Cigars of the week: Gurkha Ghost | Spook


Gurkha. Der Rolls-Royce unter den Zigarren. Zumindest wird genau mit diesem Image geworben - und wenn man bedenkt, dass die teuersten Zigarren der Welt aus genau diesem Hause stammen, dann ist das vielleicht gar kein falscher Vergleich.

Während Gurkha in den Staaten schon lange ein Begriff ist und dort sogar sehr dominant, ist das in Deutschland anders. Bewusste nehme ich diese Marke erst seit wenigen Jahren wahr - man merkt jedenfalls, das kräftig an der Werbetrommel gerührt wird und es ein Ziel ist, die Marke auch hier zu etablieren. Daher habe ich mich nicht lumpen lassen und beschlossen, in nächster Zeit einige der Zigarren dieses Herstellers zu testen.


Kerndaten

Hersteller: Gurkha
Herstellungsart: Totalmente a mano 
Format: Spook (Short XO) 
Einlage: Brasilien, Nicaragua
Rauchdauer: 40 Min
Preis: 8,50 € / Stk  (Stand Mai 2017) 


Grundlegendes

Nach meinem Empfinden wirbt Gurkha mit zwei Dingen: Einerseits bezeichnet man sich als eines der ältesten Tabakhäuser der Welt und andererseits nimmt man für sich in Anspruch, die exklusivsten und damit teuersten Zigarren weltweit herzustellen. So weit ich das Überblicken kann, stimmen beide Aussagen. 

Zwar ist die moderne Marke relativ neu und etablierte sich erst in den 1990ern, tatsächlich gibt es Gurkha aber schon seit 1887. Nach offiziellen Angaben ging die Marke für gerade einmal 143 Dollar in den Besitz von Kaizad Hansotia über, als er ende der 1980er Jahre auf Goa Urlaub machte. Von diesem Ausgangspunkt aus entwickelte sich die Marke zu dem heute bekannten Riesen, der eine bemerkenswerte Vielfalt an Zigarren anbietet. Eben so viele, dass es nicht ganz einfach ist, den Überblick zu behalten. 

Was die Sache mit der teuersten Zigarre angeht: Die teuerste in Deutschland verfügbare Zigarre kommt aktuell aus dem Hause Gurkha und kostet schlappe 1200 €. Damit ist sie drei mal teurer als die höchstwertigste Zigarre aus dem Hause Davidoff, die auf dem Markt erhältlich ist. Aber damit ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht, außerhalb Deutschlands hat Gurkha Zigarren im Angebot, welche noch einmal mehr kosten sollen. 

Praxistest

Die Spook ist ja schon irgendwie ein spannendes Format. Mit 4 x 60 ist die definitiv ein Hingucker. Eines fällt eigentlich bei fast allen Zigarren aus dem Hause Gurkha auf: der Zigarrenring ist eine echte Schönheit. Diese Zigarre macht dabei keine Ausnahme, der Ring ist nicht nur erhaben, gerade silber und schwarz harmonieren darauf wunderbar und fügen sich in das Thema der Zigarre gut ein. Auch der Zigarrenkopf, der mit einem gedrehten Zopf versehen ist, macht diese Zigarre zu etwas Besonderem. Haptisch mag das Ringmaß den einen oder anderen abschrecken, für mich hingegen war es genau richtig. Die Spook ist genauso fest gerollt, wie ich es mir von einer ordentlichen Zigarre wünsche.

Im Trockengeruch bleiben einem sofort dominante Töne in der Nase. Man merkt sogleich, dass hier Nicaragua verwendet wurde, schnuppert ein wenig Erde, vornehmlich aber Holz. Der Kaltzug gibt noch einmal etwas mehr Aufschluss. Holz, ein wenig schokoladige Süße und einige pfeffrige Noten. Eine spannende Komposition. Über den Zugwiderstand weiß ich nichts Schlechtes zu berichten, er war optimal.

Also - Flammen an die Zigarre und sehen, was das gute Stück kann! Wer bisher noch keine Erfahrungen mit Zigarren dieser Firma gemacht hat, dem sei im Vorfeld gesagt: Er möge sich auf eine enorme Rauchentwicklung einstellen. Bei der Spook - und damit sehr zum Namen der Serie passend - ist der Rauch auffallend weißlich. Und mit dem enormen Rauchvolumen kommen auch die Aromen durch, wobei sie sich genau so verhalten, wie schon im Vorfeld erschmeckt. Es handelt sich um eine Komposition aus Aromen von Holz, Schokolade, ein wenig Süße und Pfeffer, die ein mittelkräftiges Raucherlebnis formen. Der Geschmack bleibt dabei relativ lange und ein bisschen schwer auf der Zunge, sorgt jedenfalls dafür, dass man sich an diese Zigarre erinnert. Die Spook beginnt in den ersten Zügen etwas ruppig, entwickelt dann aber eine milde Note, die im letzten Drittel dann durch spürbare Schärfe überdeckt wird.

Über den Abbrand dieser Zigarre kann ich nichts Schlechtes berichten. Er ist gleichmäßig, die Asche der Spook dabei sehr hell , wenn auch nicht sonderlich fest. Ein Nachfeuern war nicht notwendig.

Fazit    

Eine interessante Zigarre, die allein schon wegen ihrer Erscheinung gut in jeden Humidor passt. Sie gefällt mir, doch das Format hat auch einen deutlichen Nachteil. ich mag den Anfang und den Mittelteil der Spook, doch für mich gewinnt sie viel zu schnell an Schärfe. Ich werde in den nächsten Woche mal eines der größeren Formate probieren und sehen, wie es sich dort verhält. 

Bedenkt man, dass die größern Formate - beispielsweise die Rothschild - für einen etwas höheren preis verfügbar sind und ein längeres Rauchvergnügen versprechen, schneidet diese Zigarre im Hinblick auf Preis/Leistung nicht gut ab. Aber irgendetwas ist ja immer. Mir hat die Ghost trotzdem Spaß gemacht, wenngleich ich mir gewünscht hatte, sie noch etwas länger hätte rauchen können. Und wie bereits geschrieben: Noch einmal würde ich sie mir in den Humidor legen - nur dann eben in einem größeren Format.    

Wertung: 7/10

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