Cigars of the week: Davidoff Grand Cru | No. 5


Und wieder einmal Davidoff. Nachdem ich mit der Entreacto aus dem "Short Pleasures"-Sampler völlig unzufrieden war, gebe ich dem Hersteller eine Chance, mich vom Gegenteil zu überzeugen. Schafft die No. 5 aus der Grand Cru Linie es, mich wieder versöhnlich mit dem Traditionshaus zu stimmen?

Schauen wir mal. Schlimmer als bei dem Vorgänger kann es wohl kaum werden. Oder doch?


Kerndaten

Hersteller: Davidoff
Herstellungsart: Totalmente a mano 
Format: No. 5
Einlage: Dominikanische Republik
Rauchdauer: 40 Min
Preis: 10,15 € / Stk  (Stand November 2016) 

Grundlegendes

Wie immer fällt der relativ hohe Preis dieser Zigarre auf. Für die mehr als zehn Euro, die diese recht kleine Zigarre kosten soll, bekomme ich anderswo recht große Formate, die mehrere Stunden Rauchgenuss garantieren. Wie immer gibt es an den Zigarren von Davidoff weder haptisch noch optisch etwas auszusetzen. Hier macht sich die lange Erfahrung sofort bemerkbar. Die charakteristische Bauchbinde der No.5  reiht sich in das gewohnte Bild ein und verleiht dieser Zigarre einen edlen Touch.

Praxistest

Ebenso wie die Entreacto wartet die No.5 mit einer Einlage aus der Dominikanischen Republik auf. Bekanntlich handelt es sich damit nicht um meinen Favoriten, was die Herkunft angeht. Dennoch habe ich bisher keine Erfahrungen gemacht, die mir ein Herkunftsland direkt komplett vergrält hätten.

Glaubt man den Angaben auf dem Sampler, handelt es sich bei der No.5 um die zweit leichteste Zigarre des Samplers. Das freute mich schon gleich, denn die Entreacto empfand ich nicht nur als schwach, sie schaffte es auch nicht, ein markantes Aroma zu entwickeln. Beim Trockenaroma kamen erste Zweifel auf, aber bekanntlich ist dies wenig aussagekräftig, da die Aroma sich tatsächlich erst mit dem Abbrand entwickeln. Ich glaubte Aromen von Holz und Erde zu erkennen. Dies bestätigte sich beim Trockenzug, Der Zugwiderstand war genau so, wie er sein sollte.

Zur Verarbeitung will ich nicht viele Worte verlieren. bei Davidoff weiß man, was man bekommt. So auch hier.

Mit den ersten Zügen bewies die No.5, dass sie mehr drauf hatte als die Entreacto. Jedenfalls kam ich mir nicht so vor, als würde ich nur Luft einziehen, was ich bei dem Vorgänger stellenweise glaubte. Meine erste Einschätzung verstärkte sich, die Zigarre entfaltete ein zuweilen herbes Aroma von Holz und Erde, zu Beginn etwas pfeffrig, was aber nach den ersten zehn Zügen verschwand. Spürbar nahm der Pfeffer erst ab dem letzten Drittel wieder zu, was zu erwarten und zu verschmerzen war. Störend hingegen erweis sich der etwas muffige Beigeschmack der Zigarre, der immer erhalten blieb. Ich bin mir sicher, dass es nicht an falscher Lagerung liegen kann sondern verorte das für den Moment einfach als Eigenart der Dominikanischen Republik.

Etwas, was ich bei Zigarren aus dem Hause Davidoff noch nicht erlebt hatte, passierte mir dann bei der No.5: Trotz optimaler Rauchgeschwindigkeit musste ich bei Beginn des zweiten Drittels nachfeuern. Positiv hervorzuheben: Die Asche ist ein echter Traum!

Rauchen konnte ich diesen Stumpen - wenig verwunderlich - bis zum letzten Viertel. Hier sticht Davidoff in meinen Augen immer wieder hervor.


Fazit

Die No.5 war bei weitem nicht so eine herbe Enttäuschung, wie die Entreacto sie für mich war. trotzdem schaffte sie es nicht, meine Vorbehalte gegenüber Zigarren aus der Dominikanischen Republik abzubauen. Wie immer kommt man bei den Zigarren dieses Herstellers nicht drumherum, den hohen Preis hervorzuheben. Mehr als zehn Euro sind bisweilen saftig und - gemessen an der Rauchdauer und dem Erlebnis - nicht angemessen. Wie immer zahlt man den guten Namen, erhält dafür aber nicht unbedingt den gewünschten Gegenwert.

Auch wenn die No.5 dazu geeignet war, die Scharten, welche die Entreacto geschlagen hatte, auszumerzen, konnte sie mich nicht überzeugen. Die Erfahrung bleibt also auch hier: Dauerhaft würde ich sie mir nicht in den Humidor legen. Aber um genau das herauszufinden, sind die Sampler ja da.       

Wertung: 5/10

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