Cigars of the week: Drew Estate Liga Unico Dirty Rat | Corona


Mit der Liga Unico ist es ähnlich wie mit den Cohiba: Angeblich wurden diese Zigarren einmal nur für den "Big Boss" hergestellt - in diesem Fall für Jonathan Drew. Ob ein geschickter Marketingschachzug oder nicht, die Liga Unico wirbt mit Exklusivität und einer besonderen Aufmachung.

Das hat natürlich seinen Preis. Ob diese Zigarre aus dem Hause Drew Estate ihr Geld wert ist? Das wird sich im Laufe dieses Tests zeigen.


Kerndaten

Hersteller: Drew Estate
Herstellungsart: Totalmente a mano 
Format: Corona
Einlage: Honduras, Nicaragua
Rauchdauer: 40 Min
Preis: 14,80 € / Stk  (Stand Mai 2017) 


Grundlegendes

Innerhalb einer sehr kurzen Zeitspanne hat Drew Estate es geschafft, auf dem US-amerikanischen Zigarrenmarkt zu einer wirklich großen Nummer zu werden. Mit einer Vielzahl von Zigarrenserien wirbt man drüben um die Gunst der Kundschaft und seit einiger Zeit ist zu erkennen, dass diese Welle nun auch über den großen Teich zu uns schwappt. Innerhalb der letzten Jahre jedenfalls gehören die Reihen von Drew Estate in unseren Breitengraden nicht mehr zu den seltenen Kleinoden, man kann sie mittlerweile relativ gut bekommen - wenn man denn weiß, wo. 

Und so sind es nicht nur die "normalen" Zigarren aus dem Hause, die es zu uns schaffen, in ihrem Kielwasser schwimmen natürlich auch die besonderen Stücke mit. So eben auch die Liga Unico, die angeblich nur für die Firmenleitung gedacht war. zur Namensgebung von zwei Zigarren aus dieser Reihe erzählte Christoph Madel seinerzeit mal eine nette Anekdote: So soll Jonathan Drew, relativ neu im Geschäft, einmal in Südamerika auf der Suche nach Tabaken gewesen sein und dabei relative Schätze ausgegraben haben. Als er sie dann kaufen wollte, soll man ihm gesagt haben, dass dies erst passieren würde, wenn "Schweine fliegen könnten, du dreckige Ratte!" 

Spätestens jetzt fällt auf, woher die namen der Flying Pig und der Dirty Rat aus der Liga Unico kommen. Sieht ganz danach aus, als hätte Jonathan Drew am Ende doch bekommen, was er wollte. 

Praxistest

Optisch und haptisch gibt es an der Corona nichts zu rütteln. Wir haben es hier mit einer hochpreisigen Premiumzigarre zu tun, deren Verarbeitung so erstklassig ist, wie man es eben erwarten kann. Die Kappe ist zu einem Zopf gedreht, der Zigarrenring ist nicht zu aufdringlich, das Logo der Liga Unico hebt sich wunderbar hervor. 

Der Kaltgeruch dieser Zigarre ist bemerkenswert und setzt sich aus Leder, Röstaromen und Kaffee zusammen. Im Trockenzug verstärkten sich diese Eindrücke dann, hinzu kamen Eindrücke von Schokolade und ein wenig Erde. Es versprach daher ein angenehmes Raucherlebnis zu werden und auch der Zugwiderstand  war optimal. 

Die Flammen jedenfalls wurden von dieser Zigarre wunderbar aufgenommen. Vom ersten Zug an wirkten die Aromen und es zeigte sich, dass die Dirty Rat eine echte Aromabombe war. Leder, Kaffee, Schokolade und Erde bildeten einen angenehm cremigen Rauch. bemekrneswert war auch, dass dieser Zigarre jede Form der Schärfe mangelte - oft gesellt diese sich ja ab dem letzten Drittel einer Zigarre hinzu, hier war dies aber gar nicht der Fall. Im Hinblick auf das Rauchvolumen war ich jedoch etwas enttäuscht, denn selbst für eine Corona war das Ergebnis nicht sonderlich stark. dies wurde jedoch dadurch abgemildert, dass die Aromen die gesamte Länge der Zigarre über ihre ursprüngliche Kraft und Intensität behielten.

Der Abbrand war so, wie ich ihn mir von einer Zigarre in dieser Preisklasse wünsche, die Asche war auffallend hell und stand in einem schönen Kontrast zum dunklen Maduro-Deckblatt der Dirty Rat. jedoch hätte die Asche ruhig etwas stabiler sein können. Schiefbrand konnte ich an der Zigarre nicht entdecken, ebenso war es nicht notwendig, sie nachzufeuern. 

Fazit

Eine gute Zigarre? In jedem Fall. Wenn ich dann jedoch einen Blick auf den Preis der Dirty Rat werfe, dann bekommt dieser Test eine andere Richtung. Fast 15 Euro sind ein stolzer Preis für eine solche Zigarre - und ich gehe so weit, dass ich die Undercrown der Dirty Rat vorziehen würde - und die ist eine Robusto zu etwa der Hälfte des Preises. 

Die Aromen dieser Zigarre waren schon bemerkenswert, aber ich glaube, das bekommt Drew Estate bei seinen anderen Serien besser hin. Würde ich vor die Wahl gestellt werden, dann würde ich mich wahrscheinlich immer für die Undercrown entscheiden. Die Dirty Rat jedenfalls muss ich mir nicht noch einmal in den Humidor legen. 


Wertung: 6/10       

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