Leitfaden zum Überleben - Kapitel VII


Wie angekündigt, werde ich hier in den nächsten Tagen die Kapitel aus dem Leitfaden des Überlebens  einstellen. Heute ist - wie versprochen - das nächste Kapitel dran.

Bisher veröffentlicht:

Vorwort & Kapitel I - die goldene Regel 
Kapitel II - Zeitpunkt und -dauer
Kapitel III - Heimat und Rückzugsorte
Kapitel IV - Vorsicht
Kapitel V - Buchhaltung
Kapitel VI - Nahrung

Alles, was folgt, ist vorerst Rohfassung, damit also aus dem 1st draftvöllig unlektoriert und unbearbeitet. Ich hoffe, ihr habt trotzdem Spaß damit.

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Kapitel VII - Wasser


Der Mensch besteht zu etwas 2/3 aus Wasser. Daraus ergibt sich eine logische Schlussfolgerung: Ohne ausreichende Wasservorräte oder den Zugang zu frischem Wasser können Sie nicht überleben. In Kapitel 3 habe ich bereits einige Worte zu dem Thema verloren, es ist jedoch von so großer Bedeutung, dass ich ihm ein eigenes Kapitel widmen will.
Am Anfang steht die Frage, wieviel Wasser Sie täglich benötigen. Hier gibt es Faustformeln, in denen Ihnen eine bestimmte tägliche Menge nahegelegt wird. Tatsächlich ist Ihr ganz persönlicher Bedarf nicht nur von ihrer Körpergröße und Ihrem Gewicht abhängig, sondern auch von den verrichteten Tätigkeiten. Und nun plant ein Prepper weit voraus, aber was auch immer Sie anstellen, es ist völlig unmöglich, heute zu berechnen, welche Tätigkeiten Sie an einem Dienstag im Juni in vier Jahren verrichten werden. Daher ist es dann doch irgendwie sinnvoll, mit Richtwerten zu arbeiten und am Ende zu hoffen, dass es passt. Wenn Sie es doch genau nehmen wollen, so gibt es Empfehlungen – pro Kilogramm Körpergewicht wird eine bestimmte Menge Wasser veranschlagt. So schlagen bestimmte Gesellschaften etwa fünfunddreißig, andere hingegen vierzig oder fünfzig Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht vor. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen.
Ihren täglichen Wasserbedarf errechnen Sie also einfach, indem Sie Ihr Körpergewicht mit dieser Empfehlung multiplizieren. Bei 80 Kilogramm Körpergewicht und einer Empfehlung von 40 Millilitern landen sie somit bei einem Tagesbedarf in Höhe von 3.200 Millilitern – also etwas mehr als 3 Litern täglichen Wasserbedarfs. Probieren Sie es einfach einmal bei sich aus! Diesen Tagesbedarf müssen Sie im Anschluss mit 365 multiplizieren, um Ihren Jahresbedarf zu errechnen. Angewendet auf die oben genannten Zahlen sind das 1.168 Liter. Planen Sie für eine Krisenzeit von fünf Jahren, so landen Sie dann 5.840 Litern. Das war doch gar nicht so schwer, oder? Nun sind fast 6.000 Liter Wasser schon eine ganze Menge. Ein einzelner Tank in dieser Größe hat schon beachtliche Ausmaße, ist aber noch für vertretbare Geldsummen zu bekommen.
Anstatt sich jedoch auf einen einzelnen Tank zu verlassen, erscheint es viel sinnvoller, von Anfang an mit Netz und doppeltem Boden zu spielen. Verteilen Sie die Wassermenge, die Sie für sinnvoll erachten doch auf mehrere Speicher. Es gibt beispielsweise Tanks mit einem Volumen von 1.000 Litern auf Paletten. Diese Speicher bekommen Sie für wirklich kleines Geld, können Sie ohne große Probleme transportieren und relativ schnell – zumindest schneller als einen großen Tank – füllen. Und Sie können diese wurfelförmigen Speicher unterbringen, ohne viel Erde bewegen zu müssen. Das hat einerseits einen zeitlichen Vorteil und andererseits minimieren Sie so die möglichen Mitwisser. Denken Sie immer daran: Je weniger Menschen von Ihren Vorbereitungen wissen, desto besser ist es.
Natürlich können Sie sich auch auf einen Brunnen verlassen. Bedenken Sie aber immer, dass das Anlegen eines Brunnens mitunter aufwendig und kostspielig sein kann. Je nachdem, wie tief Ihr Brunnen ist, werden Sie mindestens eine Pumpe benötigen und die wiederum wird Brennstoff verbrauchen. Ist es leicht möglich, einen Brunnen anzulegen, sei Ihnen dazu geraten. Ist die Arbeit jedoch so kompliziert, dass Sie dazu die Hilfe anderer benötigen, müssen Sie klug und vorsichtig vorgehen. Optimal wäre es natürlich, wenn Sie Ihren Wasserbedarf einerseits durch Speicher und andererseits durch einen Brunnen decken können – das macht Sie in der Krise unabhängig.
