Cigars of the week: Alec Bradley Black Market | Churchill


Alec Bradley wartet mit einer ganzen Reihe bemerkenswerter Kreationen auf. Alan Rubin - beziehungsweise seine Leute aus der Werbebranche - verstehen es, Zigarren ansprechend zu gestalten. Hier kommt vieles zusammen: Optik, Haptik, Qualität, Preis und nicht zuletzt auch das Image.

Wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, muss ich zugeben, gerne etwas aus diesem Hause zu rauchen, Rückschläge oder Dämpfer habe ich dabei noch nicht erlebt. Grund genug, einmal zur Black Market-Reihe zu greifen und zu prüfen, ob ich auch diesmal überzeugt werden kann.


Kerndaten

Hersteller: Alec Bradley 
Herstellungsart: Totalmente a mano 
Format: Churchill
Einlage: Honduras, Panama
Rauchdauer: 100 Min
Preis: 8,50 € / Stk  (Stand Januar 2017) 


Grundlegendes

Normalerweise werfe ich bei Zigarren immer mal wieder einen Blick auf das Herkunftsland der Tabake, denn bekanntlich stehe ich mit der Dominikanischen Republik auf Kriegsfuß. Alec Bradley hat es geschafft, dass dieser Faktor für mich unerheblich wird. Nach bisherigen Erfahrungen bin ich bei keiner der Kreationen enttäuscht worden. Will sagen: Der Hersteller hat bei mittlerweile ein solches Renommee, dass ich eigentlich immer zugreifen würde.  

Dabei handelt es sich bei den Zigarren nicht unbedingt um "Tageszigarren" (was einfach dem Preis geschuldet ist), aber es sind auch keine Zigarren, die man allein aufgrund des Preises nur zu ganz besonderen Momenten anstecken würde. 

Praxistest

Optisch und haptisch produziert Alec Bradley Zigarren auf hohem Niveau. Es handelt sich um echte Schönheiten und Fehler sind mir bisher noch nicht untergekommen. Bei der Black Market fällt sofort der doppelte Zigarrenring auf, der bewusst schlicht gearbeitet ist und wohl an billiges Papier erinnern soll. Das Decklblatt ist einwandfrei,  liegt eindeutig im Bereich maduro und ist ölig und fettig, so, wie es sich eben bei dieser Farbe gehört. 

Das Trockenaroma der Zigarre ist erdig mit etwas Leder. Angebohrt auf 7 mm erhielt ich einen angemessenen Trockenzug, bei dem ich Aromen von Kaffee, Schokolade und Röstaromen erschmecken konnte. Das Anstecken erfolgte ohne größere Schwierigkeiten, wobei die Churchill gerade innerhalb des westen Drittels etwas schwergängig war. Danach wurde der Zug für mich jedoch optimal. 

Aromatisch hatte der Kaltzug schon einen Vorgeschmack gegeben, der sich an dieser Stelle auch bestätigte. Der Rauch war voluminös und zuweilen cremig, Kaffee, Schokolade und Röstaromen waren markant und gaben eine ordentlich Mischung ab. Mit dem Voranschreiten der Zigarre entwickelte sich eine angenehme Süße, die auch mit dem Rest der Aromen wunderbar harmonierte. Im letzte Drittel machte sich - wie zu erwarten - der Pfeffer bemerkbar, harmonisierte aber mit den anderen Aromen. Um Hinblick auf die Stärke würde ich diese Zigarre als mild bis medium einordnen. 

Der Abbrand erfolgte leicht schief und war nicht nadelscharf, dafür war ein nachfeuern nicht notwendig. Die Asche hatte graue Farbtöne, war merklich flockig und vor allem brüchig. 

Fazit

Wie gewohnt hat Alec Bradley hier eine Zigarre erschaffen, die ein echter Hingucker ist. Insofern macht sich mindestens ein Exemplar davon auch gut im heimischen Humidor. In rauen Mengen würde ich diese Zigarren dennoch nicht ordern oder einlagen wollen, denn dazu fehlte mir etwas die Cremigkeit des Rauchs. Geschmacklich wie qualitativ gibt es an dieser Zigarre wenig auszusetzen. Einen angenehmen Abend beschert sie allemal.


Wertung: 6/10

    

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