende des Prozesses steht dann ein Ergebnis, dass Ihnen noch nützlich sein kann. Also ein bisschen so, als würden Weihnachten, Ostern und Neujahr auf einen Termin fallen.

Die wichtigsten Dinge sind damit auch für diesen Bereich genannt worden. Schenken Sie diesem Thema um Ihrer selbst willen die richtige Aufmerksamkeit. Sie wollen die Krise doch halbwegs zivilisiert er- und überleben und nicht wirken wie ein Angehöriger eines Urvolks, der sich lediglich mit einem Lendenschurz bekleidet.

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