Bei Ihren Planungen sollten Sie Regenwasser nicht außer Acht lassen – zumindest dann, wenn Sie in Breitengraden leben, in denen Niederschläge kein seltenes Phänomen sind. Bedenken Sie jedoch, dass die Niederschläge, je nach Art der Krise, chemisch oder biologisch versucht sein können. Es erscheint klug, wenn Sie Ihren Brauchwasserbedarf mittels Regenwasser decken. Auch hier sollten Sie mehrere Speicher anlegen, wobei ein System zum Auffangen des Niederschlags angeraten ist. Das kann sehr einfach sein – etwas mehrere Regentonnen, die den durch Rinnen ablaufenden Niederschlag um Ihre Unterkunft sammeln. Darüber hinaus gibt es zahlreiche, mitunter sehr komplexe, Möglichkeiten. Wichtig ist, dass Sie ein System anlegen, denn jeder Milliliter Regenwasser, der ungenutzt im Boden versickert, kann Ihnen zu einem anderen Zeitpunkt sehr wehtun.
Bei der Verwendung von Brunnen- oder Regenwasser ist die Verwendung einer Filteranlage dringend angezeigt. Es wäre doch ärgerlich, wenn Sie trotz all Ihrer Vorbereitungen an verdorbenem Wasser erkranken, oder? Eine Leistungsstarke Filteranlage ist mitunter kostspielig, jedoch sollten Sie Investitionen im Allgemeinen nicht abschrecken. Immerhin geht es ja um Ihr Überleben und wer dabei am falschen Ende spart, wird womöglich sein blaues Wunder erleben. Wieder einmal rate ich Ihnen zu Anlagen, die Sie ohne einen Fachmann installieren können. Halten Sie – wie immer – den Kreis der Mitwisser so klein wie möglich. Ausschlaggebend für die Wahl ihrer Filteranlage sollte auch die Wartungsintensivität sein. Sorgen Sie dafür, dass ein System schnell und unkompliziert zu reparieren ist, bestenfalls mit improvisierten Mitteln. Wenn Ihnen mitten in der Apokalypse die Ersatzteile ausgehen, haben Sie ein echtes Problem. Und wo wir gerade dabei sind (Ich werde es sicher noch häufiger erwähnen): Halten Sie Ersatzteile immer auf Vorrat bereit. Früher oder später werden Sie diese Teile brauchen! Natürlich können Sie Wasserfilter auch mit sehr einfachen Mitteln (Kohle, Sand, Kies und einer Plastikflasche) improvisieren.
Wovon Sie sich ebenfalls einen Vorrat anlegen sollen, sind Wasseraufbereitungstabletten. Wie immer gilt der Leitspruch, dass Sie auf alles vorbereitet sein sollten – also legen Sie sich hiervon besser einen größeren Vorrat zu. Diese Tabletten – es gibt auch Tropfen mit der gleichen Wirkung – sind lange haltbar. Ein Vorrat davon ist also äußerst sinnvoll. Richten Sie sich aber darauf ein, dass so behandeltes Wasser einen Geschmack annehmen wird, den Sie nicht unbedingt als angenehm empfinden. Und wenn Sie sich unsicher bei der Dosierung sind, gibt es auch hier eine einfache Maxime: Besser Zuviel als Zuwenig.
Auch wenn Sie sicher nicht planen, dass Sie Ihren Sicheren Hafen verlassen: Schaffen Sie sich Gerätschaften an, um ausreichende Mengen Wasser transportieren können. Kanister und Feldflaschen sollten in Ihren Planungen einen Platz haben, denn Sie können Sie immer gebrauchen. Auch mobile Filtersysteme, wie es sie seit einigen Jahren im Handel gibt, sind vielleicht einen Blick wert. Kaufen Sie dabei nicht einfach irgendwas. In den heutigen Zeiten ist es so einfach wie nie zuvor, sich dedizierte Meinungen von Menschen einzuholen, welche diese Gerätschaften schon einmal in der Praxis ausprobiert haben. Und natürlich sollte der Pries in diesem Fall einer eher untergeordnete Rolle spielen. Denn Sie mögen eine relativ lange Zeit ohne Nahrung auskommen, nach wenigen Tagen ohne Wasser ist der Ofen jedoch aus.
Eins noch: Jede Art von Wasser – auch das, was längere Zeit in Ihrem Speicher gelagert hat – sollten Sie, sofern möglich, vor dem Verzehr abkochen. Diese Methode ist äußerst effektiv und wird sämtliche Erreger und Keime abtöten, die sich trotz all Ihrer Bemühungen im Wasser festgesetzt haben. Denken Sie jedoch daran, dass durch diese Methode der Bedarf an Brennmaterial erheblich steigen kann.

Wasser trägt nicht umsonst den Ruf, der Quell des Lebens zu sein. Planen Sie hier in ausreichenden Mengen oder Sie können es gleich vergessen, die Krise überstehen zu wollen

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