Cigars of the week: Royal Danish Special Blend Ligero | Robusto


Royal Danish? Die Bundelware aus dem Hause Vistisen hat mir seinerzeit gut geschmeckt, da konnte ich bei diesem vorliegenden Exemplar nicht anders und musste zuschlagen. Eine ordentliche Robusto zu diesem Preis, da kann man eigentlich nicht viel falsch machen.

Oder vielleicht doch? Nachdem die Zigarre einige Wochen in meinem Humidor lagerte, ist es nun an der Zeit, sie einmal auf Herz und Nieren zu testen. Schauen wir, was das gute Stück kann.


Kerndaten

Hersteller: Royal Danish
Herstellungsart: Totalmente a mano 
Format: Robusto 
Einlage:  Nicaragua
Rauchdauer: 50 Min
Preis: 5,50 € / Stk  (Stand Juni 2017) 


Grundlegendes

Nachdem Jan Vistisen vor gar nicht allzu langer Zeit mit seiner Produktion in Costa Rica begann, hat er seine Produktion mittlerweile vollständig nach Nicaragua verlagert. Das freut mich als ausgemachten Nicaragua-Fan sehr. Und natürlich bedient der Däne nicht nur den europäischen Markt, auch auf dem US-Markt ist er zu finden. 

So kommt dann auch der Name dieser Zigarre zustande. In den USA wird die Double Ligero vertrieben, eine Zigarre, die angebliche für heimische Aficionados etwas zu schwer sein soll. Also schwächte Jan den Blend etwas ab, was zur vorliegenden Zigarre führte. Ob das wirklich notwendig war? Da darf man geteilter Meinung sein. 

Praxistest

Optisch und haptisch handelt es sich um eine schöne Zigarre, für diesen preis habe ich schon Stücke in der Hand gehabt, die weitaus schlechter produziert waren. Das Deckblatt hinterließ einen guten Eindruck, die Zigarre als solche war angenehm straff gerollt. Die Zigarrenring der Ligero ist zweigeteilt und passt gut. Alles in allem also das, was man von einer Zigarre in diesem Preissegment erwartet, hier muss Royal Danish sich keinesfalls verstecken.  

Im Kaltgeruch gab sich die Zigarre schon relativ kräftig, mit ein wenig Leder und Erde. Also einmal angeschnitten und das gute Stück auf Herz und Nieren getestet. Die Ligero punktet mit einigen Röstaromen schon zu beginn und ein leichten, untergründigen Note Pfeffer. Der Zugwiderstand war optimal, also stand dem Rauchgenuuss nicht mehr viel im Weg. 

Einmal angesteckt, macht die Ligero das, was sie soll. Vor allem aber die Flamme nimmt sie gut auf, der entstehende Abbrand bleibt zunächst gleichmäßig. Im Hinblick auf den Rauch kann die Robusto mit ordentlichem Rauchvolumen punkten, auch wenn man das Zigarrenzimmer damit nicht gleich einnebelt. Die Aromen sind vom ersten Zug da, man hat Erde, leder und Röstaromen auf der Zunge liegen, hin und wieder einen Hauch von Nüssen. In der Entwicklung gewinnt diese Robusto ab der Hälfte etwas an Stärke und entwickelt eine angenehme Kraft, ohne dabei bitter oder pfeffrig zu werden. Spätestens ab diesem Punkt frage ich mich jedoch, was die deutschen Aficionados geritten haben mag. Die Ligero hat zwar Dampf, die Schuhe zieht sie einem aber nicht aus. lediglich im letzten Drittel kommt Schärfe hinzu, die einen das gute Stück zur Seite legen lässt. 

Die Asche war einigermaßen fest und hielt gut an der Glut, sie zeigte sich auch äußerst stabil und brach im Aschenbecher nicht in Flocken auf. Im Abbrand lieferte diese Robusto etwa die Hälfte der Zeit ein gutes Ergebnis, danach war eine leichte Korrektur notwendig, doch der Schiefbrand war schnell behoben. Ein Nachfeuern war nicht notwendig. 

Fazit

Eine schöne Zigarre, gerade zu diesem Preis. Für unter sechs Euro habe ich schon schlechtere Zigarren geraucht. Aber ich muss es noch einmal betonen: Warum den heimischen Aficionados eine Double Ligero zu stark sein könnte, verstehe ich wirklich nicht. Selbst wen man am Blend dieser Zigarre noch einmal drehen würde, wäre sie nach meinem Dafürhalten immer noch weit von dem Gefühl, eine Dachlatte gegen die Zähne zu bekommen, entfernt. 

Es bleibt daher nur zu sagen: langt zu und macht euch euer eigenes Bild! 

Wertung: 6/10

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