Cigars of the week: Drew Estate MUWAT | Bait Fish


Zigarren mit ausgefallenem Namen? Gibt es ein paar. Jedoch ist My UZI weighs a ton mit Abstand die ausgefallenste Namensschöpfung, die mir seit langem untergekommen ist. Und was soll ich sagen? Wenn es der Plan von Drew Estate war, sich mit diesem Namen abzuheben und Interesse zu wecken, dann ist ihnen das bei mir gelungen.

Denn dieses kleinste Format der Reihe landete genau wegen des Namens in meinem Einkaufskorb. Zeit, sie einmal zu testen.


Kerndaten

Hersteller: Drew Estate
Herstellungsart: Totalmente a mano 
Format:  4 x 44 (Bait Fish) 
Einlage:  Nicaragua, Brasilien
Rauchdauer: 35Min
Preis: 6,40 € / Stk  (Stand April 2017) 


Grundlegendes

Auf dem deutschen Markt nicht zwangsläufig in der ersten Reihe, ist Drew Estate eine der großen Marken jenseits des Teichs - also in den USA. Und das Haus ist mir bisher nur positiv aufgefallen, mit der Undercrown liefern sie für mich eine fast makellose Zigarre ab. Wenn ich also von der einen Reihe überzeugt bin, ist das für mich Grund genug, sich auch einmal die anderen anzusehen. 

Die MUWAT gibt es in sechs Formaten, jeweils angegeben in der Formel Länge x Ringmaß . Das kleinste Format ist 4 inch x 44 und hört auf den Namen Bait Fish, die anderen Formate kommen ohne Beinamen aus. Die Größte Variante ist die 7 x 70 - womit es sich für den einen oder anderen Aficionado schon um eine Maulsperre handeln dürfte. Interessant ist die Benennung des kleinsten Formats. Denn die sich aufdrängende Frage ist ja, ob der Köderfisch mich dazu bringen kann, weitere Zigarren dieser Reihe zu kaufen. 

Praxistest

Diese Zigarre kommt in einem kleinen und handlichen Format daher, das neben anderen Zigarren im heimischen Humidor untergeht. Auf der Bauchbinde prangt zwar großflächig und gut lesbar der Name der Zigarrenreihe, abgesehen davon handelt es sich jedoch um einen der unspannendsten und unspektakulärsten Zigarrenringe in diesem Preissegment. Natürlich muss nicht jede Zigarre so farbenfroh daherkommen wie die Paradiso, beispielsweise - doch alles in allem ist es nicht die Optik der Bauchbinde, die mich hier anzieht. Im Hinblick auf die Verarbeitung konnte ich keine Fehler erkennen, das kleine Format dürfte den meisten Aficionados gut in den Händen liegen, mir hingegen war es zu klein. 

Im Kaltgeruch präsentiert sich diese Zigarre schon recht kräftig, mir fielen in erster Linie Leder, Holz und erdige Noten auf. Als ich die Zigarre einmal angebohrt hatte, bestätige der Kaltzug meinen Eindruck, wobei einem gewisse Süße schon vorhanden war. Bemängeln muss ich an dieser Stelle ganz eindeutig den Zugwiderstand, der alles andere als optimal war. Denn manchmal - nicht durchgehend - hatte ich den Eindruck, einen Golfball durch einen Strohhalm zu ziehen. Gerade bei einem so kleinen Format darf das eigentlich nicht passieren. 

Das Anzünden war bei dieser Zigarre gar kein Problem, die Aromen wirkten auch vom ersten Zug an. Zu Beginn hielt ich die MUWAT für eine kräftige Zigarre, die erdig-harten Aromen im Zusammenspiel mit Pfeffer schlugen zu. Ab dem zweiten Drittel schaffte der Köderfisch dann aber, mich wirklich zu überraschen, denn der Pfeffer trat vorerst in den Hintergrund,Süße arbeitete sich nach vorn - und wurde an manchen Stellen von hauchfeinen Karamellnoten begleitet. Leider hielt das nur im zweiten Drittel an, danach flachte die Aromenvielfalt spürbar ab. Das Rauchvolumen war in Ordnung, eine Zigarre darf für mich gerne mehr Qualm machen. Was ich absolut vermisst habe, war die für mich so zu Nicaragua gehörende Cremigkeit. 

Was den Abbrand angeht, verhielt sich die MUWAT wie eine echte Premiumzigarre. Das meine ich ernst, der Aschering war nahezu nadelscharf, die Asche hielt sich zumindest einen Zentimeter an der Zigarre, bevor sie den Halt verlor. Es handelt sich um eine relativ helle Asche, die zwar flockig erscheint, dennoch ihre Struktur behält. Nicht schlecht. Ein Nachfeuern war nicht notwendig. 

Fazit

Ich bin hin und her gerissen. Zuerst habe ich die MUWAT für eine Zigarre gehalten, die mich überhaupt nicht Ködern kann, dann erstaunte mich die Aromenveränderung ab dem zweiten Drittel. Auch in der Verarbeitung handelt es sich um eine wunderbare Zigarre, aber genau so sollte Drew Estate auch liefern. Übel aufgestoßen haben mir das Preis/Leistungsverhältnis und der miserable Zugwiderstand dieser Zigarre.

Alles in allem eine Zigarre, die ich mir nicht noch einmal in den Humidor legen würde. Der Preis, der Zugwiderstand und die für Nicaragua so untypischen Aromen haben mich zu diesem Schluss kommen lassen. Möglich, dass die Bait Fish andere Aficionados Ködern kann - bei mir schafft sie es nicht. 

Wertung: 4/10 

    

Kommentare