Cigars of the week: Epic La Rubia | Short Gordo


2017 muss man wirklich niemandem mehr erklären, wer Dean Parsons ist. Mit den Zigarren seiner Marke Epic hat er sich einen Namen gemacht und ist unter den deutschen Aficionados sicherlich recht bekannt. Nachdem ich vor einigen Wochen einmal die Gran Ola getestet und für gut befunden habe, wollte ich diesmal eine andere Zigarre aus dem hause probieren.

Gelandet bin ich bei der der La Rubia, noch dazu in einem ganz ansprechenden Format. Schauen wir mal, was das gute Stück so kann...


Kerndaten

Hersteller: Charles Fairmorn
Herstellungsart: Totalmente a mano 
Format: Short Gordo
Einlage: Dominikanische Republik, Nicaragua
Rauchdauer: 40 Min
Preis: 7,40 € / Stk  (Stand Februar 2017) 

Grundlegendes

Dean Parsons ist mittlerweile schon mit einigen Zigarrenserien an den Start gegangen. Die La Rubia sticht bereits optisch aus den anderen Serien des Hauses hervor, denn mit einem sehr hellen Deckblatt hebt sie sich von den anderen Kreationen ab. Das Deckblatt lädt natürlich dazu ein, Rückschlüsse auf die Stärke dieser Zigarre zu machen, und tatsächlich empfahl sie mir mein Händler, als ich bei einem Zigarrenabend einmal nach einer leichten und milden Zigarre fragte. 

Im Hinblick auf das Format ist die La Rubia - anders als die Gran Ola - in einer kleinen Auswahl zu bekommen. Neben dem heute getesteten Short Gordo - Format gibt es den Stumpen auch noch in den Formaten Robusto und Churchill. 

Praxistest

Wie immer steht am Anfang die optische auch haptische Begutachtung der Zigarre. Mit ihrem auffallend hellen Connecticut-Deckblatt stach die Short Gordo mir schnell ins Auge und wurde auch zu einem Hingucker in meinem Humidor. Mit einer 60er Ringmaß wirkt diese Zigarre trotz des kleinen Formats relativ imposant, beim Rauchen hat man eben etwas in der Hand. Haptisch habe ich diese Zigarre als sehr fest gerollt empfunden. Schäden am Deckblatt konnte ich keine entdecken. Der doppelte Zigarrenring ist ein angenehmer Hingucker, hier muss man neidlos anerkennen, dass Epic wirklich hervorragende Arbeit leistet. 

Das Trockenaroma der Zigarre war wenig spektakulär, aber das hatte ich erwartet, als ich nach einer milden Zigarre gefragt hatte. Trotz des großen Ringmaßes reichte es, die Short Gordo nur einmal anzubohren und einen nahezu optimalen Zugwiderstand zu erhalten. Der Kaltzug ließ ein wenig Süße erhanen, hintergründig deutete sich auch bereits etwas Cremigkeit an. Alles in allem zeigte sich aber schon hier, dass es eben eine leichte Zigarre ist. 

Einmal angezündet brauchte es einige kräftige Züge, bis die Zigarre die Glut ordentlich aufgenommen hatte. Ebenso lange brauchte es auch, bis die Aromen sich entfalteten. Zu Beginn hatte ich Angst, die möglicherweise leichteste und aromenärmste Zigarre in der Hand zu haben, die mir jemals untergekommen war, doch zumindest der letzte Punkt löste sich noch während des ersten Drittels in Wohlgefallen auf. Die im Vorfeld erschmeckte Süße der La Rubia nahm zu und erreichte eine für mich angenehme Stärke, der Rauch entwickelte schon zu Beginn das richtige Volumen und wurde im Verlauf der Zigarre immer cremiger. Zwischenzeitlich erreichte die Zigarre auch Einschläge von Nuss, manchmal sogar ein wenig von Zitrusfrucht, doch das waren für mich nur relativ kurze Abschnitte innerhalb der Entwicklung. Markanter wurde, ab dem zweiten Drittel der Zigarre, ein holziges Aroma, welches aber im Zusammenspiel mit der Creme und der Süße eine angenehme Komposition ergab. 

Wie bereits etwas weiter oben angedeutet: Zu Beginn machte mir die La Rubia im Hinblick auf die Aufnahme der Glut ein wenig Probleme, im ersten Drittel hatte ich auch mit etwas Schiefbrand zu kämpfen. Dieses Problem erledigte sich danach aber von selbst, wenn die Zigarre einmal "eingenordet" ist, scheint nicht mehr viel schiefgehen zu können. Die Asche war flockig und hell, ein Nachfeuern war bei normalem Rauchverhalten nicht notwendig.   

Fazit

Wer auf der Suche nach einer leichten Zigarre ist - entweder als sehr milden Einstieg für einen ausgedehnten Zigarrenabend oder weil er Einsteiger ist - der ist mit der La Rubia gut bedient. Nach meinem Dafürhalten richtet diese Zigarre sich vornehmlich an Anfänger  und sie macht dabei einen sehr guten Job. Wer es natürlich generell kräftiger mag, der wird mit dieser Zigarre nicht zufrieden. 

Für mich war es nett, sich einmal einige davon in den Humidor zu legen und tatsächlich als "Starter" zu benutzen. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass diese Zigarren zu Dauergästen in meinem Humidor werden können. Nicht, weil es sich um schlechte Zigarren handelt - sondern weil sie mir eben etwas zu leicht sind. 

Wertung: 6/10 

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