Writing: Autogrammkarten


Bekanntlich naht die LBM und in diesem Jahr verschlägt es mich - nach einigen Startschwierigkeiten - auch dort hin. Es wird mein erster Besuch überhaupt, noch dazu als Autor. Was mich erwarten wird? Keine Ahnung.

Jetzt begab es sich aber, dass ich von einem Verleger gefragt wurde, ob ich Autogrammkarten hätte. Habe ich nicht. Habe ich bisher auch noch nicht gebraucht. Für die Messe sei das aber durchaus etwas wert und eigentlich ziemlich angebracht, sagte man mir. Spannend.

Denn der Punkt ist der: Bisher habe ich das Schreiben immer so als Sache nebenher betrachtet. Ich weiß, ich schreibe und veröffentliche eine ganze Menge - aber ich bestreite davon eben nicht meinen Lebensunterhalt. Und überhaupt: Autogrammkarten? In meiner Vorstellung ist das Merchandise für Leute, die es in ganz andere Höhen geschafft haben als ich.

Meine einfache Vorstellung bisher: Wenn jemand eine Signatur haben will, dann soll er doch eines meiner Bücher mitbringen. Da schreibe ich ihm sogar noch etwas rein - und gut ist. Andererseits habe ich die letzten tage mal genutzt, um mich umzusehen und merkte: Autogrammkarten sind weniger exklusiv, als ich mir das in irgendeiner Ecke meines Kopfes vorgestellt habe. Nicht wenig Autoren fahren damit auf. Und trotzdem: Irgendwie werde ich bisher mit diesem Gedanken nicht ganz warm.

Vielleicht liegt es daran, dass ich mich bisher eher als Handwerker denn als Künstler gesehen habe und Autogrammkarten eben in den bereich der Künstler fallen dürfte. Andererseits: So ein bisschen Merchandise ist auch was nettes, wobei man es nicht übertreiben sollte. Vielleicht stört mich ja auch, dass eine Autogrammkarte irgendwie etwas abgehobenes, etwas hochnäsiges hat. Von jemandem, der eben ziemlich überzeugt von sich ist.

Aber genau bei diesem Gedankengang ertappe ich mich dann wieder.

Wer, wenn nicht an erster Stelle du selbst, sollte an dich glauben?

Die Antwort auf diese Frage macht es wiederum etwas einfacher. So ganz durch bin ich damit aber noch nicht - aber bis zur LBM sind es ja noch gute sechs Wochen. Wie ist es mit euch? Was haltet ihr von Autogrammkarten?    

Kommentare

  1. Moin Felix,

    viele Autoren, die wesentlich weniger veröffentlicht haben als du, haben haben Autogrammkarten. Von daher kannst du dir welche zulegen, ohne überheblich zu wirken. Aber ganz ehrlich: Ich finde sie absolut unnötig und lasse mir lieber Bücher signieren. Wobei man E-Books natürlich schlecht signieren kann...

    Gruß
    André

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    1. Du hast natürlich recht: Ich habe mittlerweile Autogrammkarten bei anderen Autoren gesehen, wo ich sie nicht erwartet hatte. Es geht wohl auch ums Selbstverständnis.

      Aber schön, dass ich nicht der Einzige bin, der es mit den Signaturen so sieht :)

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