Cigars of the week: Royal Danish Cigars Regal Blend Danish West Indies Dark Crown


Machen wir uns nichts vor: Das Zigarrerauchen ist mitunter ein kostspieliges Hobby. Es handelt sich um puren Luxus und der kennt naturgemäß keine Grenze. Anders gesprochen: Es gibt Zigarren für zwei Euro und es gibt Zigarren für 1.200 Euro das Stück. Und dabei sprechen wir nur vom deutschen Markt, weltweit können die Preise für einige Stücke noch höher liegen.

Dabei legt jeder Aficionado für sich fest, wo sein Limit ist. Schnell ist man bei der Tageszigarre, die meist keine großen Lücken ins Budget reißt, dann bei den Zigarren, die man sich hin und wieder gönnt und die ein paar Euros mehr kosten dürfen. Und natürlich gibt es Zigarren jenseits der Schmerzgrenze. Die Zigarre von heute ist so ein Exemplar, zumindest liegt sie ein gutes Stück oberhalb der Preisgrenze, die ich normalerweise bei Zigarren habe. Aber wie es eben so ist - manchmal ergibt es sich, dass man trotzdem die Chance hat, so ein Stück zu probieren. Mir bot sich diese Gelegenheit.



Kerndaten

Hersteller: Royal Danish
Herstellungsart: Totalmente a mano 
Format: ???
Einlage:  ???
Rauchdauer: 90 Min
Preis: 24 € / Stk  (Stand Juli 2017) 

Grundelegendes

24 Euro für eine Zigarre? Nein, bei mir ist nicht der Wohlstand ausgebrochen, wer meinen Blog verfolgt, weiß, in welchen Preisklassen ich mich im Normalfall bewege. Die viel wichtigere Frage, die sich mir von Anfang an stellte, war, ob die Dark Crown ihr Geld wirklich wert ist. Bekanntlich habe ich mit hochpreisigen Zigarren so meine Probleme, wie Davidoff beweist. Dort konnte mich bisher keine Zigarre der Premium-marke wirklich überzeugen und wir bewegen uns annährend in ähnlichen Preisklassen.

Aber bleiben wir vorerst bei einem der teuersten Stücke aus dem Hause Vistisen. Der Däne ist natürlich gut damit beraten, einen entsprechenden Zirkus um das Premium-Schlachtschiff aus seinem Hause zu machen, denn auf dem Markt geht es ja darum, aufzufallen. Kaum verwunderlich, dass über die Zigarren mit einer recht überschaubaren Jahresproduktion wenig verraten wird. Für Jan Vistisen ist die Zusammensetzung der Einlage Betriebsgeheimnis, der Aficionado kann nur raten. Die Dark Crown gibt es nun schon etwas länger am Markt, es scheint daher so, als würde diese Strategie Früchte tragen. 

Praxistest   

Genug um den heißen Brei geredet, schauen wir uns die Zigarre einmal aus der Nähe an. Auffällig ist die "Verpackung" der Dark Crwon, die nicht aus einem normalen Zigarrenring besteht sondern aus mehreren Elementen, in denen sich wiederum auch der bekannte Zigarrenring des Produzenten wiederfindet. Als kleines Details ist dieser mit einem Swarovski besetzt, was allein die Banderole wieder auf eine neue Eben hebt. Mit diesem Zigarrenring über ein rotes Band verbunden ist der zweite Ring am Fuß der Zigarre, der als Zertifikat fungiert und einerseits die Marge, den Roller und die Nummer der Zigarre angibt. Einen solchen Aufwand habe ich bei noch keiner anderen Zigarre gesehen, es handelt sich dabei schon um ein Kunstwerk, das für sich steht. Natürlich ist es ratsam, die Zigarre im Vorfeld von diesem Gesamtkunstwerk zu befreien. Darunter verbirgt sich eine Zigarre in zweifarbigem Deckblatt, die Teilung erfolgt im letzten Drittel. Das Deckblatt ist einerseits makellos und andererseits feinadrig, genau so, wie man es von einem Produkt in dieser Preisklasse erwarten kann.    

Im Kaltgeruch und Trockenzug lässt mich diese Zigarre einerseits ratlos zurück, denn ich hatte gehofft, irgendetwas entdecken zu können, was mir einen Hinweis auf die Herkunft der Einlage gibt. natürlich falsch gedacht - und wenig verwunderlich. Wenn es so einfach wäre, wäre es ja kein Betriebsgeheimnis. nach der kurzen Ernüchterung folgte eine echte Offenbarung. Selbst im kalten Zustand verströmt diese Zigarre eine Vielzahl fein aufeinander abgestimmte Aromen, die eine beachtliche Vollmundigkeit erreichen. Selten hätte ich mich damit zufrieden gegeben, lediglich nur an einer Zigarre zu nuckeln. Die Dark Crown hätte mich fast dazu bekommen.

Feuer dran und sehen, was das gute Stück kann. Wie zu erwarten, ist die Flammabnahme tadellos und vom ersten Moment hat der Rauch eine Menge Volumen. Aber nicht nur das, sogleich beginnen die Aromen zu arbeiten. Dabei schmecken Zunge und Gaumen immer wieder neue Akzente während der Rauch eine wunderbare Cremigkeit behält. Viele Aficionados sprechen immer wieder von komplexen Zigarren, Die Dark Crown war für mich die erste, auf die dieses Wort wirklich zutraf, denn im Verlauf hatte ich den Eindruck, nicht eine einzige sondern sechs verschiedene Zigarren zu rauchen. Die Veränderungen kündigten sich immer dezent an und schafften es, völlig neue Geschmacksbilder zu schaffen. Es war also fast alles dabei: Nuss und ein bisschen Erde, Röstaromen und ein Hauch Kaffee, sehr schokoladige Noten im letzten Drittel. Dazwischen schiebt sich die Zigare einmal die Skala hinauf und dann wieder hinab, für mich eine echte Offenbarung und ein nicht erwartetes Feuerwerk.    

Schiefbrand? kennt diese Zigarre nicht. Ebensowenig war es nötig, sie nachzufeuern. Die Asche ist relativ hell und vor allem sehr formstabil, selbst im Ascher, wie das Abschlussbild beweist:

   

Fazit

Was für eine Zigarre! Natürlich schlägt sie mit einem sehr happigen preis zu Buche und man sollte sie sich für besondere Momente zur Seite legen. Dann jedoch ist es ein großartiges Stück Handarbeit, das jeden einzelnen Cent wert ist. Wenn also jemand eine Zigarre für einen entsprechend besonderen Anlass sucht, kann ich ihm die Dark Crown von ganzem Herzen empfehlen.

Wertung: 10/10 

Kommentare