Writing: Ein Roman - sechs Mal freudiges Kribbeln

Schreiben - und da denke ich, spreche ich für fast alle Kollegen - ist Erfüllung. Endlich kann ich die zahlreichen Geschichten, die in meinem Kopf existieren, zu Papier bringen und einer breiten Öffentlichkeit präsentieren.

Das alleine ist schon großartig, doch es gibt während des Entstehungs- und Erschaffungsprozesses eines Manuskripts für mich insgesamt sechs Momente, die mir noch einmal ein Kribbeln bereiten und mir sagen, dass ich mit dem, was ich mache, genau richtig bin. Und dass es mir gut tut.



1. Der Vertrag

Das erste Hochgefühl stellt sich in dem Moment ein, da du den Vertrag für ein Buch gezeichnet hast. Von da an kann es nur besser werden: Du weißt, dass der Zeitpunkt, an dem dein Buch erscheinen wird nun mit sehr großer Wahrscheinlichkeit kommen wird. Es ist der Sprung, von dem du immer geträumt hast.

Möglicherweise mag verwundern, warum ich dieses Hochgefühl an erste Stelle gesetzt habe. Denn viele Kollegen kennen es anders: Sie schreiben erst und marschieren dann mit einem fertigen Manuskript die Verlage ab. Es ist eine Art zu Veröffentlichen, aber eben nicht meine. Ich beginne im Grunde erst, ein Projekt zu bearbeiten, wenn es in "trockenen Tüchern" ist. Das hat bisher auffallend gut funktioniert.

2. Die Hälfte des Weges

Ein zweites Hochgefühl stellt sich bei mir ein, wenn ich etwa bei der Hälfte dessen angekommen bin, was ich zu Papier bringen will. Dann merke ich, dass alles so funktioniert, wie es soll, sehe, wie die einzelnen Stränge ineinander greifen und freue mich darüber, das Theorie und Praxis - also Planung und Schreiben - sehr gut passen.

3. Die vier Buchstaben

Und irgendwann kommt genau jener Punkt, an dem man die finalen vier Buchstaben zu Papier bringt: ENDE. Auch dann fühle ich mich immer auf einer kleinen Woge, denn wieder einmal habe ich ein Projekt zu Ende bringen können. Meistens eins, das mich mehrere Wochen begleitet hat und damit integraler Bestandteil meines täglichen Lebens war.

Ich freue mich immer über die letzten vier Buchstaben einer Geschichte, vor allem dann, wenn es ordentlich und zügig von der Hand ging. Eine Geschichte hat es dann aus den Windungen meines Hirns auf das Papier geschafft und befindet sich in einer Form, von der ich glaube, dass ich sie Lesern vorlegen kann.

4. Das Lektorat

Die Überarbeitung eines Manuskripts kann Zeit und Nerven kosten, einem Falten und graue Haare bereiten. gerade dann, wenn es Details gibt, um die man sich mit seinem Lektor oder Verleger mit Inbrunst streitet.

Persönlich mag ich das Lektorat im ganzen Prozess am wenigsten, aber gerade deswegen fühle ich mich besonders gut, wenn es endlich vorüber ist. Denn danach gibt es endlich die Endfassung eines Textes, Nach harter Arbeit weiß man also: So wird die Geschichte letztlich aussehen, so wird sie die Leser erreichen und hoffentlich erfreuen.

5. Das Cover

Zwischen der Beendigung des Lektorats und der Veröffentlichung des Buchs gibt es noch eine andere Etappe, die es immer wieder schafft, mir ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern. Nämlich eben jener Moment, in dem dein Buch ein Cover bekommt.

Meine Erfahrung sagt: Je länger du dabei bist, umso mehr Einfluss hast du tatsächlich auf das Cover. Das mag bei großen Verlagen natürlich anders sein, aber mit denen habe ich bisher ja nichts zu tun. Jedenfalls machst du dir als Autor ebenso viele Gedanken um das Cover wie um die Geschichte selbst. Meist hast du eine Idee, sprichst dich mit Verleger und Künstler ab, merkst, dass anders vielleicht doch besser ist - und wartest gespannt auf das Endergebnis.

Und wenn es dann kommt, dann ist das nächste Kribbeln im Bauch da. Dein Buch, deine Geschichte hat jetzt ein Cover! Du weißt genau, jetzt kann eigentlich nichts mehr schiefgehen.

6. Die Veröffentlichung

Und dann, irgendwann, kommt endlich der Tag, an dem deine Geschichte veröffentlicht wird. Meist erst im Ebook-Format und später dann in gedruckter Form.

Ich habe mittlerweile ein paar Bücher veröffentlicht, doch es ist immer das Gleiche. Du merkst, dass du alles zu einem positiven Ende gebracht hast. Die Stunden, die in das Schreiben geflossen sind; die Nerven, die dich das Lektorat gekostet hat: Der Einsatz hat sich gelohnt. Denn du bist angekommen. Deine Geschichte hat das Licht der Welt nun endlich erblickt und wartete darauf, von Lesern in Augenschein genommen zu werden.  

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