Cigars: Anfeuern

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Streichhölzer | Einweg-Feuerzeug | Single-Jetflame | Triple-Jetflame

Eine gute Zigarre kann man ziemlich einfach versauen: Man zündet sie falsch an. Ich höre schon jetzt wieder das Unverständnis in den Kommentaren der Nicht-Aficionados. Aber es ändert wenig daran. Ob eine Zigarre zum Genuss wird oder eine echte Qual ist in großen Teilen davon abhängig, ob das Anzünden richtig gemacht wird oder eben nicht. 

Dabei handelt es sich diesmal weniger um eine Frage der Philosophie oder des Geschmacks - sondern schlichtweg darum, ob ich durch Unachtsamkeit ein Qualitätstprodukt innerhalb von Sekunden versaue.  
Über zahlreiche Filme ist mittlerweile eine echte Unsitte verbreitet worden, nämlich das Anzünden von Zigarren mit einem Sturmfeuerzeug. Ich verstehe bis heute nicht, welches Bild man damit vermitteln möchte. Wenn es der angebliche Coolness-Faktor ist, dann geht es ziemlich nach hinten los. 

Sturmfeuerzeuge - und ich rede hier von den benzinbetriebenen wie beispielsweise die von Zippo - ruinieren die Zigarren in dem Moment, da die Flamme den Stumpen berührt. Das liegt schlichtweg am "Eigengeschmack" des Benzins. Jeder Raucher kennt den charakteristischen Geruch und Geschmack und eben dieser zieht einmal durch die gesamte Zigarre, tötet die Eigenaromen des Tabaks ab und liefert im Endergebnis ein Zigarrenerlebnis, das sich nur noch mit einem Wort zusammenfassen lässt: bestialisch. Ich rate dringend von einem solchen Experiment ab, selbst wenn es nur Stumpen von der Tankstelle (Independence) oder Opas Stumpen aus der Zeit des Wirtschaftswunders (Handelsgold) sind. Will sagen: Selbst eine schlechte Zigarre wird so um einiges schlechter.

Nachdem das nun geklärt ist, widmen wir uns nun den Wegen, die dazu geeignet sind, die Zigarre zu entzünden und ein paar nette Stunden zu haben. Dabei ist zu sagen, dass es sich hier nur um eine exemplarische Auswahl handelt.

Es gibt jedoch eine einfache Grundregel: Je größer das Ringmaß der Zigarre, desto größer sollte die Flamme beim anzünden sein. Das leuchtete ein, denn je massiver eine Zigarre ist, umso schwerer wird es möglicherweise, sie mit einer einzelnen Flamme zu entzünden.

Oh, und es gibt auch noch eine zweite Grundregel. Bei gasbetriebenen Feuerzeugen bitte immer das "gute" gas nehmen. Der Händler eures Vertrauens wird euch entsprechen beraten können. Dafür gibt es zwei Gründe: Die billigen Varianten neigen dazu, zu verkleben und euch möglicherweise die Feuerzeuge zu versauen. Je nachdem, was ihr für ein Jetflame auf den Tisch legt, ist das sehr ärgerlich. An zweiter Stille ist kohlengefiltertes Gas eben auch zu 100% geschmacksneutral und ihr könnte ausschließen, dass das Arome der Zigarre versaut oder gar zerstört wird.

Die gängigsten Möglichkeiten habe ich oben im Bild einmal aufgelistet.

Streichhölzer

Die klassischste Variante von allen. Ein Streichholz ist nun nicht sonderlich schwer zu bedienen. Die Steigerung des Streichholzes wäre, ein Stück Zedernholz zu entflammen und damit dann  die Zigarre zu entzünden. Letztlich kann man so jede Zigarre anstecken, wenn man jedoch ein rundes und gleichmäßiges Ergebnis erzielen will, dürfen es schon einmal zwei oder drei Streichhölzer sein - gerade wenn es sich um besonders "fette" (=großes Ringmaß) Zigarren handelt. 

Einwegfeuerzeug 

Kann man machen, ist aber verpönt. Ähnlich wie das Streichholz entwickelt das Einwegfeuerzeug keine sonderlich heiße Flamme, so dass es hier einiges an Fingerspitzengefühl braucht, bis die Zigarre richtig gleichmäßig entzündet ist. Solange es sich um Gasfeuerzeuge handelt, haben wir hier auch keine geschmacklichen Nebenwirkungen - besonders elegant sieht es eben trotzdem nicht aus. Und irgendwie kommt man sich blöd vor, wenn man ein paar Minuten braucht, den Stumpen ordentlich zu entzünden.

Jetflame

Jetflame-Feuerzeuge haben ihre Namen nicht von ungefähr: Die Flammen erinnern an die einer laufenden Flugtriebwerks, sind blau, besonders heiß und lassen sich sehr punktgenau einsetzen. Hierbei gibt es mehrere Konstruktionen, von der Singe-Jetflame (Geräte mit einer Düse) bis hin zur Triple-Jetflame (und darüber hinaus). Charakteristisch ist dabei immer das Zischen der Flamme. Ich empfehle jedem, der sich entschlossen hat, das Zigarrenrauchen zu einem Teil seines Lebens zu machen, sich ein Jetflame-Feuerzeug zuzulegen. Gerade beim Nachfeuern sind diese Geräte wunderbar.

Kommentare

  1. Hi Felix,

    Ich habe es selbst noch nicht probiert, aber ich lese immer häufiger, dass gutes Feuerzeugbenzin genau so geschmacksneutral ist wie Gas. Hast du aktuelle Erfahrungen mit Feuerzeugbenzin, die deine Aussage stützen?

    Gruß
    André

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  2. Möglich ist das natürlich. Ich habe bis vor kurzem ein Benzinfeuerzeug für die normalen Zigaretten genommen und bin aus eben jenen geschmacklichen Gründen auf Single-Jetflame umgestiegen.

    Ich will aber nicht ausschließen, dass es mittlerweile Alternativen geben könnte. Einer guten Zigarre würde ich mit einer Benzinflamme trotzdem nicht zu nah kommen. Es kommt halt nicht genug Hitze zusammen.

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  3. Für Zigarren hast du natürlich recht. Die Geschmacksthemtik betrifft aber in gleichem Maße Pfeifen und da ist zur Schonung der Pfeife eine niedrigere Temperatur positiv.

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    1. Aus dem Winkel natürlich richtig. Für meine Pfeifen habe ich bisweilen immer ein Streichholz genommen. Oder auch mal zwei oder drei ... ;)

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