Cigars of the week: BEAST Freshpack | Robusto


Seit einiger Zeit scheint die Beast nun in aller Munde. Zumindest stach sie mir relativ oft ins Auge und zog binnen der letzten Wochen auch bei den meisten Händlern in die Regale ein. Da mir vor Ort keiner wirklich etwas über diese Zigarre erzählen konnte, setzte ich also zum Selbsttest an.

Was kann also die Zigarre, die im Freshpack daherkommt?


Kerndaten

Hersteller: Arnold André
Herstellungsart: Totalmente a mano 
Format: Robusto
Einlage: Brasilien, Nicaragua
Rauchdauer: 45 Min
Preis: 6,60 € / Stk  (Stand Dezember 2016) 


Grundlegendes

Mit Zigarren und der richtigen Lagerung ist das ja immer so eine Sache. Natürlich, da kann man eine Wissenschaft draus machen (und einige Leute tun das auch) aber die Grundlagen sind einfach: Wenn du deine Zigarre falsch lagerst, trocknet sie aus und du hast am Ende womöglich viel Geld für etwas ausgegeben, über das du dich nur ärgern kannst. 

Jetzt kann man es mit der Lagerung natürlich auch übertreiben, aber jeder, der ein paar Zigarren bei sich daheim hat, weiß, dass er um einen Humidor nicht herum kommt. Die Beast geht da einen anderen Weg. Sie kommt nicht etwa eingeschlagen in Zellophan daher sondern gleich in einem robusten Freshpack. Der Hersteller wirbt damit, dass die Zigarre unter optimalen Bedingungen verpackt wurde. Ein Aspekt, um den sich der Zigarrenraucher also keinen Gedanken mehr machen muss. Die Frage ist nur, wie es mit dem Rest des Produkts bestellt ist... 

Praxistest

Gleich zu Beginn lässt sich festhalten, dass das Freshpack hält, was es verspricht. Ich war etwas skeptisch, wurde aber eines Besseren belehrt: Für mich machte die Zigarre einen optimalen Eindruck, war weder zu feucht noch zu trocken. 
Optisch besticht diese Zigarre durch ihren großen Zigarrenring, der zwar kein wirkliches Kunstwerk ist, aber durch die grau-silberne Schrift und die rote Tatze zum Image der Robusto beiträgt. Die Zigarre kam fehlerfrei daher in der Verarbeitung gab es nichts zu beanstanden. 

Im Trockenaroma empfand ich die Beast als eher unauffällig, der Trockenzug (angebohrt auf 7mm) ließ dann schon Pfeffer erahnen - mehr jedoch nicht. Der Zugwiderstand war, trotz des sonst bei diesem Format ausreichenden Bohrlochs - etwas zu hoch. Ein umstand, der sich im weiten Verlauf glücklicherweise veränderte.  

Nach dem Anzünden und innerhalb des ersten Drittels dieser Zigarre war ich wirklich geschockt und konnte den Hype nicht wirklich verstehen. Denn alles, was die Zigarre produzierte war ein scharfer, kräftiger und zuweilen beißender Rauch mit markanter Pfeffernote. Eigentlich wollte ich die Zigarre da schon zur Seite legen, denn sie erinnerte mich frappierend an Stumpen, die man sonst nur an der Tankstelle bekommt. Dennoch blieb ich eisern und zwang mich, der Beast eine Chance zu geben. Im zweiten Drittel nahm die zu starke Pfeffernote dann ab und machte den Rauch angenehmer und runder, vielleicht sogar etwas cremig. Ein Hauch von Süße mischte sich hinzu, ebenso wie einige feine Röstaromen. Das rehabilitierte die Zigarre in meinen Augen nicht unbedingt, machte sie aber rauchbarer. 

Der Abbrand dieser Zigarre war nicht zu beanstanden und gleichmäßig, ein Nachfeuern war nicht notwendig. Die Asche war angenehm weiß und merklich robust. 

Fazit

Ich kann mich nicht daran erinnern, mit Zigarren aus Nicaragua irgendwann einmal "auf die Schnauze gefallen" zu sein - doch irgendwann ist bekanntlich immer das erste Mal. Die beast jedenfalls erwies sich nicht als eine Zigarre nach meinem Geschmack. Vielleicht mag ich hier etwas übertreiben, aber für mich rangiert sie eben auf der Höhe von Zigarren von der Tankstelle. Positiv ist sie mir daher nicht im Gedächtnis geblieben. 

Für mich ein Fehlkauf, den ich nicht noch einmal wiederholen möchte. Eine Empfehlung kann ich hier nicht aussprechen. 

Wertung: 3/10

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