Cigars of the week: Zino Classic | No. 5


Wer ein bisschen mit Zigarren zu tun hat, der wird um Davidoff nicht herum kommen. Das Traditionshaus hat eine Geschichte und einen Gründer: Zino Davidoff. Im Grunde kommen beide Marken also aus dem gleichen Haus. Zino entstand, um den US-Amerikanischen Markt zu bedienen, denn die begehrten Davidoff-Zigarren wurden auf Kuba hergestellt und waren damit lange Zeit mit einem Handelsembargo belegt. Heute ist das natürlich anders.

Für mich jedenfalls Grund genug, sich die Zigarren dieser Marke einmal anzusehen, gleichwohl ich mit Davidoff nicht immer gute Erfahrungen gemacht habe. Wollen wir mal sehen...


Kerndaten

Hersteller: Zino
Herstellungsart: Totalmente a mano 
Format: No. 5
Einlage: Dominikanische Republik / Nicaragua
Rauchdauer: 45 Min
Preis: 5,80 € / Stk  (Stand November 2016) 

Grundlegendes

Nachdem mir die Verbindung zwischen den Marken Zino und Davidoff klar geworden war, erwartete ich eine weitere, relativ hochpreisige Zigarre. Daher war ich bei den aufgerufenen Preisen dieser Marke tatsächlich positiv überrascht. Grund genug für mich, den Produkten von Zino zumindest einen zeitweiligen Platz in meinem Humidor zuzugestehen. Und vom ersten Moment an fiel mir die optische Ähnlichkeit zwischen den Zigarren von Davidoff und denen von Zino auf. Selbst die Bauchbinde hat durch die Wahl von Gold für Schrift und Rand eine merkliche (und sicher gewollte) Ähnlichkeit, ist aber weinrot, was sie in meinen Augen zu einem größeren Hingucker macht als beim Vorbild.


Praxistest

Die Classic-Reihe von Zino wird unter der Dominikanischen Republik eingeordnet, die Einlage hält aber auch Tabak aus Nicaragua bereit. Nachdem die meisten Zigarren mit dieser Herkunft es nicht geschafft hatten, mich vom Hocker zu reißen, war ich gleich hellhörig. Vielleicht konnte ich der Dominikanischen Republik etwas abgewinnen, wenn sie gemischt wurde?

Die No.5 wird als eher mittelkräftige Zigarre gehandelt, und schon das Trockenaroma erklärt, wie es zu dieser Einschätzung kommt. Es war bei weitem nicht so blass, wie ich es bisher von Zigarren mit dieser Herkunft gewohnt war, jedoch auch nicht so charakteristisch wie jene aus Nicaragua. Im Grunde ein wunderbarer Kompromiss, im perfekten Trockenzug schmeckte ich vor allem leicht süßliche Aromen von Creme und ein wenig Frucht. Am Zugwiderstand konnte man spätestens die fachkundige Herstellung erkennen, er war optimal.

Wie bereits oben angedeutet: Zino merkt man optisch und haptisch die Nähe zu Davidoff sofort an. Das Deckblatt ist etwas dunkler, die Verarbeitung aber auf annähernd gleichem Niveau und daher nicht zu beanstanden.

Wie ich erwartet hatte, brauchte die No.5 einige Züge, bis die Aromaentwicklung begann. Es war keine Explosion, wie man sie von anderen Zigarren kannte, aber das hatte ich bei dem dünnen Format (Ringmaß: 43) auch nicht erwartet. Vielmehr arbeitet die No.5 im Hintergrund, ist geschmacklich angenehm aber niemals aufdringlich. Für mich persönlich hätte sie ruhig ein bisschen mehr Charakteristik haben können. Für eine Zigarre für "zwischendurch" war das Ergebnis aber in Ordnung. Die Creme blieb die ganze Zeit markant und machte den Rauch angenehm, die Süße wechselte nach etwa der Hälfte markanter zu fruchtigen Note. Wie zu erwarten war, gesellte sich am Ende der Pfeffer hinzu, aber auch hier eher untergründig, war niemals störend oder beißend auf der Zunge.

Der Abbrand war fast gleichmäßig, ein Nachfeuern war nicht notwendig. Die Asche war auch hier ein Traum, hielt länger, als von mir erwartet und war angenehm fest.

Die Nähe zu Davidoff machte sich bei dieser Zigarre zum Ende hin wieder bemerkbar, denn ich konnte sie problemlos bis zum letzten Viertel rauchen, bevor ich sie zur Seite legen musste.

Fazit

Ich war positiv überrascht! Die No.5 ist sicher keine Zigarre, die einem den Kopf verdreht und die es schaffen könnte, einen in neue Welten zu entführen. Aber sie war angenehm zu rauchen, bestach durch Verarbeitung und die Zusammenstellung der vorherrschenden Aromen. Letztlich hat Zino es damit hinbekommen, dass ich mir die Dominikanische Republik noch einmal näher anschauen werde, wenngleich die Classic-Reihe auf einem Mischtabak beruht.

Man konnte es bis zu diesem Punkt wahrscheinlich herauslesen: Ich würde eine Empfehlung für die No.5 aussprechen. Sie wird es sicher nicht auf die Liste meiner absoluten Favoriten schaffen, jedoch werde ich mich bemühen, immer ein oder zwei Zigarren dieser Reihe im Humidor zu führen. Für Zwischendurch wirklich einen Zug wert, auch preislich bekommt man einen ordentlichen Gegenwert.      

Wertung: 6/10

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